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Do., 07.12.2017

Zaria Hassan kann aus dem Gemeindezentrum in Vlotho-Uffeln ausziehen Kirchenasyl vorerst beendet

Das kirchliche Gelände der Uffelner Gemeinde hätte Zaria Hassan ein Jahr lang nicht verlassen können, wenn sein Eilantrag vor Gericht gescheitert wäre.

Das kirchliche Gelände der Uffelner Gemeinde hätte Zaria Hassan ein Jahr lang nicht verlassen können, wenn sein Eilantrag vor Gericht gescheitert wäre. Foto: Joachim Burek

Vlotho (WB/pab). Zaria Hassan kann aus dem Kirchenasyl im Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde Uffeln ausziehen. Das hat Pfarrerin Renate Wefers mitgeteilt.

Der 24-jährige Kurde aus dem Nordirak hatte dort Zuflucht gesucht, weil er seine Überführung nach Bulgarien auf jeden Fall verhindern wollte . Über das Land war er erstmals in die EU eingereist, bevor er 2015 nach Deutschland kam.

Gemäß den Dublin-Vereinbarungen hätte er innerhalb von sechs Monaten nach seinem Erstinterview in Deutschland nach Bulgarien zurückgebracht werden müssen. Diese Frist war verlängert worden, weil Zaria Hassan versucht haben soll, sich der Rückführung durch Flucht zu entziehen.

Verwaltungsgericht gibt Eilantrag statt

Gegen die Fristverlängerung hatte eine Anwältin für Zaria Hassan vor dem Verwaltungsgericht Minden einen Eilantrag eingebracht. Dem wurde nun laut Informationen von Pfarrerin Wefers stattgegeben: »Er darf erst einmal, bis die endgültige Entscheidung im Klageverfahren gefallen ist, nicht nach Bulgarien überstellt werden.«

Zaria Hassan hat sich mit Pfarrhaushündin Kimba angefreundet. Foto: Heike Pabst

Gegen den Eilantrag sei keine Berufung möglich, »aber da müssen wir noch Rücksprache mit der Anwältin halten.« Gemäß internationalem Recht müsste Bulgarien Zaria Hassan nicht wieder zurücknehmen, da Deutschland die Frist von sechs Monaten nicht eingehalten hat.

Therapie im Traumazentrum Bielefeld

»Er darf sich erst einmal wieder frei in Vlotho bewegen«, freut sich Renate Wefers mit ihrem Schützling, den sie am Donnerstag noch ins Rathaus begleitete. »Wir müssen jetzt mit der Stadt und dem Sozialamt sprechen. Es geht darum, wo er ein Zimmer bekommen kann und dass das Sozialamt die Zahlungen für ihn wieder aufnimmt.«

Zudem habe Zaria nun die Möglichkeit, eine Therapie im Traumazentrum für Flüchtlinge in Bielefeld anzutreten. Zaria Hassan hofft nun darauf, dass er im kommenden Sommer eine Lehrstelle bei Alpla in Exter annehmen kann. »Dann hätte er eine ganz gute Chance, vorerst hier bleiben zu können«, so Renate Wefers. Zaria Hassans Ziel ist es, in Deutschland einen Asylantrag zu stellen und als Mechatroniker zu arbeiten.

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