Di., 20.02.2018

Freundeskreis Suchtkrankenhilfe feiert in Rödinghausen sein 50. Jahresfest Hilfe für Menschen in Not

Karl-Heinz Wesemann (LAG-Vorsitzender), Heidrun Mildner (AG Selbsthilfe Kreis Herford), Reinhard Wedepohl (Vorsitzender Freundeskreis Suchtkrankenhilfe), Fritz Stephan (stellvertretener Bürgermeister), Dr. Ulf Gerhardt (Referent), Bernhard Gläsker (zweiter Vorsitzender ) und Prädikant Heiko Konietzko (evangelische Kirche) freuten sich über das Jubiläum.

Karl-Heinz Wesemann (LAG-Vorsitzender), Heidrun Mildner (AG Selbsthilfe Kreis Herford), Reinhard Wedepohl (Vorsitzender Freundeskreis Suchtkrankenhilfe), Fritz Stephan (stellvertretener Bürgermeister), Dr. Ulf Gerhardt (Referent), Bernhard Gläsker (zweiter Vorsitzender ) und Prädikant Heiko Konietzko (evangelische Kirche) freuten sich über das Jubiläum. Foto: Raphael Steffen

Von Raphael Steffen

Rödinghausen/Bünde (WB). Seit nunmehr 50 Jahren ist er eine feste Anlaufstelle für Menschen in der Region, die mit Alkoholismus zu kämpfen haben: der Freundeskreis Suchtkrankenhilfe Rödinghausen. Nun wurde das Jubiläum mit 150 Gästen aus befreundeten Vereinen im Haus des Gastes groß gefeiert.

Dr. Ulf Gerhardt, Chefarzt der Wiehengebirgsklinik in Bad Essen-Hülsede, hielt dazu einen Festvortrag unter dem Titel »Selbsthilfegruppen und Suchttherapie – gemeinsam für eine bessere Zukunft«.

Treffen alle 14 Tage

»Wir treffen uns alle 14 Tage abwechselnd freitags im Kirchcafé Westkilver und samstags im Gemeindehaus Bieren«, so Mitglied Jürgen Spiekermann: »Über 20 Personen kommen regelmäßig.« In Gesprächsrunden und Vorträgen nähert sich die Selbsthilfegruppe den Problemen ihrer Mitglieder und bietet ehrenamtliche Hilfe an. »Unser Schwerpunktthema ist Alkohol, aber wir vermitteln auch andere Suchtkranke an die Diakonie und Beratungsangebote.«

Rödinghausen war damals deutschlandweiter Vorreiter, als Erwin Mailänder und Ewald Grützmacher mithilfe der evangelischen Kirchengemeinde 1968 den Freundeskreis ins Leben riefen. Von hier aus bildete sich 1979 die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Nordrhein-Westfalen und später der Bundesverband. Heute steht Reinhard Wedepohl dem Kreis vor, der 35 Mitglieder hat. »Die damalige Arbeit wurde mit viel Ablehnung und Zweifeln im größten Teil der Öffentlichkeit begleitet«, blickte Renate Kleine-Döpke zurück.

Vorbildliches Engagement für Menschen in Not

Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch konnte feststellen: »Die Betrachtungsweise der Sucht als Charakterschwäche hat sich gewandelt.« Er nannte das Jahr 1968 einen »Meilenstein in der Suchtkrankenhilfe«. Damals erkannte das Bundessozialgericht in einem wegweisenden Urteil Sucht als Krankheit an – und der Freundeskreis wurde gegründet.

Rödinghausens stellvertretender Bürgermeister Fritz Stephan würdigte die Arbeit der Gruppe: »Sie engagieren sich in vorbildlicher Weise für Menschen in Not und legen die Grundlage für eine dauerhafte Abstinenz.«

Über Rödinghausen fand auch der heutige LAG-Sprecher Karl-Heinz Wesemann zur Selbsthilfe: »Unzählige Suchtkranke konnten dank der Hilfe Eurer Mitglieder einen gangbaren Weg finden. Ihr weckt Hoffnung und mobilisiert die Lebenskraft. Macht weiter so!«, appellierte er.

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