So., 24.12.2017

Student Julian Wäsche (22) aus Jakobsberg erlebt in Schweden eine aufregende Zeit Weihnachtsfest im Land der Elche

Julian Wäsche posiert in Jakobsberg – wohlgemerkt im schwedischen Jakobsberg und nicht in seiner Heimat im Weserbergland.

Julian Wäsche posiert in Jakobsberg – wohlgemerkt im schwedischen Jakobsberg und nicht in seiner Heimat im Weserbergland. Foto: Privat

Von Christopher Lingnau

Stockholm/Jakobsberg (WB). Von seiner Haustür im beschaulichen Jakobsberg bis zum beleuchteten Riesen-Elch in der schwedischen Hauptstadt Stockholm liegen mehr als 1200 Kilometer. Student Julian Wäsche legt noch eine Schippe drauf – und verbringt diese Weihnachten sogar am obersten Zipfel Skandinaviens, 2500 Kilometer fernab seiner geliebten Heimat.

Statt Heiligabend besinnlich mit seiner Familie beim traditionellen Weihnachtsessen zu verbringen, feiert der Student sozusagen genau dort, wo der Weihnachtsmann selbst zuhause ist – in Lappland. »Ich feiere das Fest der Feste ohne meine Eltern und Schwester. Es ist ein komisches Gefühl, aber ich freue mich auch auf die spannende Möglichkeit, die Weihnachtstradition in ein einem ganz anderen Land kennenlernen zu dürfen«, sagt der Jakobsberger Julian Wäsche. Der Student verbringt zurzeit im Rahmen seines Wirtschaftsmathematikstudiums ein Auslandssemester in Stockholm. Das WESTFALEN-BLATT erreichte ihn dort telefonisch.

1230 Kilometer bis nach Lappland

Über die Feiertage fährt der 22-Jährige mit anderen Studenten sogar in die nördlichste Stadt Schwedens – Kiruna in Lappland. »Die Strecke Stockholm-Kiruna ist mit 1230 Kilometern etwa genauso lang wie die Strecke Jakobsberg-Stockholm. Da wird einem erst mal deutlich, wie groß dieses Land tatsächlich ist«, sagt Wäsche. Unweit der Heimat des Weihnachtsmannes wollen die Studenten mit Schlittenhunden und Schneemobilen durch die schneebedeckten Weiten Lapplands fahren und nach einem für Skandinavien typischen Saunabesuch ein Bad in den eisigen Seen nehmen. »Außerdem werden wir eine einheimische Sami-Familie mit Rentieren besuchen. Die Samen sind ein indigenes Volk im Norden Skandinaviens und Finnlands«, freut sich der Jakobsberger auf die anstehenden Abenteuer.

Heiligabend im Nationalpark

Heiligabend verbringt die junge Reisegruppe im Abisko-Nationalpark, wo sie in Wohnkabinen nächtigt. »Nach einem gemeinsamen Essen werden wir Geschenke austauschen und den Abend mit einem Lagerfeuer am See ausklingen lassen. Ich freue mich schon sehr, endlich mal wieder weiße Weihnachten erleben zu können«, sagt Julian Wäsche. In der schwedischen Weihnachtstradition stellt das Lucia-Fest am 13. Dezember immer einen besonderen Höhepunkt dar. »An diesem Tag finden morgens im ganzen Land Lucia-Umzüge statt, bei denen ein zur Lucia gekürtes Mädchen die Ehre zuteil wird, in einem weißen Gewand und mit Lichter-Krone geschmückt, Licht in die dunklen Wintertage zu bringen.«

Lichterketten in Elch-Form

Auch kleinere Weihnachtsmärkte findet man in Schwedens Hauptstadt, jedoch könne man diese nicht mit der Größe von deutschen Märkten vergleichen. »Auf den Märkten wird der schwedische Glühwein Glögg verkauft, dem traditionell Rosinen und Mandeln hinzugefügt werden«, erzählt Wäsche. Typisch schwedisch ist außerdem eine »Fika«. Damit bezeichnen die Schweden eine Kaffeepause, bei der man sich mit Freunden oder Kollegen trifft und schwedisches Gebäck isst, wie zum Beispiel »Kanelbullar« (Zimtschnecken) oder »Chokladbollar« (Schokoladenkugeln). »Die Fika ist allgegenwärtig und im schwedischen Alltag fest verankert, so dass man auch als Austauschstudent nicht um sie herum kommt. Die weihnachtliche ›Fika‹ dreht sich vor allem um ›Pepparkakor‹ (Pfefferkuchen) und ›Lussekatter‹ (Hefegebäck mit Safran)«, zählt der seit August in Schweden lebende Student auf. Lichterketten in Form von nordischen Tieren wie Elche oder Rentiere hüllen Stockholm zusätzlich in ein weihnachtliches Ambiente.

Sehnsucht nach der Heimat

An Zuhause denkt Julian Wäsche dennoch oft in dieser Zeit: »Es kommt schon Heimweh auf. Man sehnt sich nach der vertrauten, gemütlichen Heimat, wo Kekse gebacken und die Feiertage vorbereitet werden. Ich wünsche allen, insbesondere meiner Familie, Freunden sowie meiner Freundin von hier aus schöne und besinnliche Feiertage.« Der Jakobsberger hat sogar noch einen schwedischen Gruß parat: »God jul och ett gott nytt år« (Gute Weihnachten und ein gutes neues Jahr).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5377347?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F