Do., 12.07.2018

Experten diskutieren in Bad Driburg – Exkursion zur Grünbrücke Strategien im Rotwildmanagement

Bei der Exkursion wurde deutlich, dass die Grünbrücke eine wichtige Korridorfunktion hat. Das bestätigen auch Bilder aus dem Fotofallenmonitoring.

Bei der Exkursion wurde deutlich, dass die Grünbrücke eine wichtige Korridorfunktion hat. Das bestätigen auch Bilder aus dem Fotofallenmonitoring. Foto: Wald und Holz NRW

Bad Driburg (WB). Mehr als 200 Teilnehmer haben beim neunten Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier-Stiftung in Bad Driburg diskutiert.

»Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion« – so lautete das Thema des Symposiums, das dieses Mal in der Badestadt veranstaltet wurde. Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier-Stiftung, freute sich über die mehr als 200 Teilnehmer, die er im »Gräflicher Park Grand Resort« begrüßen durfte.

Internationales Publikum

An der Tagung nahmen Jagdpraktiker, Wissenschaftler, Jagdverbände, Politik und Fachverwaltungen aus Deutschland und den Nachbarländern teil. Mit Fach-Referenten wurde über geeignete Strategien, die den Tier- und Artenschutz nicht außer Acht lassen, im Rotwildmanagement diskutiert. Es wurden Wege aufgezeigt, wie unter Beachtung des Tierschutzes ein zu hoher Rotwildbestand in einem überschaubaren Zeitrahmen reduziert werden kann.

Die Teilnehmer erörterten im Anschluss an die Vorträge im Rahmen einer Exkursion die Frage, wie sich im Rotwild-Verbreitungsgebiet »Senne – Teutoburger Wald – Egge« das Rotwild an die Kulturlandschaft anpasst.

Ohne Kooperation geht es nicht

Dabei wurden auch bestehende Konflikte bei einer Überpopulation sowie Lösungswege aufgezeigt. Lösungen erfordern nicht nur die Kooperation aller Beteiligten, sondern auch Zeit.

Die Exkursion wurde geführt von Dr. Michael Petrak, der die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung beim zuständigen Landesamt in NRW leitet. Für die Rotwildhegegemeinschaft Egge-Teutoburger Wald erläuterte der Vorsitzende Franz Lödige den Lebensraum des Rotwildes.

Nach einem Eindruck des offenlandgeprägten Rotwildbiotops auf dem Truppenübungsplatz in der Senne endete die Exkursion auf der Grünbrücke über die B 64 zwischen Bad Driburg und Buke.

Forstamtsleiter Roland Schockemöhle und Revierförster Fabian Treyse vom Regionalforstamt Hochstift des Landesbetriebes Wald und Holz NRW erklärten die Wanderungsbewegungen nicht nur des Rotwildes, sondern fokussierten auch auf zahlreiche weitere Tierarten, die die Grünbrücke täglich nutzen.

Wichtige Korridorfunktion

Es wurde deutlich, dass die Grünbrücke eine wichtige Korridorfunktion für zahlreiche Arten hat und so zum autounfallfreien Biotopverbund und Genaustausch beiträgt. Schockemöhle resümierte, dass die Querungshilfe über der Bundesstraße auch etwas Symbolhaftes habe. Denn in der Frage der Rotwildbejagung gäbe es verschiedene Betrachtungsebenen, so dass alle Akteure ein Stück weit aufeinander zugehen und sich gegenseitig Brücken bauen müssten.

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