Fr., 18.05.2018

Caritas-Schwangerschaftsberatung mit Hauptsitz in Brakel zieht Jahresbilanz Beraterinnen begleiten 304 Frauen

Mechthild Fernhomberg (von links), Michaela Aisch, Andrea Röhrscheid und Caritas-Vorstand Thomas Rudolphi freuen sich sehr, dass acht Ehrenamtliche für die Klientinnen der Beratungsstelle liebevoll Babysöckchen und Häkeltiere fertigen.

Mechthild Fernhomberg (von links), Michaela Aisch, Andrea Röhrscheid und Caritas-Vorstand Thomas Rudolphi freuen sich sehr, dass acht Ehrenamtliche für die Klientinnen der Beratungsstelle liebevoll Babysöckchen und Häkeltiere fertigen. Foto: Sabine Robrecht

Von Sabine Robrecht

Brakel (WB). Mut machen, Ressourcen wecken, versteckte Belastungen erkennen und Perspektiven für ein stabiles Familienleben entwickeln: Mit diesem ganzheitlichen Blick auf die Frauen und ihre Lebenssituation haben die Expertinnen der Katholischen Schwangerschaftsberatung des Kreis-Caritasverbandes im vergangenen Jahr 304 Frauen begleitet.

Hinter dieser Zahl, die im Vergleich zu 2016 stabil geblieben ist, stehen bei drei bis vier Kontakten pro Klient mehr als 1000 Gespräche von jeweils einer bis eineinhalb Stunden. Das alles leisten die Sozialpädagoginnen Mechthild Fernhomberg und Michaela Aisch mit einer Stelle. Verwaltungsfachkraft Andrea Röhrscheid unterstützt die Beraterinnen. Personelle Veränderungen im Team hat es gegeben: Die langjährige Beraterin Stephanie Fischer ist 2017 ausgeschieden. Am 1. August hat Michaela Aisch die Nachfolge angetreten.

Allgemeine sozialrechtliche Beratungsstelle fehlt

Zusammen mit Mechthild Fernhomberg bilanzierte sie, dass die meisten Ratsuchenden zwischen 27 und 34 Jahre alt waren, gefolgt von den 22 bis 26-Jährigen. Bei den Gesprächsinhalten spielten neben der Angst vor der Verantwortung die finanzielle Situation und Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen die Hauptrolle.

Was im Kreis Höxter fehle, sei eine allgemeine sozialrechtliche Beratungsstelle. »Das machen wir nebenbei mit«, verweisen Michaela Aisch und Mechthild Fernhomberg auf Fragen zu Wohngeld oder Kindergeldzuschlag. Diese betreffen Familien mit niedrigem Einkommen im Bereich oberhalb des Jobcenter-Bezugs.

Abgezeichnet habe sich, so Michaela Aisch, dass mehr Paare zur Beratungsstelle kommen. Einige wenige Klientinnen waren über 40 und hatten die Familienplanung längst abgeschlossen. Jetzt müssen sie sich neu aufstellen. Bei den sehr jungen werdenden Eltern gilt es andere Lebensplanungen umzuorganisieren: Wie kann ich meine Schulausbildung zu Ende bringen? Kann ich meine Berufsausbildung unterbrechen? Diese Fragen liegen ihnen auf der Seele.

Eltern einbinden

»In diesen Fällen ist es uns wichtig, auch die Eltern der ganz jungen Mütter einzubinden«, verweist Mechthild Fernhomberg auf den systemischen Ansatz ihrer Arbeit. Dieser fördere – natürlich nicht nur bei dieser Altersstufe – häufig Belastungen zutage, die einer Klientin das Leben schwer machen, aber gar nicht der Grund ihres Besuchs in der Beratungsstelle waren. Im Gespräch kristallisieren sich dann Ängste, psychische Belastungen, Erkrankungen oder Suchtprobleme beim Partner heraus.

»Wir stehen in der Verantwortung, diese Probleme zu erkennen und sind dann froh, dass wir im eigenen Haus ein Netzwerk anderer Beratungsstellen haben«, erläutert Mechthild Fernhomberg die kurzen Dienstwege angesichts des breiten Angebotes der Caritas. Dieses reicht von der Frühförderung über die Kurberatung bis hin zur Sucht-, Erziehungs- und Eheberatung. Termine können schnell vermittelt werden.

Als wohltuend empfinden es die Klientinnen, dass sie bei Schwangerschaftsberatung mit ihren Sorgen ernst genommen werden. Das spricht sich herum: 80 Prozent der Klientinnen kommen auf Empfehlung oder sind schon mal dagewesen. »Von einer Klientin kam nach und nach der gesamte Geburtsvorbereitungskurs.«

Der aktive Arm der Kirche

Die Beraterinnen wollen verstärkt in Schulen und Jugendgruppen gehen und über Fragen der Schwangerschaft und ihr Beratungsangebot informieren. Zudem gestalten sie am Samstag, 23. Juni, 15 Uhr, in Brakel erstmals eine Segnungsfeier für Schwangere und Familien mit. »Wir möchten den Familien anbieten, an Gott zu denken und ihr Kind segnen zu lassen«, erläutert der neue hauptamtliche Vorstand des Kreis-Caritasverbandes, Thomas Rudolphi.

»Als Caritas sind wir der aktive Arm der Kirche. Wir sind da, wo Menschen in Nöten sind.« Dazu trage die Schwangerschafsberatung bei. »Ich freue mich sehr, die Beratungsstelle so vorgefunden zu haben.«

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