Sa., 14.07.2018

Fit auch für den Annentag – Übung von Feuerwehr und Rettungsdienst – Defizite erfolgreich behoben Darsteller fordern Brandschützer heraus

Die Unfalldarstellerinnen und -darsteller haben alles gegeben. Realistisch geschminkt und im Verhalten nah an wirklich Verletzten haben sie die Brandschützerinnen und Brandschützer vor Herausforderungen gestellt.

Die Unfalldarstellerinnen und -darsteller haben alles gegeben. Realistisch geschminkt und im Verhalten nah an wirklich Verletzten haben sie die Brandschützerinnen und Brandschützer vor Herausforderungen gestellt. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Brakel (WB). Menschen schreien um Hilfe, Rauch dringt aus Fenstern, Verletzte winden sich vor Schmerz – zum Glück war dieses Szenario am Donnerstagabend nur eine Übung.

119 Einsatzkräfte und 21 Unfalldarsteller haben in und an einem Gebäude an der Lütkerlinde den Ernstfall geprobt. Gemeldet war ein Zimmerbrand in einem Jugendhaus mit mehreren Personen im Gebäude. Das Treppenhaus war nicht mehr nutzbar.

Die Kreisleitstelle alarmierte die nächst gelegenen Löschzüge eins und zwei der Freiwilligen Feuerwehr mit 58 Brandschützern aus Brakel, Bellersen, Bökendorf, Beller, Erkeln und Hembsen. Sie bekämpften den »Brand«, retteten die Verletzten. Aus dem ersten Stock ging das nur durch den Einsatz von Steckleitern und der Drehleiter.

17 Mitarbeiter der Rettungsdienste aus Brakel, Bad Driburg, Höxter, Warburg und Beverungen kümmerten sich um die 21 »Verletzten«. Unterstützt wurden sie dabei von 33 Mitgliedern des Deutschen Roten Kreuzes aus Brakel und Bad Driburg sowie elf des Malteser Hilfsdienstes aus Brakel.

Täuschend echt

Dass Wunden und Verletzungen zum Teil täuschend echt aussahen, war den Spezialisten der realitischen Unfalldarsteller aus den Reihen der DLRG-Ortsgruppe Brakel und des Jugendrotkreuzes zu verdanken. »Die haben eine spezielle Ausbildung für so etwas und haben ihre Sache wirklich sehr gut gemacht. Selbst der Notarzt meinte, dass man zeitweise den Eindruck hatte, tatsächlich Verletzte vor sich zu haben«, lobte Stadtbrandinspektor Sven Heinemann.

Das sei auch für die Brandschützer eine besondere Situation. »Im Ernstfall ist es in der Regel so, dass gerettete Verletzte unmittelbar an den Rettungsdienst übergeben werden. Das geht bei einem Massenanfall von Verletzten – wie bei der Übung angenommen – nicht. Da müssen die Feuerwehrleute sich zunächst kümmern«, erläuterte er. Wenn die dann keine lebensgroßen Puppen seien, sondern Menschen, die Schmerzen und Panik simulierten, dann sei das eine enorme Herausforderung.

Wunsch des Rettungsdienstes

Initiiert worden sei die Übung ursprünglich auf Wunsch des Rettungsdienstes. »Dort hat man sich personell neu aufgestellt, und es war an sich nur eine Funkübung im Gespräch. Dann haben wir aber entschieden, dass wir auch eine große Übung machen können«, sagte Sven Heinemann. Aus seiner Sicht ist diese erfolgreich verlaufen. »Vor vier Jahren hat es eine ähnliche Übung gegeben. Damals war die Einsatzdokumentation mangelhaft«, berichtete er. Dieser Mangel sei nun behoben.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst sei sehr gut gewesen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Annentages sei es ihm wichtig gewesen, die Zusammenarbeit noch einmal zu üben.

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