Mi., 13.06.2018

Pfarrkirche St. Katharina: 300-Jahr-Feier mit Dankgottesdienst, Festakt und Chronik »Zusammenhalt ist Charakterstärke«

Glückliche Gesichter bei den 300-Jahr-Feierlichkeiten in Rheder: Gemeindereferentin Monika Bianca Konegen, Pastor Monsignore Franz-Josef Hövelborn, Weihbischof Manfred Grothe, Pfarrer Wilhelm Koch (vorne von links). Christian Haase, Friedhelm Spieker, Hermann Temme, Matthias Goeken (hinten von links) sind beim Festakt an der Pfarrkirche St. Katharina Gäste.

Glückliche Gesichter bei den 300-Jahr-Feierlichkeiten in Rheder: Gemeindereferentin Monika Bianca Konegen, Pastor Monsignore Franz-Josef Hövelborn, Weihbischof Manfred Grothe, Pfarrer Wilhelm Koch (vorne von links). Christian Haase, Friedhelm Spieker, Hermann Temme, Matthias Goeken (hinten von links) sind beim Festakt an der Pfarrkirche St. Katharina Gäste. Foto: Marian Berkemeier

Von Marian Berkemeier

Rheder (WB). Mit einem Dankgottesdienst und hohem Besuch haben die Rhederaner Gemeinde und Vereine am vergangenen Sonntag den 300. Jahrestag der Einweihung der Pfarrkirche St. Katharina gefeiert. Mit Musik, jeder Menge Danksagungen und guter Stimmung ging die Feier in der Festhalle weiter.

Einweihung 1718

Hohe Kirchtürme, die schon von weitem zu erkennen sind, und beeindruckende Verzierungen im Inneren: für viele Ortschaften ist die eigene Kirche wie ein kleines Monument, das über Generationen hinweg eine Anlaufstelle bietet und das Ortsbild prägt. Kein Wunder also, dass auch die Rhederaner beschlossen haben, ihre Kirche zum 300. Jahrestag nach ihrer Einweihung im Jahre 1718 mit einer besonderen Feier zu ehren.

Zu Beginn gab es einen Gottesdienst, den Pastor Monsignore Franz-Josef Hövelborn mit Hilfe des Weihbischofs Manfred Grothe aus Paderborn und Pfarrer Wilhelm Koch, Leiter des Pastoralverbundes Brakel, hielten. Neben den Mitgliedern der Gemeinde und zahlreicher Vereine ließen es sich auch zahlreiche Gäste aus der Politik nicht nehmen, der Messe beizuwohnen. Mit dabei waren unter anderem Bundestagsabgeordneter Christian Haase, Landtagsabgeordneter Matthias Goeken, Bürgermeister Hermann Temme und Landrat Friedhelm Spieker.

Lobende Worte

Mit einer kleinen Ansprache nutzte Letzterer die Gelegenheit, den Rhederanern zu diesem Jubiläum zu gratulieren und sie für ihr weiterhin bestehendes Engagement zu loben. »Der Pfarrkirche St. Katharina merkt man an, dass eine aktive Kirchen- und Dorfgemeinde beständig viel Arbeit, Energie und Liebe in ihr Kleinod investiert hat«, erklärte Spieker, »vor sechs Jahren erstrahlte sie frisch saniert in neuem Gewand. Dieser Kraftakt war nur möglich, weil nicht nur die Gemeindemitglieder, sondern alle Dorfbewohner und Weggezogene, die sich Rheder weiterhin verbunden fühlen, viel Zeit und Geld gespendet haben. Darauf kann Rheder sehr stolz sein.«

Weitere Danksagungen folgten bei der anschließenden Feier in der Festhalle. Bürgermeister Hermann Temme lobte die Arbeit der kleinen Ortschaft. »Die Kirche wurde in einer Zeit erbaut, in der der christliche Glaube ein Allgemeingut bildete. Sie besitzt aber auch heute noch eine sehr aktive Gemeinde. Die Bewohner von Rheder mögen vielleicht klein in ihrer Zahl sein, sind aber dafür umso größer in ihrer Aktivität«, sagte er. Das Engagement von Pastor und Gemeinde zeuge von einem starken Zusammenhalt. Auch wolle er mit Blick auf die Zukunft der Rhederanern Mut machen.

»Die Zeiten sind heute schwierig für christliche Glaubensgemeinschaften. Aber in 2000 Jahren ist die Kirche immer wieder durch schwierige Krisen gegangen, und ich bin überzeugt, dass sie auch im dritten Jahrtausend eine wichtige Rolle spielen wird. Feste wie dieses zeigen, wie fest die Kirche verankert ist, im Herzen der Einwohner«, fuhr Temme fort. Als krönenden Abschluss überreichte der Bürgermeister eine Urkunde an die Gemeinde.

Anstoß für die Zukunft

Für die vorangehende und umfangreiche Organisation des Festes dankte Kirchenvorstandsmitglied Ulrich Stork den beteiligten Vereinen. »So ein Jubiläum stellt eine ganz schöne Herausforderung für eine kleine Ortschaft dar. Insofern ist es wichtig, dass alle Vereine mithelfen. Dieser Zusammenhalt ist eine besondere Charakterstärke von Rheder«, sagte er. So dankte er unter anderem der Löschgruppe Rheder, der katholischen Frauengemeinschaft, dem Kirchvorstand und der Schützenbruderschaft für ihre Arbeit.

Aber auch ein Appell folgte seinem Dank. »Ich würde mir wünschen, dass dieses Fest eventuell Anstoß gibt, für die Kirchenvorstände der verschiedenen Ortschaften, sich gemeinsam zu treffen und auszutauschen«, meinte Storck. Wenn man sich unterstütze und informiere, welche Aktionen in einer Gemeinde positiv aufgenommen würden, könne man die Kirche zukunftsfähiger gestalten.

Geschichte zum Nachlesen

Bei der Feier zum 300. Jubiläum der St. Katharina-Kirche sollte allerdings auch der geschichtliche Hintergrund nicht vergessen werden. In einem ausführlichen Bericht, zusammengetragen aus verschiedensten Archiven, präsentierte Ortsheimatpfleger Johannes Bröker zahlreiche Fakten zur Geschichte des Gotteshauses. Von der ersten Pfarrstätte Rheders, die 1434 aus einer Kapelle mit Altar bestand, über die Zerstörung der Ortschaft im 30-jährigen Krieg, dem Neubau einer Kirche 1716 sowie der Einweihung am 25. September 1718 erstreckte sich die Historie der Gemeinde in den vergangenen Jahrhunderten.

Der Bericht soll für Interessierte in naher Zukunft veröffentlicht werden, hieß es.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5814544?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851041%2F