Sa., 03.03.2018

Prozess um Marihuana-Plantage in Natzungen Zeugen zeigen sich zugeknöpft

Unser Symbolfoto zeigt eine Cannabis-Pflanze. Im Prozess um eine Paderborner Dealer-Bande soll geklärt werden, ob es auch in Borgentreich-Natzungen eine Marihuana-Plantage gab.

Unser Symbolfoto zeigt eine Cannabis-Pflanze. Im Prozess um eine Paderborner Dealer-Bande soll geklärt werden, ob es auch in Borgentreich-Natzungen eine Marihuana-Plantage gab. Foto: Matt Masin/Orange County Register via ZUMA/dpa

Von Ulrich Pfaff

Borgentreich (WB). Gab es eine Marihuana-Plantage in Borgentreich-Natzungen? Wenn man dem bisschen glaubt, was manche Zeugen sagen: Nein. Aber in dem Prozess gegen eine Paderborner Dealer-Bande hat die Polizei handfeste Erkenntnisse. Und die stammen aus abgehörten Telefonaten.

Mit zwei mutmaßlichen Mittätern des 31-jährigen Paderborners , der neben Marihuana- und Amphetamin-Geschäften in der Domstadt den Aufbau der Plantage in einem Gehöft in Natzungen initiiert und finanziert haben soll, kam die 1. Große Strafkammer in den aufwendigen Prozess am Freitag nicht weiter.

Ein Taxifahrer, der die Immobilie als Strohmann gekauft haben soll, wollte mit Hinweis auf sein eigenes Verfahren schweigen. Er ließ sich jedoch zu der Bemerkung hinreißen, er habe den Angeklagten öfter gefahren, aber »niemals, kein bisschen« etwas Auffälliges bemerkt.

Handwerker bleibt zugeknöpft

Ein Handwerker aus Paderborn blieb ebenso zugeknöpft. Auch gegen ihn wird im Zusammenhang mit der Plantage ermittelt. Der Zeuge fiel dem Richter bei der Zeugenbelehrung mehrfach ins Wort und meinte barsch: »Ich habe hier nichts zu erzählen zu etwas, was es nicht gibt. Da gibt’s einen abbruchreifen Bauernhof, sonst nichts.«

Weitaus informativer war die Aussage des Polizisten, der die Telefonüberwachung der mutmaßlichen Bandenmitglieder ausgewertet hatte. Es habe im Juni 2016 Telefonate des 31-Jährigen mit den beiden Zeugen gegeben, in denen konspirativ, aber eindeutig Treffen verabredet worden seien.

Polizei: Vermutungen bestätigt

Einmal sei es um eine Fahrt nach Holland gegangen, um dort etwas einzukaufen. Als einer der Gesprächspartner dabei von »Dünger« gesprochen habe, habe der Angeklagte den anderen beschimpft, nicht offen zu sprechen. »Das hat unsere Vermutungen bestätigt«, sagte der Polizist.

Nach Erkenntnissen der Polizei war die Plantage abgebaut worden, nachdem die Bande befürchtet hatte, entdeckt worden zu sein. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Kommentare

Lachnummer

Schlaue Leute, die haben unseren Überwachungsstaat durchschaut. Nun, ich bin auch gerade in Holland und rauche einen Joint, man darf das.

Bei den staatlichen Organen sind wohl eher Schnaps- und Bierkonsumenten vertreten.

1 Kommentare

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