Sa., 03.03.2018

Georg Pohlmann ist im Bundesforum Männer aktiv Dieser Spenger macht sich für Männerrechte stark

Georg Pohlmann hat das Thema »Männer« nicht nur künstlerisch aufgearbeitet. Der 69-Jährige engagiert sich auch als sachkundiger Bürger im Arbeitskreis »Ältere Männer« des Bundesforums, das sich für eine Gleichstellung der Geschlechter einsetzt.

Georg Pohlmann hat das Thema »Männer« nicht nur künstlerisch aufgearbeitet. Der 69-Jährige engagiert sich auch als sachkundiger Bürger im Arbeitskreis »Ältere Männer« des Bundesforums, das sich für eine Gleichstellung der Geschlechter einsetzt. Foto: Gerhard Hülsegge

Von Gerhard Hülsegge

Spenge (WB). Wenn von Gleichstellung die Rede ist, denken die meisten zuerst an Frauen. Dass auch Männer in der Gesellschaft benachteiligt sind, davon ist Georg Pohlmann überzeugt. Der 69-jährige Spenger engagiert sich deshalb im Bundesforum Männer, einem Interessenverband für Jungen, Männer und Väter.

»Wir hassen die Frauen nicht, wir lieben sie und plädieren für Ausgewogenheit«, sagt der verheiratete Vater zweier Söhne. Eine paritätische Besetzung von Erzieherinnen und Erziehern in Grundschulen und Kindertagesstätten sei deshalb unbedingt vonnöten. »Für Kinder ist es wichtig, dass sie nicht nur von Frauen umzingelt werden«, findet Georg Pohlmann und fordert gleich auch eine bessere Bezahlung für beide Geschlechter.

Gleichstellung ein Thema

Auch sollten seiner Ansicht nach Männer Gleichstellungsbeauftragte in den Kommunen werden. Von der Gender-Diskussion rund um das menschliche Geschlecht mit der Hervorhebung des Weiblichen hält er nicht viel. »Man kann es auch übertreiben«, findet Georg Pohlmann. Schließlich gebe es Lösungen, ohne alles gleich auf den Kopf zu stellen.

Das Bundesforum für Männer versteht sich als Pendant zum Deutschen Frauenrat. Pohlmann ist sachkundiger Bürger im Arbeitskreis »Ältere Männer« und kann sich auch den bei der jüngsten Fachtagung in Berlin aufgestellten Forderungen unter dem Motto »Männerpolitische Per­spektiven in der neuen Legislaturperiode« nur anschließen. Dort hatte Martin Rosowski, Vorsitzender des Bundesforums Männer, zum Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD Stellung bezogen und unter anderem die Einführung einer Vaterschaftsfreistellung nach der Geburt eines Kindes gefordert. Auch eine stärkere paritätische Ausgestaltung der Partnermonate beim Elterngeld ist ein Thema, das die neue, noch zu bildende Bundesregierung nach Meinung von Georg Pohlmann aufgreifen sollte. Er selbst gehört keiner Partei an.

Männergruppe etabliert

»Es sollte mehr Pflegeheime nur für Männer geben«, fordert der gelernte Maschinenbauer und Künstler (Maler), der sich seit seiner Verrentung der systemischen Männerberatung verschrieben hat. Das sei vor allem für Homosexuelle wichtig, die sich nur ungern von Frauen pflegen ließen.

Wie Pohlmann ausführt, bedürften auch Flüchtlinge der Hilfe. Sie bräuchten Reflexionsräume, um sich mit der neuen Kultur, die sie in Deutschland erleben, in geschütztem Raum auseinanderzusetzen. Nicht nur sie wollten ihre Probleme mit Männern besprechen, sagt Georg Pohlmann.

Der ausgebildete Familienberater leitet eine feste Männergruppe in Spenge. Die zurzeit neun Mitglieder treffen sich einmal im Monat im Bürgerzentrum – in geschlossener Gesellschaft. Dann wird über die Familie, den Arbeitgeber, die Finanzen und auch über Sexualität gesprochen. »Das ist keine Psychotherapie, sondern ein gegenseitiges Stützen und ein Austausch«, betont Pohlmann.

Für weitere Auskünfte steht er unter Telefon 05225/862423 zur Verfügung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5562312?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514632%2F