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Fr., 05.08.2016

Der Berg ruft: Heimatschützenverein Bosseborn holt Dorffest nach Zurück zur Normalität

Der Heimatschützenverein Bosseborn hofft auf viele Gäste beim Dorffest: (von links) erster Vorsitzender Bruno Kieneke, zweiter Vorsitzender Richard Niederprüm, Oberst Thomas Niederprüm, Kassierer Rolf Otto und Schriftführer Mario Grewe.

Der Heimatschützenverein Bosseborn hofft auf viele Gäste beim Dorffest: (von links) erster Vorsitzender Bruno Kieneke, zweiter Vorsitzender Richard Niederprüm, Oberst Thomas Niederprüm, Kassierer Rolf Otto und Schriftführer Mario Grewe. Foto: Ingo Schmitz

Von Ingo Schmitz

Bosseborn (WB). Das 520-Seelen-Dorf Bosseborn löst sich aus der Schockstarre. Die Morde des Folterpaares, die hier geschehen sind, haben die Einwohner sprachlos gemacht. Niemand hätte solche Grausamkeiten für möglich gehalten. »Die Stimmung hat sich gebessert«, zieht Ortsheimatpfleger Richard Niederprüm Bilanz. Dazu soll auch das Dorffest am 20. und 21. August beitragen.

Der 28. April war der Tag, an dem die Polizei im Saatweg in Bosseborn ein jahrelanges, von Sadismus getriebenes Martyrium an zahlreichen Frauen beendet hat. Mit unfassbarer Brutalität soll hier das Folterpaar seine bestialischen Phantasien ausgelebt und Frauen gequält haben. Mit der Festnahme der beiden Beschuldigten haben das Dorf Bosseborn und das »Horror-Haus« im Saatweg auf traurige Weise plötzlich weltweit Bekanntheit erlangt.

Entscheidung war richtig

Für den Heimatschützenverein mit seinen 220 Mitgliedern stand sofort fest, dass man das für das Wochenende geplante Dorffest unter diesen Bedingungen nicht stattfinden lassen konnte. »Es war die einzig richtige Entscheidung, es abzusagen«, stellt der zweite Vorsitzende Richard Niederprüm nun rückblickend fest. Und Vorsitzender Bruno Kieneke betont: »Man hat uns sehr viel Verständnis entgegen gebracht. Das ganze Dorf hat die Entscheidung mitgetragen. Wir haben uns mit allen Beteiligten, wie dem Zeltverleiher, geeinigt. Man hat keine Forderungen an uns gestellt.«

Die nachfolgenden Wochen seien schwierig für die Bosseborner gewesen. Immer wieder kamen neue Schreckensnachrichten ans Tageslicht. Immer wieder werden die Bosseborner mit dem Fall konfrontiert. Und das – obwohl sie nichts dazu können. Die Beschuldigten waren Zugezogene, die nichts mit der Dorfgemeinschaft zu tun hatten. »Wir haben in den vergangenen Wochen immer mehr Zuspruch von Außen erfahren, unter anderem von unserer befreundeten zweiten Kompanie der Schützengilde Höxter. Auch die Schützen in Altenbergen haben uns ermuntert, unser abgesagtes Fest nachzuholen«, berichtet Richard Niederprüm. Und Oberst Thomas Niederprüm betont: »Wir hören überall Zustimmung, nach dem Motto: ›Gut, dass Ihr das jetzt macht!‹« Es sei wichtig, dass man zur Tagesordnung zurückkehre – so schwer das auch falle. Ziel des Heimatschützenvereins sei es, den Bürgern mit dem Dorffest die Möglichkeit zu geben, endlich wieder unbeschwert miteinander zu feiern. So wolle man auch den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft stärken.

Festansprache, Umzug und Prozession

Unter dem Motto »Der Berg ruft« findet das Dorffest als Ersatz für das Schützenfest statt, weil im vergangenen Jahr kein König gefunden werden konnte. Auftakt ist am Samstag, 20. August, um 17.45 Uhr mit dem Eintreffen der Gastvereine im Festzelt am Dorfgemeinschaftshaus. Mit dabei sind Abordnungen der zweiten Kompanie der Schützengilde sowie die Schützen aus Lütmarsen, Ovenhausen, Brenkhausen und Godelheim. Um 18.30 Uhr findet am Ehrenmal die Kranzniederlegung mit Ansprache des ehemaligen Heimatgebietsleiters, Horst-Dieter Krus, statt. Er wird sich zur Bedeutung des Vereinslebens in den Dörfern äußern, kündigt Niederprüm an. Im Anschluss ist der große Zapfenstreich am Brunnen vor der Kirche mit der Blaskapelle Bosseborn und dem Spielmannszug Lütmarsen. Tanz im Festzelt mit der Blaskapelle Bosseborn gibt es von 21 Uhr an.

Der Sonntag, 21. August, steht im Zeichen der Patronatsprozession, die mit der heiligen Messe um 8 Uhr beginnt. Auftakt zum Frühstück ist um 10.30 Uhr. 200 Frühstücksmarken sind bereits verkauft. Allerdings wird es auch an der Tageskasse noch Marken geben.

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