Mo., 12.02.2018

Bad Driburger Karnevalisten erobern Schlüssel – Gag-Feuerwerk bei närrischer Sitzung »Rot-Weiß« regiert im Rathaus

Von Frank Spiegel

Bad Driburg (WB). Ob Jamaika, Schwarz-Rot oder Rot-Grün – die Bad Driburger Karnevalisten haben gestern politischen Farbenspielen im Rathaus eine klare Absage erteilt. »Wir hier in Bad Driburg müssen nicht monatelang verhandeln, um zu wissen, auf welche Koalition wir uns verlassen: Rot-Weiß!«, rief Karnevalspräsident Jochen Blum den Gästen im Rathaussaal zu.

Den hatten sich die Karnevalisten mit Hilfe der Stadtgarde erkämpfen müssen. Prinzessin Birgit hatte es zuvor im Guten versucht und Bürgermeister Burkhard Deppe um den Schlüssel gebeten – der ließ sich jedoch nicht erweichen. Von der Stadtgarde wurde er daher – mit Prinzenjacke und -mütze versehen – im Leonardo-Brunnen festgesetzt. Wenig später gab Deppe den Widerstand auf und rückte den Schlüssel für das Rathaus heraus.

Volle Säle, brausende Stimmung

»Volle Säle, brausende Stimmung, Gelassenheit und Scharfsinn, Phantasie und Glanz« – so charakterisierte Jochen Blum wenig später bei seiner Begrüßung im Ratssaal die verhältnismäßig kurze Session, die unter dem Motto »Ob Jecke, Glamour oder Gardist, mer fiere zesamme, dat is jewess« stand.

Prinz Ludger I. sei das beste Beispiel für den Wahrheitsgehalt des Mottos. Denn erstmals komme der Bad Driburger Prinz nicht aus Bad Driburg, sondern aus dem Steinheimer Land, der selbsternannten heimlichen Hauptstadt des ostwestfälischen Karnevals. Jochen Blum stellte hingegen klar: »Doch wir stehen hier nicht in der heimlichen, sondern der wahren Hauptstadt des ostwestfälischen Karnevals. Und genau hier hängt seit über 16 Jahren das Herz von Prinz Ludger.« Der Zusammenhalt untereinander habe die Session zu einer ganz besonderen gemacht.

Rainer Pirsig führt durch Programm

Neben dem Prinzenpaar mit Prinzenführer Achim Surmann hieß der Präsident auch das Seniorenprinzenpaar Prinz Klaus I., der Charmante und dessen Prinzessin Anita, die Lebensfrohe willkommen, den Hausherrn Burkhard Deppe und zahlreiche Honoratioren aus den Reihen der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiße Garde.

Durch das Programm führte ein bestens aufgelegter Rainer Pirsig. Bester Dinge war auch die Tanz- und Prinzengarde – auch wenn die Mitgliederzahl krankheitsbedingt von zwölf auf sechs geschrumpft war. Aber auch die verbliebenen Gardistinnen verstanden es, mit ihrem Marschtanz den Saal in Stimmung zu versetzen.

»Tolle Idee vor dem Herrn«

Auch Bürgermeister Burkhard Deppe trat in die Bütt und begrüßte die Gäste. Zudem kommentierte er das Leben in der Stadt, zum Beispiel die »tolle Idee vor dem Herrn« der Gemeinde St. Peter und Paul, neue Glocken anzuschaffen. Mit einem Vers unterstütze er dieses Projekt gern: »Spendet reichlich alle für das neue Gebimmel, dann kommt Ihr auch später alle in den Himmel.«

Auch das sportliche Geschehen in der Badestadt nahm er aufs Korn. »Damen-Tischtennis sogar im Europapokal – die heimischen Fußballer orientieren sich eher lokal«, sagte Deppe und erntete Applaus.

Blick über die Egge

Auch der Blick über die Egge – in diesem Fall in sportlicher Hinsicht – kam gut an. Der TuS Bad Driburg habe so manche Pleite erlebt. »Drum hat der TuS im letzten Herbst den Trainer entlassen – der kam aus Altenbeken und konnt’s kaum fassen. Klassenerhalt war wohl das Ziel. Ich schwör’s: Ich hatt meine Finger dabei nicht im Spiel«, reimte Deppe.

Pastor Lauschus, Tante Fine sowie die Glamour-Girls trugen darüber hinaus zu einem gelungenen Programm im Rathaus bei. Für die passende Stimmungsmusik sorgte Julian Fornefeld.

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