Fr., 29.12.2017

Uwe Raulfs aus Wehrden restauriert mit ökologisch nachhaltigen Baumethoden »Bevor alles zusammenfällt«

Stolz auf das Ergebnis: Der 54-jährige Uwe Raulfs aus Wehrden steht vor dem schmalen Fachwerkhaus in der Weredunstraße, das er mit viel Liebe zum Detail komplett restauriert hat. In den Räumlichkeiten hat nun eine Kanzlei eröffnet.

Stolz auf das Ergebnis: Der 54-jährige Uwe Raulfs aus Wehrden steht vor dem schmalen Fachwerkhaus in der Weredunstraße, das er mit viel Liebe zum Detail komplett restauriert hat. In den Räumlichkeiten hat nun eine Kanzlei eröffnet. Foto: Roman Winkelhahn

Von Roman Winkelhahn

Beverungen-Wehrden (WB). »Häuser sind Spiegelbilder ihrer Bewohner«, erklärt Uwe Raulfs. Der »Baustoffdealer«, wie er sich selber nennt, verhilft alten Immobilien zu neuem Glanz.

In der Weredunstraße, nicht weit von der Kirche entfernt, steht ein kleines, schmales Fachwerkhaus. Vor einigen Jahren schien es noch, als hätte die Immobilie das Zeitliche gesegnet. Niemand hat mit einer Instandsetzung gerechnet.

Wie so viele andere Häuser, verfiel das Gebäude immer mehr. Putz bröckelte von den Wänden, die rote Farbe an den Holzbalken begann rissig zu werden. Ein Blick durch die Fenster schockierte.

Haus ist zum Leben erwacht

Heute, zwei Jahre später, steht an selber Stelle, im selben Format, doch in neuem Glanz, ein weißes Fachwerkhaus mit tiefen Fenstern. Die weinrote Haustür und die geschmückte Terrasse verraten: die Weredunstraße 14 ist wieder zum Leben erwacht. Hinter der Restaurierung des Gebäudes steckt ein Mann: Uwe Raulfs aus Wehrden.

»Wenn ich zum Bäcker gegangen bin, kam ich jedes mal an diesem Haus vorbei«, erzählt der Bauherr. »Ich fand es schön, doch eines war mir klar: Wenn niemand etwas unternimmt, fällt es zusammen.«

Das Fachwerkhaus, über dessen Geschichte nur wenig bekannt ist, sei zuletzt von einem älteren Herren bewohnt worden und stehe seit ungefähr fünf Jahren leer, erklärt Raulfs. Die Erbin habe ihm das über 200 Jahre alte Haus geschenkt, mit dem Wunsch, es wieder herzurichten.

»Es gibt Bio-Bauern, die haben weniger Land als ich«, scherzt Raulfs. Viele Baustellen halten ihn auf Trab.

Kanzlei nutzt die Räume

Der erste Plan war es, das Haus in eine Fahrradpension umzuwandeln, was sich in Wehrden schließlich durchaus lohnen würde. Doch im vergangenen Sommer fand sich eine Anwältin, die an den Räumlichkeiten interessiert war. Wehrdens erste Kanzlei, in einem ökologisch nachhaltig restaurierten Fachwerkhaus.

»Manche Häuser kann man hier nicht vermieten, weil sie auf dem Stand von vor dreißig Jahren sind«, erklärt Raulfs. Damit begründet er auch die steigende Zahl der Leerstände.

Bei der Restaurierung legte er daher besonders viel Wert auf natürliche Lichtquellen und Energieeffizienz. »Energetisch ist das Haus ausgestattet wie ein Neubau«, erklärt Raulfs. Ausschließlich Holz und Lehm wurden zum Bauen verwendet.

Fenster aus Dänemark, an denen Raulfs besonders das »schlanke Profil« gefällt, sowie die weinrote Haustür tragen dazu bei, den ursprünglichen Charakter des Hauses aufrecht zu erhalten. »Hausprägende Dinge« nennt der Bauherr diese Details. Ortsprägend ist auf alle Fälle das ganze Gebäude.

Nächstes Projekt wartet schon

Uwe Raulfs nächstes Projekt in Wehrden steht bereits an. In der Friedenstraße wartet ein rund hundert Jahre alter Bau auf seine Instandsetzung. Eine Mieterin hat sich natürlich schnell gefunden.

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