Do., 23.04.2015

Warburger Antrag im Kreistag klar gescheitert: 24 Nein-Stimmen, 15 mal Ja und drei Enthaltungen Wieder kein WAR-Kennzeichen

Auch der zweite Anlauf für die Wiedereinführung des WAR-Antrages ist gescheitert. Die Warburger, hier am Abend in der Kreishausaula in Höxter, sind enttäuscht.

Auch der zweite Anlauf für die Wiedereinführung des WAR-Antrages ist gescheitert. Die Warburger, hier am Abend in der Kreishausaula in Höxter, sind enttäuscht. Foto: Besim Mazhiqi

Von Michael Robrecht

Höxter/Warburg (WB). Die Warburger sind enttäuscht. Auch im zweiten Anlauf ist ihr Antrag gescheitert, die alten WAR-Kennzeichen wieder einzuführen. Im Kreistag gab es Donnerstagabend in Höxter nur 15 Ja-Stimmen. 24 Politiker stimmten mit Nein und drei enthielten sich der Stimme.

Die Pro-WAR-Initiative hatte einen alten VW-Käfer zur Einstimmung am Eingang zum Kreishaus geparkt – geholfen hat das alles nichts. In geheimer Abstimmung haben 42 Kreistagsmitglieder entschieden, dass überall im Kreis Höxter weiter nur HX an den Fahrzeugen stehen soll. Ohne große Aussprache hat der Kreistag zum zweiten Mal nach 2012 über die vom Bundesgesetzgeber vor drei Jahren ermöglichte Wiederzulassung alter Fahrzeugkennzeichen abgestimmt.

Werner Dürdoth aus Borgentreich (CDU) appellierte an den Kreistag, Bürgernähe zu unterstreichen und den WAR-Antrag zu unterstützen. Wolfgang Peters aus Warburg (Linke) berichtete von »breiten Emotionen für das WAR-Kennzeichen« in Warburg, die man zur Kenntnis nehmen müsse. Paul Wintermeyer aus Siddessen (UWG/CWG) schilderte, dass er erst skeptisch gewesen sei, nach 40 Jahren WAR wieder einzuführen. Man habe sich aber mit der Initiative getroffen und festgestellt, dass die Befürworter aus Warburg keine Revoluzzer oder Separatisten seien, die die Gebietsreform von 1975 in Frage stellten, sondern einfach nur die rechtliche Möglichkeit wahrnehmen wollten, ein Warburg-Kennzeichen am Auto zu befestigen. Eine Zustimmung sei auch ein Signal gegen Politikverdrossenheit.

Landrat Friedhelm Spieker erinnerte daran, dass bisher in OWL nur für Büren das BÜR-Kennzeichen 2015 wieder zugelassen worden sei. Aus organisatorischer Sicht koste eine Einführung den Kreis nichts. Das alles sei »eine rein politische Entscheidung«.

Die Warburger Initiative stand kurz nach 18 Uhr nach der Abstimmungsniederlage etwas ratlos auf dem Kreishaushof. »Wir machen weiter! In Büren haben die auch drei Abstimmungen in Paderborn gebraucht, bis sie ihr Kennzeichen wieder hatten«, sagten Rudi Ryll und Hans-Gerd Sander. Der Kreistag habe durch seine Entscheidung mehr gespalten als den Kreis zusammengeführt. Manche würden jetzt sicher nicht mehr mitmachen und sagen »die machen sowieso was sie wollen«. Aber die meisten WAR-Befürworter sehen in den nächsten Jahren durchaus noch eine Chance für die WAR-Renaissance, wenn man den Menschen und Politikern im Nordkreis eindrucksvoller deutlich mache, dass viele Menschen im Altkreis Warburg hinter der Forderung nach WAR stehen. Die Initiative werde sich jetzt neu aufstellen.

Seit dem 1. Januar 1975 wurden anlässlich der Kreisneugliederung keine WAR-Kennzeichen mehr herausgegeben. 120.000 Fahrzeuge tragen im Kreis Höxter zurzeit das HX-Kennzeichen, 20.000 davon allein in der Stadt Warburg. Im Warburger Land sind am Stichtag 22. April 2015 noch immerhin 405 Fahrzeuge mit dem alten WAR-Nummernschild zugelassen, viele davon sind Oldtimer oder landwirtschaftliche Anhänger und Traktoren. Bei einer Wiederzulassung des Warburg-Kennzeichens hätte der Kreistagsbeschluss erst noch vom NRW-Landesverkehrsministerium und vom Bundesverkehrsministerium in Berlin genehmigt werden müssen.

Kommentare

Abstrafen

War ja klar, was kann man schon von "unseren" Politikern erwarten? Offensichtluch nichts, reiin gar nichts.
Politik gegen den Bürgerwillen wird hier betrieben, diese bornierten und arroganten "Volksvertreter"
machen es so wie es ihnen gerade gefällt. Und den feinen Herren beliebt es halt derzeit, ihr Volk mit "Zusammenwachsen" zu beglücken - und wenn das dumme Pack sich nicht mit seinem Kreis Hökster(-Kennzeichen) identifizieren will, so wird es halt von oben verordnet.
So regiert man nun mal als König - vielen Dank für diese Gütigkeit..
Aber klar, wo die Argumente fehlen, muss es so enden...
Traurig, daß sich die weisen Herrschaften hinter einer geheimen Abstimmung verschanzen, so etwas sollte undbedingt bei den nächsten Wahlen abgestraft werden !

1 Kommentare

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