Sa., 05.05.2018

Journalistin Caroline Wiemann leitet Workshop im Weser-Gymnasium Fakten statt Fake-News

Schulleiter Jörg Twele begrüßt seine ehemalige Schülerin Caroline Wiemann. Die mit Preisen ausgezeichnete Journalistin hat unter anderem an der Sorbonne in Paris und an der Deutschen Journalistenschule studiert und arbeitet jetzt als Datenredakteurin bei dpa.

Schulleiter Jörg Twele begrüßt seine ehemalige Schülerin Caroline Wiemann. Die mit Preisen ausgezeichnete Journalistin hat unter anderem an der Sorbonne in Paris und an der Deutschen Journalistenschule studiert und arbeitet jetzt als Datenredakteurin bei dpa. Foto: Jürgen Gebhard

Von Jürgen Gebhard

Vlotho (WB). Sollten Medien die Nationalität eines mutmaßlichen Straftäters nennen? War es richtig, das Foto des am Strand liegenden toten Flüchtlingskindes Aylan zu veröffentlichen? Woran erkennt man Fake-News? Mit diesen und ähnlichen Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe EF des Weser-Gymnasiums am »Tag der Pressefreiheit« beschäftigt.

Das Weser-Gymnasium feiert in diesem Jahr 150-jähriges Bestehen. In diesem Rahmen werden ehemalige Abiturienten, die jetzt als Experten ihres Faches gelten, als Referenten eingeladen. Dazu gehören der in den USA forschende Physiker Professor Gerd Kortemeyer ebenso wie die im Kalletal lebende Psychotherapeutin Anke Bebermeier.

Den Auftakt hat in dieser Woche die mit dem Helmut-Schmidt-Nachwuchspreis 2017 ausgezeichnete Absolventin der Deutschen Journalistenschule Caroline Wiemann (Abijahrgang 2011) gemacht. »Sie war eine super Schülerin, sie hatte nur Einsen – bis auf Bio«, erinnerte sich Schulleiter Jörg Twele.

Die junge Frau war bereits im Vorfeld der Bundestagswahl im Weser-Gymnasium beim Sprachentag zu Gast und thematisierte dabei unter anderem die Vorgehensweise der »Sozialen Medien«.

Eine zweite Quelle entlarvt Falschmeldungen

In drei Gruppen leitete Caroline Wiemann nun in ihrer alten Schule einen Workshop für die Jahrgangsstufe EF, die frühere Stufe zehn. Dabei ging es unter anderem darum, echte von gefälschten Nachrichten zu unterscheiden. Eine zweite Quelle helfe dabei, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Auffällige Rechtschreibfehler seien ein wichtiges Indiz für Fake-News – ebenso wie der Verzicht darauf, die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen.

Sie zeigte auf, welche Bedeutung Persönlichkeitsrechte haben, was der Presse-Kodex vorgibt und erklärte, wie in seriösen Medien journalistisch gearbeitet  wird.

Mit roten und grünen Karten ließ sie die Schüler abstimmen: »Sollte die Nationalität eines  mutmaßlichen Straftäters genannt werden?«, »War es richtig, das Foto des am Strand liegenden toten Flüchtlingskindes Aylan zu veröffentlichen?«

Schüler berichten über ihre Mediennutzung

Argumente dafür und dagegen wurden ausgetauscht. Auch die Frage, wie mit Statistiken umgegangen werden sollte, wurde diskutiert. Die Journalistin, die derzeit als Datenredakteurin bei der Deutschen Presseagentur arbeitet, sagte, dass es wichtig sei, die Zahlen vernünftig zu erklären und in den richtigen Zusammenhang zu stellen.

Die Schüler beteiligen sich interessiert an den Diskussionen. Foto: Jürgen Gebhard

Caroline Wiemann befragte die Schülerinnen und Schüler nach deren Mediennutzung: Die Tagesschau werde nur noch gelegentlich geschaut, ansonsten spiele das Fernsehen höchstens noch online eine sehr kleine Rolle. Bevorzugt würden Filme auf Youtube mit schnellen Schnitten, junger Sprache und jungen Leuten. Facebook werde gar nicht mehr genutzt. 

Eine Nachrichten-App auf dem Smartphone habe kaum ein Schüler installiert. Einige überregionale Medienhäuser versuchten, dagegenzuhalten und mit neuen Formaten die junge Generation zu begeistern. Im Elternhaus abonnierte Lokalzeitungen würden von der jungen Generation gelesen, vor allem, um sich verlässlich über das aktuelle Geschehen vor Ort zu  informieren.

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