Do., 01.03.2018

Borgentreicher Rat verabschiedet Zahlenwerk – Rathaus-Fassade soll erneuert werden Haushalt mit Augenmaß

Nachdem im vergangenen Jahr das Rathaus bereits von innen saniert wurde, ist nun die Aussenfassade an der Reihe.

Nachdem im vergangenen Jahr das Rathaus bereits von innen saniert wurde, ist nun die Aussenfassade an der Reihe. Foto: Christian Geschke

Von Michaela Weiße

Borgentreich (WB). Der Haushalt 2018 der Stadt Borgentreich ist am Dienstagabend im Rat einstimmig verabschiedet worden. Rekordinvestitionen von neun Millionen Euro sind geplant.

Bürgermeister Rainer Rauch und Kämmerer Christof Derental hatten das umfangreiche Zahlenwerk am 19. Dezember in das städtische Gremium eingebracht. Einnahmen in Höhe von rund 17,5 Millionen Euro stehen Ausgaben von 18,1 Millionen Euro gegenüber. Der Ergebnisplan 2018 schließt somit mit einem Minus von 573.000 Euro (2017: minus 1.16 Millionen Euro) ab.

Die Stadt ist weder im Jahr 2018 noch in den Folgejahren von einem Haushaltssicherungskonzept bedroht, hatte Rauch bei der Einbringung des Haushaltes erklärt. Würden keine unerwarteten negativen Entwicklungen eintreten, könne Borgentreich im Jahr 2020 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, hieß es.

Grundsätzlich waren sich die Fraktionsvorsitzenden aller im Rat vertretenen Parteien einig und befürworteten einen Haushalt mit Augenmaß.

CDU

Alexander Otto, Fraktionsvorsitzender der CDU, sieht den möglichen Neubau einer Sporthalle als wesentlichen Beitrag in die Infrastruktur und auch für die Attraktivität der Orgelstadt. »Auf unserem 3-Städte Treffen haben Rainer Rauch und ich bei Ministerin Ina Scharrenbach dafür geworben, dass dieses mögliche Bauvorhaben auch einer Förderung würdig sei und nun auch mal Borgen­treich dran ist. Ministerin Scharrenbach nahm das erst mal so mit, und verwies gleichzeitig darauf, dass sie ohne verabschiedeten Bundeshaushalt gar nicht weiß, was sie in welcher Höhe fördern kann«, berichtete Otto.

Zudem sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende die geplante Erneuerung der Rathaus-Fassade an. »Die vorhandene Alufassade war ja mehr aus einer Not entstanden, nachdem der geplante Klinker nach kürzester Zeit sanierungsbedürftig, ja sogar abgängig war. Aus bauphysikalischer Sicht ist es empfehlenswert, die Fassade am Rathaus nun ebenfalls zu erneuern, damit die neuen Fenster nicht einen besseren Dämmwert aufweisen als die Außenwände. Somit kann der Entstehung von Schimmel entgegengewirkt werden«, erklärte Otto.

SPD

» ›Jetzt sind wir auch mal dran.‹ Diese, in ähnlicher Form während der Haushaltsberatungen durch Bürgermeister Rainer Rauch geäußerte Meinung, unterstützen wir voll und ganz«, sagte Hubertus Eikenberg, Fraktionsvorsitzender der SPD. »Nachdem in den vergangenen Jahren viele Städte im Kreis Höxter mit großzügigen Fördermaßnahmen und Förderungen bedacht worden sind, sollte nun die Orgelstadt an der Reihe sein«, betonte er.

Eikenberg brachte drei Anträge zum Haushalt ein, die alle einstimmig beschlossen wurden. So wurde die Verwaltung mit dem ersten Antrag beauftragt, noch in diesem Jahr, vor Beginn der letzen Ausbaustufe Emmerkertorstraße, Gespräche mit dem Kreis zu führen. »Ziel ist eine flüssige und störungsarme Verkehrsführung an der Kreuzung Bühner Straße/Emmerkertorstraße«, so Eikenberg.

Außerdem beantragte die SPD-Fraktion erfolgreich, dass bis Ende des Jahres für folgende Ikek-Projekte Planungen durchgeführt werden: Mitfahrerbank, Streuobstwiesen und Alsterradweg, Landschaftserleben an der Eder, Landschaftserleben an der Eggel sowie Verbindung Wanderweg R 7 zum Deiselberg/Diemelweg.

Mit dem dritten Antrag wurde die Verwaltung beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für ein Konzept zur touristischen Erschließung von Balkenturm und Felsenkeller auszuarbeiten.

Die Grünen

Christian Riepen, Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, regte zwei Projekte an. »Kurzfristig sollten wir darüber befinden, ob sich die Stadt Borgentreich nicht – wie andere Kommunen auch – an der ›Earth-Hour‹ beteiligen sollte«, sagte Christian Riepen. Bei dieser weltweiten Aktion, solle mit dem Abschalten des Lichtes für eine Stunde ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt werden.

Zudem regten die Grünen an, dass – insbesondere im Zuge der Diskussion um das Verbot von Glyphosat – die Stadt Borgen­treich und der städtische Bauhof mit gutem Beispiel voran gehen und auf den Einsatz von Pestiziden möglichst verzichten.

Bürgerfraktion

Franz-Josef Wegener, Sprecher der zweiköpfigen Bürgerfraktion, forderte den Bürgermeister auf, Bildung und Betreuung in den Einrichtungen weiterhin zu stärken, den Breitbandausbau voranzutreiben, dem Leerstand in den Dörfern durch Fördermöglichkeiten entgegenzuwirken und das Ehrenamt zu stärken. »Maßnahmen, die im vergangenen Jahr beschlossen, aber noch nicht umgesetzt wurden, sind in diesem Jahr voranzutreiben«, sagte Franz-Josef Wegener und verwies auf die Friedhofssanierungen in Bühne und Borgholz und einige Straßensanierungen in den Ortsteilen.

Zudem forderte die Bürgerfraktion die sukzessive Sanierung der maroden Wasserleitungen. »Manche Straßenzüge in unserer Stadt sind wie Flickenteppiche und sind mittlerweile unansehnlich geworden. Wir haben der Erhöhung des Wassergeldes nur mit einer Maßgabe zugestimmt, denn mit unseren Wasserleitungen muss dringend etwas passieren. Und nicht nur immer an unsere Bäder denken«, sagte Wegener.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5558198?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851042%2F