Mo., 01.01.2018

Kreis-Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst in Brakel zieht Jahresbilanz – 28.066 Einsätze Rauchmelder-Pflicht trägt erste Früchte

Die Rettungswache in Brakel: Die langjährigen Mitarbeiter Ralf Meyer (links) aus Ovenhausen und Rolf Breker aus Nieheim haben über den Jahreswechsel Dienst. Um Mitternacht wünschen sie sich gegenseitig ganz unspektakulär ein gutes neues Jahr und sehen sich, sofern das Einsatzgeschehen es zugelassen hat, aus dem Fenster das Feuerwerk über Brakel an.

Die Rettungswache in Brakel: Die langjährigen Mitarbeiter Ralf Meyer (links) aus Ovenhausen und Rolf Breker aus Nieheim haben über den Jahreswechsel Dienst. Um Mitternacht wünschen sie sich gegenseitig ganz unspektakulär ein gutes neues Jahr und sehen sich, sofern das Einsatzgeschehen es zugelassen hat, aus dem Fenster das Feuerwerk über Brakel an. Foto: Sabine Robrecht

Brakel (WB/sos). In der Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst des Kreises Höxter hat auch 2017 das Telefon zu keiner Stunde still gestanden. Das Team organisierte und koordinierte 28.066 Einsätze.

Diese Bilanz hat Johannes Ritter, Chef der Leitstelle, am ersten Tag des Jahres 2018 vorgelegt. Von den 28.066 Einsätzen waren im Rettungsdienst 26.502 und im Bereich Feuerwehr 1.564 Einsätze zu verzeichnen.

Jahreswechsel-Bilanz

Die Leitstelle des Kreises Höxter hat zum Jahreswechsel 50 Einsätze koordiniert. Das waren zehn mehr als im Vorjahr. Die Masse der Einsätze befand sich im Bereich des Rettungsdienstes.
Für die Feuerwehren begann der Jahreswechsel ruhig. Es waren verteilt über den Kreis sechs kleinere Brandeinsätze zu bewältigen. Unter anderem geriet am Silvesterabend um 21.16 Uhr in Bad Driburg ein Mülleimer in Brand. In Bellersen fing eine Hecke Feuer. Reste vom Feuerwerk brannten um 2.11 Uhr in Bad Driburg. Drei Minuten später geriet in Brakel ein Container in Brand.
Der Rettungsdienst musste 44 Einsätze bearbeiten. »Erfreulicherweise hat die Zahl der Einsätze, die aus unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern resultieren, abgenommen«, bilanziert der Chef der Leitstelle, Johannes Ritter. »Es kam nur zu einem Einsatz.« Ein Großteil der Rettungsdiensteinsätze war auf zu viel Alkohol zurückzuführen.
In der Leitstelle Dienst hatten Rolf Breker, Andreas Groppe und Ralf Meyer (Silvester) sowie Matthias Brüning, Andre Meyer und Ulrich Sternberg (Neujahr).

Die Einsätze bezogen sich auf Hilfeersuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kreis Höxter sowie den Gebieten angrenzender Kreise und Länder, die die Leitstelle Kreis Höxter in der Notfallrettung mit versorgt.

Region von Unwettern verschont

Gegenüber 2016 mit 26.492 Einsätzen (24.844 Rettungsdienst und 1.648 Feuerwehr) stieg das Aufkommen im Rettungsdienst leicht an, während das der Feuerwehr leicht zurückging. »Ein Grund für die rückläufige Zahl der Feuerwehreinsätze war, dass der Kreis Höxter in 2017 glücklicherweise von schwerwiegenden Unwettern größtenteils verschont blieb«, erläutert Johannes Ritter..

Wehren konnten frühzeitig eingreifen

Erste Früchte trägt die Brandfrüherkennung: Seit dem 1. April 2013 besteht die Rauchmelder-Pflicht für Neu- und Umbauten. Seit dem 1. Januar 2017 gilt dies auch für alle bestehenden Wohnungen (mindestens je ein Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtwege dienen). Im Jahr 2017 wurden 22 Brände durch eingebaute Rauchmelder frühzeitig erkannt. So konnten Bewohner die Wohnungen rechtzeitig verlassen oder Nachbarn, die den Melder gehört haben, frühzeitig einen Notruf über die Telefonnummer 112 absetzen. Leib und Leben wurden dadurch vor gesundheitlichen Folgen geschützt. Darüber hinaus konnten die Feuerwehren durch ihr frühzeitiges Eingreifen in vielen Fällen den materiellen Schaden in Grenzen halten.

Zentrale Atemschutzwerkstatt

Zu den neuen Herausforderungen gehörte die zentrale Atemschutzwerkstatt für die Feuerwehren im Kreis Höxter in Brakel. Die 2017 begonnenen Umbauarbeiten liegen im Plan, die Inbetriebnahme ist für Juli 2018 geplant. Für die Feuerwehren ergibt sich durch die neue Atemschutzwerkstatt in Bezug auf die Reparatur, Wartung, Reinigung und Auslieferung der Atemschutzgeräte künftig ein Rundum-Service.

Dem Neubau der Atemschutzwerkstatt schließt sich in 2018 eine Erweiterung der Kreisleitstelle an. Konkret ist die Erweiterung von jetzt vier auf dann sechs Disponenten-Arbeitsplätze geplant. Hintergrund ist die Vernetzung der drei Leitstellen der Kreise Höxter, Lippe und Paderborn. Die erste Maßnahme für diese Vernetzung – eine gemeinsame Telefonanlage – ist seit Jahresende in allen drei Leitstellen in Betrieb.

NINA warnt jetzt auch vor Gefahren im Kreis Höxter

Durch die Vernetzung soll zum Beispiel bei einem Ausfall einer Leitstelle oder bei Großschadensereignissen die Erreichbarkeit stets gewährleistet sein. Sollten etwa in Brakel im Ernstfall alle Leitungen belegt sein, wird ein Notruf in einer der Nachbarleitstellen angenommen.

Die Leitstelle ist an das modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) mit Nutzung der Warn-App NINA angebunden. »NINA« ist die Notfall-, Informations- und Nachrichten-App des Bundes. Sie warnt jetzt auch vor größeren Gefahren im Kreis Höxter. Neben der Warnfunktion bietet die kostenlose App auch Notfalltipps wie etwa Checklisten für einen Notvorrat, einen Notfallrucksack oder die Hausapotheke.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5394305?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851031%2F