Mi., 14.02.2018

»Forum Natur« führt Biotopschutz- und Pflege-Aktion am Sprickbergweg durch Freud und Leid mit Väterchen Frost

Mit vorschriftsmäßiger Schutzkleidung und einer Motorsäge geht Karl-Heinz Detering dem dichten Gehölz zu Leibe.

Mit vorschriftsmäßiger Schutzkleidung und einer Motorsäge geht Karl-Heinz Detering dem dichten Gehölz zu Leibe. Foto: Gisela Schwarze

Von Gisela Schwarze

Vlotho (WB). »Jeder bekommt das, was er verdient«, sagt Dr. Eckhard Neddermann mit Blick zum Himmel beim Arbeitseinsatz vom Forum Natur. Der Sprecher aller im Forum aktiven Umweltfreunde bezeichnet das Wetter mit Minusgraden und einem steinhart gefrorenen Boden als ideal für die Biotop-Pflegeaktion am Sprickbergweg.

Bereits seit 16 Jahren führt das Vlothoer Forum örtliche Naturschutzmaßnahmen durch. »Vielfach haben wir sogar jährlich zwei Einsätze absolviert«, blickt Hans-Werner Schäfer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Forums, zurück.

»So wird es auch in diesem Jahr kommen, denn wir können heute lediglich die 600 Quadratmeter Hecke auf den Stock setzen. Die bereit stehenden Pflanzlinge für eine neue Hecke mit heimischen Gehölzen müssen wir später setzen, wenn die Erde aufgetaut ist«, fügt er hinzu.

Dass aufgrund des Wetters nicht gepflanzt werden kann, habe auch seinen Vorteil, so Dr. Neddermann: »Wir schaffen in der gewonnenen Zeit viele weitere Arbeiten hier am Gehölz, die wir eigentlich gar nicht mehr vorgesehen hatten.« Demnächst werde zu gegebener Zeit die Pflanzaktion mit den von der Kreisjägerschaft zur Verfügung gestellten Pflanzlingen erfolgen.

Stroh zur Festigung des Untergrunds war unnötig

Das eisige Wetter und der feste Untergrund ersparen dem benachbarten Landwirt Karl-Heinz Lenger eine Menge Arbeit. Noch in der Woche zuvor hatte er bei einer Besichtigung vom Einsatzort, einer Ausgleichsfläche des Landesbetriebs Straßen NRW, angesichts des damaligen tiefen Schlamms auf dem Areal versprochen: »Ich sorge zumindest mit einigen Ballen Stroh im Einfahrtbereich für einen festen Untergrund.« Väterchen Frost hat nun dafür gesorgt, dass er sich diese Arbeit sparen konnte.

Mit mehr als 40 fleißigen Helfern geht die Arbeit auf dem Hanggelände zügig voran. In zweckmäßiger Arbeitskleidung und der einen oder anderen Jacke oder Hose mehr auf dem Körper, mit Schutzhandschuhen und dem notwendigen Arbeitsgerät ausgerüstet, sorgen die Landschaftsgärtner aus Leidenschaft recht schnell für die gewünschten Schneisen und Lichtungen in dem morgens noch dichten Heckengewirr.

Niedrigwild soll sich wieder ausbreiten können

»Natürlich lassen wir Inseln als Unterschlupf und Lebensraum die Tiere«, so Hans-Werner Schäfer. »Schön wäre es, wenn in unserer Region endlich mal wieder Niedrigwild lebenswichtige Bedingungen fände und sich ausbreiten könnte«, wünscht sich der Helfer Heinrich Halewatt.

Mit dabei ist Georg Borchert von der Biologiestation Ravensberg, die bisher die alljährlichen Forums-Aktionen zur Natur- und Landschaftspflege regelmäßig mit viel Zeitaufwand unterstützte. Auch er und seine Leute sorgen dafür, dass permanent die Motorsägen kreischen, das dichte Gehölz gelichtet wird und die Räumaktionen Flora und Fauna im kommenden Frühjahr günstige Lebensbereiche erschließen.

Eine kleine Arbeitspause zwischendurch mit einem Frühstück, das sie Familien Lenger und Detering zubereitet haben, spendet frische Arbeitkraft. Die Stadt Vlotho spendiert die traditionelle wärmende Suppe und die Getränke, die dann mittags zum Aktionsabschluss auf dem Hof Lenger gereicht werden.

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