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So., 18.06.2017

Jugendliche bereiten Premiere mit Live-Tanz auf Burg Vlotho vor Tanzprojekt dreht einen Film

Katharina Vorderbrügge und Bernadette Schnabel (von links) haben die künstlerische Leitung des Projekts »Wo kämen wir hin?!«, das in den vergangenen Tagen einige Szenen in einer leer stehenden Halle von Norbert Kaase hat filmen lassen. Am 2. Juli ist die Aufführung auf Burg Vlotho.

Katharina Vorderbrügge und Bernadette Schnabel (von links) haben die künstlerische Leitung des Projekts »Wo kämen wir hin?!«, das in den vergangenen Tagen einige Szenen in einer leer stehenden Halle von Norbert Kaase hat filmen lassen. Am 2. Juli ist die Aufführung auf Burg Vlotho. Foto: Marion Gauert

Von Heike Pabst

Vlotho (WB). Sich auf einer Bühne tänzerisch bewegen: Das kann im Prinzip jeder. Wer sich der Leitung der Vlothoer Choreografin und Musiktherapeutin Katharina Vorderbrügge anvertraut, wird sich jedoch auch an ganz anderen Orten wiederfinden. Etwa im Keller der Kulturfabrik. Oder in leer stehenden Fabrikhallen.

Horizonte zu überwinden ist ein berufliches Ziel von Katharina Vorderbrügge. Sowohl die Körperwahrnehmung der Tanzenden und deren persönliche Ausdrucksmöglichkeiten als auch die Wahrnehmungsgewohnheiten des Publikums möchte die Vlothoer Inhaberin von »Bewegungsweise« mit ihrer Arbeit erweitern.

Die künstlerische Inszenierung von Räumen und die Erlebnisse der Teilnehmenden bilden das Zentrum auch des neuesten Projekts, dessen künstlerische Leitung sich Katharina Vorderbrügge mit Bernadette Schnabel aus Hildesheim teilt. Es startete Mitte Mai.

Gefördert von »ChanceTanz«, im Rahmen des Förderprogramms »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung«, ist das Projekt wieder eine Kooperation der Arbeitsgemeinschaft Musik-Szene-Spiel OWL, der LWL-Förderschule Schule am Weserbogen Bad Oeynhausen, des Jugendzentrums der Kulturfabrik Vlotho und des LWL-Bildungszentrums Jugendhof.

Auf Spurensuche in der Innenstadt

Eine Gruppe von 13 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren hat dabei in der Kulturfabrik und im Jugendhof Bewegungsfolgen sowie Tanzsequenzen entwickelt und geprobt. Gleichberechtigt, respektvoll und engagiert probten Teilnehmer mit und ohne sichtbare Behinderung, mit und ohne Fluchterfahrung.

Inspiriert vom Zitat »Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?« von Kurt Marti begaben sich die Teilnehmer auf Spurensuche in der Innenstadt. »Wir fragten uns: Wie kann man das Leben in die Leerstände zurückholen, wie könnte man der fühlbaren Resignation begegnen?«, erzählt Katharina Vorderbrügge.

Ausbrechen aus vorgezeichneten Wegen

Die Gruppe kam ins Gespräch über scheinbar vorgegebene Perspektiven, auch im Hinblick auf die Lebenswege der Teilnehmer. Diese Themen flossen in die entstehenden Szenen ein. Katharina Vorderbrügge: »Für diese Szenen haben wir uns mit den Teilnehmenden auf die Suche nach passenden Drehorten gemacht.«

Die Teilnehmer proben im Keller der Kulturfabrik. Foto: Jürgen Gebhard

Eine Idee der Gruppe war es, Zutritt zu leer stehenden Häusern oder Geschäften in Vlotho zu bekommen, um die Atmosphäre dieser Orte tänzerisch und filmisch nutzen zu können. Das erwies sich allerdings als schwierig. Deshalb wich das Projekt in den Keller der Kulturfabrik sowie in derzeit nicht genutzte Hallen neben dem »Minske-Markt« aus.

Filmpremiere im Burg-Palais geplant

Zurzeit werden die dort entstandenen Szenen vom Filmemacher Norbert Kaase zu einem Kurzfilm zusammengefügt, der am Projektende vor Publikum gezeigt wird. Am Sonntag, 2. Juli, ist es um 19.30 Uhr soweit: Dann können Interessierte sich das Werk auf Burg Vlotho im Palais anschauen. Der Eintritt ist frei. Auch einige Live-Szenen erwarten das Publikum.

»Bei schlechtem Wetter findet die Aufführung in der Kulturfabrik statt«, informiert Katharina Vorderbrügge. Sie freut sich schon auf das dritte gemeinsame Projekt mit der LWL-Förderschule am Weserbogen, das nach den Sommerferien beginnt. Ebenso geht es Schulleiterin Marion Gauert: »Ich merke ganz deutlich an unseren teilnehmenden Schülern, dass sie sich positiv entwickeln: etwa beim Selbstbewusstsein, aber gerade auch körperlich.«

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