Di., 17.04.2018

Erinnerungen an die Vlothoer Bierbrauerei Volbracht im Heimatmuseum Ein Prosit auf die alte Zeit

Es ist ein erfrischendes Erlebnis in der Kulturfabrik: Monika Sellmann und Bernd Büschenfeld schenken für die Gäste frisch gezapftes Bier aus. Der Heimatverein hatte sich das Konzept für eine besondere Veranstaltung einfallen lassen.

Es ist ein erfrischendes Erlebnis in der Kulturfabrik: Monika Sellmann und Bernd Büschenfeld schenken für die Gäste frisch gezapftes Bier aus. Der Heimatverein hatte sich das Konzept für eine besondere Veranstaltung einfallen lassen. Foto: Frank Lemke

Von Frank Lemke

Vlotho (WB). Vlotho war früher weit über seine Grenzen hinaus für sein Bier bekannt. Der Heimatverein Vlotho hat die Geschichte der Brauerei Volbracht mit frisch Gezapftem und einer herzhaften Biersuppe in der Kulturfabrik erzählt.

 

So wurde das Fass früher angestochen: »Dies ist der Zapfhahnbuchseneindreher«, sagte Udo Kohlmeier und zeigte den Gästen ein gebogenes Stück Eisen, welches früher in die Fässer gedreht wurde. Das Anstechen war eine Kunst für sich. Der Braumeister brauchte viel Fingerspitzengefühl, damit das Bier im Krug und nicht auf dem Boden landete.

Geschichte der Brauerei

»Herr Volbracht hatte große Pläne für seine Brauerei«, sagte Wilfried Sieber von der Geschichtswerkstatt Exter. Der Historiker sprach über die Geschichte der Vlothoer Brauerei. 1873 wurde sie ausgebaut. Das Bier von Braumeister Schmidt wurde als vortreffliches Gebräu weit über die Grenzen Vlothos hinaus bekannt. Zur Kühlung hatte Volbracht extra einen Bierkeller in den Berg getrieben.

»Da steht jetzt die abgebrannte Pommesbude vor«, sagte August Wilhelm König von der Geschichtswerkstatt. Von dem ganzen Gelände an der Weserstraße sind nur der Keller, das Maschinenhaus oben auf dem Berg und ein weiteres Gebäude erhalten geblieben. Die Brauerei wurde bei der Verbreiterung der Bundesstraße abgerissen.

Spielplatz Wassertunnel

Rosemarie Viole erinnerte sich, wie sie als Kind an der Weser gespielt hat: »Unter der Straße sind zwei gemauerte Tunnel. Einer davon führte Wasser von der Brauerei. Wir haben da gespielt«, sagte sie. Das Wasser für das Bier stammte von Quellen bei der Straße Döhrs Kamp. Es soll eine hervorragende Qualität gehabt haben.

Bier und Biersuppe nach altem Rezept

Nach dem Vortrag der Geschichtswerkstatt schenkte der Heimatverein Bier aus: 30 Liter Herforder Pils. Barbara Büschenfeld hatte für die 60 Gäste eine Biersuppe gekocht. »Ich habe mich an das alte Rezept gehalten«, sagte sie. Drei Tage lang kochte sie Brühe, ließ sie erkalten, schöpfte Fett davon ab, garte das Gemüse vor, gab es zurück in den Topf zu dem Rindfleisch, den Knochen und dem Kalbsfleisch, schmeckte immer wieder ab und gab am Ende die wichtigste Zutat hinzu: 1,5 Liter Altbier. Der Aufwand hat sich gelohnt. Den Gästen hat das Bier und die Biersuppe sehr gut geschmeckt.

 

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