Do., 08.03.2018

Logistikunternehmen eröffnet zweiten Standort in der ehemaligen Möbelfabrik Knefelkamp hat Nitsche gekauft

Harald Knefelkamp hat die ehemalige Möbelfabrik Nitsche (früher Pecher) an der Detmolder Straße erworben. Mit den noch erforderlichen Arbeiten will er eine Million Euro investieren.

Harald Knefelkamp hat die ehemalige Möbelfabrik Nitsche (früher Pecher) an der Detmolder Straße erworben. Mit den noch erforderlichen Arbeiten will er eine Million Euro investieren. Foto: Jürgen Gebhard

Von Jürgen Gebhard

Vlotho-Exter (WB). Der leerstehende Gebäudekomplex der Möbelfabrik Nitsche an der Herforder Straße in Exter ist verkauft. Das Logistikunternehmen Knefelkamp wird dort in Kürze einen weiteren Standort eröffnen. Bereits vor einem Jahr hatte Harald Knefelkamp die Gebäude des Staubsaugerbeutel-Herstellers Wolf an der Industriestraße erworben.

»Es war eigentlich gar nicht vorgesehen, aber die Hallen an der Industriestraße waren schneller voll als geplant«, sagt der Unternehmer. Auf dem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück stehen dort 5000 Quadratemeter zur Verfügung, die von verschiedenen Betrieben genutzt werden: MIT (Industriearmaturen) aus der Nachbarschaft produziert dort. Zippels Aufzug-Dienst hat seinen Standort von Herford nach Exter verlagert und nutzt 1500 Quadratmeter für Verwaltung und Produktion. Für Alpla (Kunststoffbehälter), Agoform (Kunststoffe) und Fuchs und Böhme (Wasch- und Reinigungsmittel) erledigt Knefelkamp die Lagerlogistik.

Zusätzlich betreibt Nicole Marzog in dem Komplex das auch von zahlreichen Beschäftigten aus dem gesamten Industriegebiet genutzte Bistro »Mahlzeit«. Insgesamt sind in dem Wolf-Gebäude etwa 70 Mitarbeiter beschäftigt, davon 40 bei Knefelkamp.

Ursprünglich hatte Inhaber Harald Knefelkamp vorgehabt, im Laufe des vorigen Jahres seinen angemieteten Standort am Grünen Weg in Herford ganz aufzugeben und hierhin zu verlagern: »Das wird jetzt Mitte des Jahres geschehen, wenn wir die Möbelfabrik Nitsche nutzen.« Das Hochregallager in der Nähe des ehemaligen Löhner Ratio-Marktes wird bestehen bleiben.

Nitsche: Nach Großbrand folgte Insolvenz

Im September 2011 hatte ein Großbrand die Möbelfabrik Nitsche an der Herforder Straße zerstört. Nur die Hallenteile im hinteren Bereich des 20.000 Quadratmeter großen Grundstücks waren unversehrt geblieben. Nach dem Wiederaufbau war die Produktion dann aber nicht wieder wie geplant aufgenommen worden. Die Firma ging in die Insolvenz. Das Gebäude hat der Exteraner Unternehmer im Januar erworben. Einschließlich der noch erforderlichen Arbeiten wird er eine Million Euro investieren.

Die installierte Holzspäneheizung wird in wenigen Tagen im Auftrag des Insolvenzverwalters versteigert. Harald Knefelkamp wird sie – weil in einem Logistikunternehmen keine Holzspäne anfallen – durch eine Ölheizung ersetzen. Bis der Standort wie geplant genutzt werden kann, müssen noch Sanitäranlagen eingebaut, Wände gestrichen, Fliesen verlegt, die Zufahrt gepflastert und eine neue Abwasseranlage eingebaut werden.

Holzlager wird abgerissen

Um die beiden Lkw-Rampen des zweistöckigen Fabrikneubaus nutzen zu können, muss auch noch das Holzlager an der Herforder Straße abgerissen werden. Wenn das Wetter mitspielt und alle Genehmigungen rechtzeitig vorliegen, ist nach Ostern Baubeginn und bereits einen Monat später Fertigstellung.

Das Holzlager muss abgerissen werden. Es versperrt die Zufahrt zu den Rampen. Foto: Jürgen Gebhard

Auf der Hälfte der insgesamt 5000 Quadratmeter Hallenfläche wird die Firma Alpla ein Lager unterhalten. Die andere Hälfte will Knefelkamp für eigene Zwecke nutzen: Im Auftrag der Handelsketten Tedi und Woolworth werden Waren aus dem Zentrallager abgeholt. Vom Logistikstandort in Exter werden dann die Filialen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt versorgt.

Die Firma Knefelkamp besteht seit 1995. Harald Knefelkamp betrieb damals acht Lebensmittelmärkte und belieferte bis vor einigen Jahren Gefängnisse mit Lebensmitteln und mit Gütern des täglichen Bedarfs für die Insassen. Seit 2007 hat das Unternehmen zunächst parallel zu den Aktivitäten als Gefängnislieferant den Logistikbereich aufgebaut. Schwerpunkt ist die so genannte Intralogistik mit Kommissionieren, Konfektionieren und Lagern. 13 eigene Fahrzeuge sind im Einsatz.

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