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Mi., 21.06.2017

Ludgera Vogts Krimi »Libori-Lüge« bietet viel Lokalkolorit – Buch erscheint am 29. Juni Brakelerin mag raffinierte Morde

Die ersten Kinderbücher vor acht Jahren hat sie noch handschriftlich verfasst, inziwschen ist die Brakelerin Ludgera Vogt auf den PC umgestiegen. Am 29. Juni erscheint im Emons-Verlag ihr Krimi-Debut »Libori-Lüge«.

Die ersten Kinderbücher vor acht Jahren hat sie noch handschriftlich verfasst, inziwschen ist die Brakelerin Ludgera Vogt auf den PC umgestiegen. Am 29. Juni erscheint im Emons-Verlag ihr Krimi-Debut »Libori-Lüge«. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Brakel/Paderborn (WB). Der Ostfriedhof in Paderborn, der Haxtergrund, das Paderquellgebiet – schon auf den ersten Seiten des Kriminalromans »Libori-Lüge« wimmelt es nur so von Paderborner Lokalkolorit. Geschrieben hat ihn die Brakelerin Ludgera Vogt.

Dass sie als Nethestädterin sich doch eigentlich auch den Annentag als Szenario für einen Krimi hätte ausdenken können, sieht sie anders. »Ich bin im Kreis Paderborn aufgewachsen. Da lag mir das mehr. Und im Paderborner Raum gibt es mehr Lokalkolorit«, begründet die 59-Jährige ihre Wahl des Schauplatzes.

Der Emons-Verlag, der ihr Buch am Donnerstag, 29. Juni, herausbringe, sei auf Bücher mit Lokalkolorit spezialisiert. »Ich hatte schon jede Menge drin – aber es sollte immer noch ein bisschen mehr sein«, erinnert sich die Autorin an die Diskussionen mit ihrer Lektorin Saskia Römer. Die seien aber immer konstruktiv gewesen. »Wir sind gut miteinander ausgekommen«, freut sich Ludgera Vogt.

»Libori-Lüge« ist Krimi-Debüt

Zur Person

Ludgera Vogt wird 1958 geboren und verbringt Kindheit und Jugend in einem Dreimädelhaus in Wewelsburg. Ihre Schulausbildung erhält sie am Liebfrauengymnasium in Büren. Die Berufsausbildung zur Krankenschwester absolviert sie in Paderborn. Durch den Beruf ihres Mannes zog sie nach Brakel, wo sie heute noch mit Mann und Hund lebt. Ludgera Vogt hat zwei erwachsene Töchter und arbeitet als Anästhesie-Schwester im St.-Vincenz-Hospital in Brakel.

»Libori-Lüge« ist zwar ihr Debüt als Krimiautorin, geschrieben hat sie aber immer schon gern. 2009 hat sie mit Kinderbüchern begonnen – und prompt ihr erstes Lehrgeld zahlen müssen.

»Damals bin ich auf einen Druckkostenzuschussverlag hereingefallen«, erinnert sich die Brakelerin. Ein solcher verlangt für die Veröffentlichung Geld von den Autoren, kümmert sich darüber hinaus aber wenig bis gar nicht mehr um sie.

Die Freude am Schreiben hat das bei Ludgera Vogt allerdings nicht trüben können. Sie hat sich im Internet bei deintextdeinbuch.de registriert und eine Leseprobe eingestellt. Der erste Literatur-Agent, der sich meldete, wollte sie dazu bringen, einen so genannten »Cozy-Crime-Roman« zu schreiben.

»Ich musste erst mal googeln, was das ist«, verrät die Brakelerin lachend. Dabei stehe vor allem der Humor im Vordergrund, erläutert sie.

Mehr Spannung

Ein bisschen mehr Krimi wollte die Ostwestfälin dann aber doch – und so wurde sie sich erst mit dem zweiten Agenten Michael Wenzel einig, der sie an den Emons-Verlag vermittelte. Dieser gilt als Marktführer für Krimis mit Lokalkolorit.

So hat sich für Ludgera Vogt die Taktik des langen Atems nach acht Jahren schließlich ausgezahlt. »Dass ein renommierter Verlag mein Buch herausgibt, das ist schon ein toller Erfolg für mich«, freut sich die Autorin. Am schönsten wäre es, wenn das Buch nun auch gekauft würde.

An Humor mangelt es ihrem Werk auch ohne das Etikett »Cozy-Crime« nicht – aber mehr der im Stil eines Jussi Adler-Olsen, den sie zu ihren literarischen Vorbildern zählt. Die frühen Werke von Charlotte Link schätzt sie ebenso – und manchmal darf es auch ein Thriller von Sebastian Fitzek sein, den sie liest.

»Wenn ich schreibe, bewege ich mich in einer anderen Welt, gebe mich Phantasien hin und spinne Ideen weiter«, sagt die Brakelerin. Sie arbeitet in ihrem Hauptberuf als Krankenschwester im St.-Vincenz-Hospital in Brakel in der Anästhesie-Abteilung.

Tipps vom Doktor

»Meine Ausbildung hilft mir beim Schreiben natürlich schon weiter«, gesteht sie. »Und wenn ich weitergehende Tipps brauche, sind auch die Ärzte gern behilflich und geben mir einen Rat«, freut sie sich über die Unterstützung.

Ludgera Vogt mag es, wenn in ihren Büchern »raffiniert gemordet« wird. Und auch die Frage nach dem »Warum?« ist ihr wichtig. »Ich finde interessant, wie sich ein Mord entwickelt, wie sich eine Tat vielleicht schon in der Kindheit ankündigt«, erläutert sie. »Und vielleicht empfindet mancher Leser dann auch eine gewisse Empathie für den Täter.«

Ihr Beruf und andere Verpflichtungen bringen es mit sich, dass die 59-Jährige nicht immer dann schreiben kann, wann sie gerne möchte. »Dazu muss ich Zeit und Ruhe haben. So bleiben mir oft nur die Wochenenden und die freien Tage«, berichtet sie.

Vom Schreiben zu leben, ist für sie keine Option. Ludgera Vogt: »Dann müsste ich unter Druck schreiben. Das ist nicht meins.«

Aber auch wenn sie nicht tagelang durchschreiben kann, hat sich die Brakelerin eines zur Regel gemacht: »Ich höre erst auf zu schreiben, wenn ich genau weiß, wie die Geschichte weitergehen soll.«

Arbeit am nächsten Roman läuft

Derzeit schreibt sie an einem neuen Kriminalroman. Er spielt wieder im Kreis Paderborn, wieder ermitteln die beiden Kommissare Bela Aßmann und Dominik Gerke, denen man ihr liebenswert gezeichnetes ostwestfälisches Gemüt anmerkt. »Die Handlung spielt dieses Mal aber näher an meinem Geburtsort im ländlichen Raum«, verrät Ludgera Vogt.

Die Handlung

Darum geht es in dem aktuellen Buch:

Gemütliches Frühstück auf dem Balkon, honiggoldenes Croissant und frisch aufgebrühter Kaffee. So ist sein Plan für den Start ins Wochenende. Letztendlich bleibt Kommissar Bela Aßmann nur ein Balkon – aber als Tatort. Und der Appetit auf zerflossene Butter im Gebäck vergeht ihm beim Anblick der Leiche sowieso.

Dumm gestürzt? Selbstmord? Oder hatte jemand seine Finger im Spiel? Laut Zeugenaussagen scheint ein Selbstmord völlig ausgeschlossen. Nichts war für Louisa an jenem Tag wichtiger als die Rückkehr ihres Freundes. In einer Liebesgondel auf Libori hatte sie das Wiedersehen feiern wollen. Da bringt man sich doch nicht um – und schon gar nicht auf so groteske Weise.

Erste Recherchen decken das Doppelleben ihres Freundes auf. War Louisa ihm lästig geworden? Wollte sie mehr als schnellen, zügellosen Sex? Der dreifache Familienvater ist in Erklärungsnot, da bahnt sich bereits die nächste Katastrophe an...

(»Libori-Lüge«. Emons-Verlag, Ludgera Vogt, Kriminalroman, 224 Seiten, 10,90 Euro, ISBN 978-3-7408-0085-7)

Das Liborifest bildet den Rahmen für den Krimi. Foto: Jörn Hannemann

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