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Fr., 21.08.2015

Südlink verliefe bei Bündelung mit Bestandstrassen doch oberirdisch Kein Vorrang für Erdkabel

Nicht nur Erdkabel: Der Südlink soll dort als Freileitung gebaut werden, wo er mit bestehenden Trassen gebündelt werden kann.

Nicht nur Erdkabel: Der Südlink soll dort als Freileitung gebaut werden, wo er mit bestehenden Trassen gebündelt werden kann. Foto: dpa

Von Bernd Bexte

Höxter/Detmold (WB). Groß war die Freude Anfang Juli bei den potenziellen Südlink-Anrainern in OWL, als die Bundesregierung für die  Planungen von Hochleistungsstromtrassen einen Vorrang für Erdverkabelung verkündete. Doch auch aufgrund der neuen Kriterien muss  Investor Tennet, wie berichtet, die Gleichstromtrasse jetzt komplett neu planen – eine Erdverkabelung hätte dabei keinen Vorrang.

Das hat das NRW-Wirtschaftsministerium auf Anfrage der FDP mitgeteilt. Begründung: Der Erdverkabelung werde »nur bei neuen Gleichstromtrassen ein Vorrang vor Freileitungen eingeräumt, nicht bei der Bündelung von Leitungen in bestehenden Trassen«, teilt Minister Garrelt Duin mit.

Da »nach bisherigem Kenntnisstand« der Südlink in den Kreisen Höxter und Lippe mit einer bestehenden Leitung gebündelt werden solle, »wäre ein möglicher Erdverkabelungsvorrang hier nicht oder nur bedingt gegeben«. Grund dafür ist das Bestreben,  stärker als bislang Eingriffe in die Landschaft durch den Bau neuer Trassen zu vermeiden. Ob eine Erdverkabelung aufgrund der Bodenbeschaffenheit  im OWL-Abschnitt überhaupt möglich sei, kann Duin nicht sagen. Das sei  reine Spekulation. Die Bundesnetzagentur in Bonn bestätigte die Angaben. »Bei der Bündelung von Leitungen hat eine Erdverkabelung keinen Vorrang«, sagte Sprecher Fiete Wulff. Ein entsprechendes Gesetz müsse aber noch verabschiedet werden.

Im Höxteraner Kreishaus zeigte man sich irritiert. »Diese Informationen sind für uns neu«, sagte Sprecherin Silja Polzin. Man gehe aber davon aus, dass auf Grundlage des neuen Gesetzes die Trasse komplett neu geplant werde. Ähnlich sieht man das im Detmolder Kreishaus. »Es ist deshalb unklar, ob  uns das überhaupt noch betrifft«, sagte eine Sprecherin.

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