Di., 26.12.2017

Jürgen Drews über Partys auf Mallorca und Weihnachtsfeste in der Nachkriegszeit Jürgen Drews: »Ich bin kein Feiertyp«

Treuer Augenaufschlag, gewinnendes Lächeln: Jürgen Drews, der selbsternannte »König von Mallorca«, kann auch ein bisschen leiser auftreten.

Treuer Augenaufschlag, gewinnendes Lächeln: Jürgen Drews, der selbsternannte »König von Mallorca«, kann auch ein bisschen leiser auftreten. Foto: dpa

Bielefeld (WB). 72 Jahre alt und kein bisschen müde: Der Schlagerstar Jürgen Drews geht auf Tour und kommt für drei Konzerte nach Ostwestfalen-Lippe. Philipp Bülter hat mit dem »König von Mallorca« über Weihnachten und die Partykultur gesprochen.

Sie sind im April 1945 in Nauen in Brandenburg geboren, in Ihrem Pass ist als Geburtsort aber Berlin eingetragen. Warum?

Jürgen Drews: Mein Vater kam als Arzt mit meiner Mutter aus Norwegen in das zerbombte Berlin zurück und fand keinen Kreißsaal. In diesem kleinen Ort Nauen aber gab es einen. Also sind sie dort hingefahren, ich kam zur Welt, und wir waren schnell wieder weg. Meine Papiere wurden erst in Berlin erstellt. Aber ich lasse die Angabe wohl eher nicht mehr ändern (lacht).

 

Weihnachten steht vor der Tür. Was haben Sie für Erinnerungen an Ihre ersten Weihnachtsfeste als Kind in der Nachkriegszeit?

Drews: Wir waren privilegiert und hatten eigentlich alles: einen riesigen Baum, silbernes Lametta und tolle Geschenke. Als ich fünf Jahre alt war, habe ich einen Dackel bekommen und ihn Bürschi getauft. Ich bin damals ausgerastet vor Freude.

 

Und wie feiern Sie mittlerweile Weihnachten mit Ihrer Familie?

Drews: Leider musste meine Schwiegermutter zuletzt zur Behandlung ins Herzzentrum nach Bad Oeynhausen, deshalb wissen wir noch nicht, ob sie mit uns gemeinsam feiern kann. Ansonsten feiere ich mit meiner Frau Ramona und unserer Tochter Joelina. Wir schmücken einen Baum, sitzen gemütlich zusammen und führen Gespräche, zu denen man sonst nicht kommt. Ramona und ich schenken uns nichts – nur unserer Tochter.

 

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Ich habe eine gute genetische Disposition.

Jürgen Drews

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Als Künstler sehen viele in Ihnen den »König von Mallorca«. In einem Interview sagten Sie kürzlich, dass Sie den Ballermann nicht mögen. Sie treten dort aber trotzdem weiter auf . . .

Drews: Ich bin privat kein Feiertyp, trinke keinen Alkohol und mag dieses exzessive Trinken und Feiern nicht. Das als Künstler auf der Bühne zu erleben ist aber das Geilste! Ich habe großen Spaß daran. Man muss da also differenzieren.

 

Sie sind 72 Jahre alt, stehen seit Jahrzehnten auf der Bühne. Haben Sie im Leben private Dinge verpasst?

Drews: Nein, ich verpasse nichts. Es kommen nach wie vor viele Anfragen, mein Büro sagt aber auch Dinge für mich ab.

 

Wie haben Sie es geschafft, so fit und agil zu bleiben?

Drews: Ich habe eine gute genetische Disposition, lebe nicht zu exzessiv, fühle mich wohl in meiner Haut und esse alles – aber in Maßen. Und ich liebe meine Frau ohne Ende, das hilft ebenfalls.

 

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Eigentlich bin ich ja bescheuert, dass ich das alles noch mache.

Jürgen Drews

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Ihre Tochter Joelina arbeitet auch als Sängerin, bisweilen in den USA, genau wie Sie früher. Freuen Sie sich, dass sie in Ihre Fußstapfen tritt?

Drews: Natürlich, als Papa macht mich das stolz. Joelina macht vor allem R’n’B und hat ein ganzes Arsenal an Titeln. Sie ist eine sehr gute Sängerin und könnte meinetwegen gerne noch etwas kommerzieller arbeiten.

 

Im nächsten Jahr kommen Sie im Rahmen Ihrer »Es war alles am besten Tour« für drei Konzerte nach Ostwestfalen-Lippe (16. März Beverungen, 23. März Bielefeld, 20. Oktober Delbrück – Termin verlegt vom 15. April; Karten in allen WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstellen.) Worauf können sich Ihre Fans in der Region freuen?

Drews: Wir kommen mit unserer Band, mit Bläsern, Sängerinnen und Tänzern. Ich werde auch ein Banjo-Solo spielen und insgesamt mehr als zwei Stunden auf der Bühne stehen. Das ist anstrengend, macht mir aber einfach Riesenspaß (lacht). Die Tour wird eine Zeitreise zu dem, was ich musikalisch gut gefunden habe und immer noch gut finde.

 

Welche Projekte planen Sie für die Zukunft?

Drews: Eigentlich bin ich ja bescheuert, dass ich das alles noch mache, aber es gefällt mir eben gut. (lacht) Ich werde in St. Anton bei den »Après-Ski-Hits« moderieren und freue mich vor allem auf die Tour. Zwischendurch machen wir aber auch Urlaub, am liebsten Ramona und ich zu zweit zu Hause in Dülmen. Meine Passion ist es, dort zu komponieren. Wenn ich kreativ im Studio arbeite, bin ich glücklich.

Hier gibt’s Ticket für die Veranstaltungen in Ostwestfalen-Lippe.

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