So., 18.02.2018

Nachwuchs aus dem Kreis Höxter bei »Jugend forscht« und »Schüler experimentieren« erfolgreich Dem »Ding« auf der Spur

Beim Baden im Teich sind Joost Menke (von links), Leon Schikyr und Felix Weißenborn auf ein »Ding« getreten, das sich als Teichmuschel herausstellte. Der Forschergeist wurde geweckt und am Wochenende in Paderborn belohnt.

Beim Baden im Teich sind Joost Menke (von links), Leon Schikyr und Felix Weißenborn auf ein »Ding« getreten, das sich als Teichmuschel herausstellte. Der Forschergeist wurde geweckt und am Wochenende in Paderborn belohnt. Foto: Greta Wiedemeier

Von Greta Wiedemeier

Paderborn/Bad Driburg/Beverungen (WB). Der perfekte Lichtwecker, die Stickoxidbelastung in Abgasen oder der Manganknollenabbau in der Tiefsee: »Bei ›Jugend forscht‹ entdeckt man immer wieder brandaktuelle, aber auch unorthodoxe Themen, auf die selbst Fachleute oft nicht kommen würden«, fassen die Verantwortlichen von »Jugend forscht« die Ideenvielfalt der 62 Teilnehmer zusammen.

Aus dem Kreis Höxter waren am Samstag 13 Projekte im Heinz-Nixdorf-Museums-Forum beim Regionalwettbewerb in Paderborn zu bestaunen.

Fabian Schachteli, Philipp Eckhardt und Jonas Falke vom Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg beschäftigten sich mit dem Phänomen des Lichtweckers. »Wir wollten herausfinden, ob blaues Licht wirklich wach und rotes Licht wirklich müde machen kann und haben das in einer eigenen kleinen Studie getestet«, berichteten sie. Dafür haben sie einen Mini-Computer, den »Raspberry Pi«, so programmiert, dass zur richtigen Uhrzeit das richtige Licht eingeschaltet wurde. »Das war schon ein Sprung ins kalte Wasser, zum ersten Mal zu programmieren, aber es hat großen Spaß gemacht.«

Das Ergebnis ihrer Studie: Alleine vom Licht wurden sie zwar nicht wach, die stimulierende beziehungsweise einschläfernde Wirkung verschiedener Farben konnten sie aber deutlich nachweisen. Das überzeugte auch die Fachjury, die die drei Jungforscher mit dem zweiten Preis der Kategorie Physik auszeichnete.

Leidenschaft für Computerspiele honoriert

Dass sogar eine Leidenschaft für Computerspiele im Wettbewerb honoriert werden kann, bewiesen Todor Svatovski und Fabian Schachteli, ebenfalls vom Gymnasium St. Xaver, die mit ihrer Forschung den zweiten Platz im Bereich Technik belegten. Sie haben eine Simulation entwickelt, mittels derer sie die Flugbahn der Geschosse eines Triboks vorhersagen können.

»Das ist ein weiterentwickeltes Katapult, das mit Hilfe eines Gegengewichts massive Geschosse über Mauern der feindlichen Festungen katapultiert«, erklärte Fabian Schachteli. Genutzt wird es heute in diversen Computerspielen. Dabei können die Elftklässler nun genau errechnen, welchen Abstand sie brauchen und wie schwer ihr Geschoss sein darf, um die optimale Wirkung zu erzielen.

Water-Watchers holen zweiten Preis

Einen zweiten Preis belegte das Projekt der Water-Watchers Nyemat Zayed und Pia-Sophie Weber vom Gymnasium Steinheim (Bericht auf der Seite Ostwestfalen-Lippe im überregionalen Teil).

Noch weitere »Jugend forscht«-Preise gingen an Schüler aus dem Kreis: Amelie Heidenreich vom Städtischen Gymnasium Beverungen konnte die Jury mit ihren »Untersuchungen zur Veränderung der zoologischen Artenvielfalt in der Tiefsee des Pazifiks durch den Manganknollenabbau« überzeugen und holte den zweiten Platz in Biologie.

Sonderpreis Umwelt

Über den »Sonderpreis Umwelt« konnte sich Elena Kirch, ebenfalls aus Beverungen, freuen. Die 15-Jährige untersuchte das Vorkommen von Ektoparasiten an Fledermäusen im Kreis Höxter.

Den dritten Preis in der Physik erhielt Lukas Güthoff vom Gymnasium Brede in Brakel, der einen Vergleich der Genauigkeit der Höhenbestimmung durch die barometrische Höhenformel und durch GPS unternahm.

»Schüler experimentieren«

Neben dem Hauptwettbewerb gibt es außerdem die Juniorensparte »Schüler experimentieren« für all diejenigen, die noch keine 15 Jahre alt sind. Als talentierte Biologinnen präsentierten sich dort Madlena Markus und Lotta Lüke vom Gymnasium St. Xaver, die herausfinden wollten, ob die Gewässer-Renaturierung am Beispiel des Hilgenbachs in Bad Driburg eine effektive Maßnahme war. Über eine Dauer von zwei Jahren haben sie durch viele Gewässerproben, Gespräche mit ihren Lehrern und den für die Renaturierung Zuständigen der Stadt Bad Driburg immer mehr über diese Maßnahme erfahren und wollen ihr Projekt auf jeden Fall noch weiterführen. Belohnt wurde ihr bisheriger Einsatz mit einem zweiten Preis im Fachgebiet Biologie.

Joost Menke, Felix Weißenborn und Leon Schikyr vom Städtischen Gymnasium Beverungen durften sich bei der Siegerehrung der Juniorensparte gleich zweimal freuen: Ihnen wurde sowohl der zweite Platz des Fachgebiets Biologie als auch der Sonderpreis Umwelt verliehen.

Vorkommen der Gemeinen Teichmuschel untersucht

In ihrem Projekt untersuchten sie das Vorkommen der Gemeinen Teichmuschel im Baggersee bei Meinbrexen. »Wir waren gemeinsam schwimmen, da sind wir auf irgendein undefinierbares Ding getreten«, erzählte Leon Schikyr. Dieses »undefinierbare Ding«, die Gemeine Teichmuschel, haben sie dann kurzerhand zu ihrem Forschungsprojekt gemacht.

Bastian Lange (13) vom Städtischen Gymnasium Steinheim erhielt für sein Projekt »Voyager« den »Sonderpreis Erneuerbare Energien« bei »Schüler experimentieren«. Er arbeitete an der Entwicklung eines wasserstoffbetriebenen Elektrobootes.

Wie in einem Einkaufsladen

»Bei Jugend forscht ist es wie in einem Einkaufsladen – man nimmt immer eine Tragetasche voll Ideen mit nach Hause«, stellte Dr. Carsten Penz, Landeswettbewerbsleiter von Nordrhein-Westfalen, nach dem Regionalwettbewerb in Paderborn fest.

Das konnten auch die Forscher aus dem Kreis Höxter bestätigen, denn auch wenn sich in diesem Jahr niemand von ihnen für die Landeswettbewerbe qualifizieren konnte, ist die Lust aufs Forschen bei allen von ihnen geweckt.

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