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Mo., 16.01.2017

Ausstellung für jüdischen Künstler und Ehrenbürger Höxters – Forum plant Veranstaltungen Jacob Pins wäre am 17. Januar 100 Jahre alt geworden

Bereiten die Pins-Ausstellung für Mai vor: Fritz Ostkämper (Vorsitzender Pins-Gesellschaft) und Bärbel Werzmirzowski (Geschäftsführerin Pins Forum) sowie (rechts) Christina Steuer und Dr. Katharina Hülscher (Geschichtsmanufaktur Dortmund) im großen Raum mit den Jacob-Pins-Portraits.

Bereiten die Pins-Ausstellung für Mai vor: Fritz Ostkämper (Vorsitzender Pins-Gesellschaft) und Bärbel Werzmirzowski (Geschäftsführerin Pins Forum) sowie (rechts) Christina Steuer und Dr. Katharina Hülscher (Geschichtsmanufaktur Dortmund) im großen Raum mit den Jacob-Pins-Portraits. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Der jüdische Künstler und Ehrenbürger der Stadt Höxter, Jacob Pins, wäre am 17. Januar 100 Jahre alt geworden. Das Jacob-Pins-Forum plant im Gedenkjahr zahlreiche Veranstaltungen über den Maler und Grafiker.

Jacob Pins wurde am 17. Januar 1917 in Höxter als Otto Pins geboren. Bis zum »Einjährigen« 1933 besuchte er das König-Wilhelm-Gymnasium. Pins floh vor der NS-Judenverfolgung 1936 nach Palästina . Nach schweren Jahren im Kibbuz konnte er in Israel seinen Jugendtraum verwirklichen und Künstler werden. Obwohl seine in Höxter gebliebenen Eltern von den Nazis 1944 in Riga ermordet wurden, kehrte Pins nach dem Krieg mehrfach nach Höxter zurück – er wollte die Versöhnung mit seiner Vaterstadt.

Jacobs Bruder Rudy floh in die USA. Er hat Höxter erst als alter Mann wiedergesehen. Immer wieder zu Gast war auch Pins’ Frau Elsa. Jacob Pins, so sein neuer Vorname nach der Auswanderung, stiftete Höxter einen umfangreichen künstlerischen Nachlass. 2003 wurde ihm für sein Versöhnungswerk die Ehrenbürgerschaft verliehen. Jacob Pins starb am 4. Dezember 2005 in Jerusalem.

Die Anfang 2003 gegründete »Jacob-Pins-Gesellschaft – Kunstverein Höxter« verwaltet die Hunderte von Werken umfassende Stiftung und hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Dokumentation und Vermittlung des künstlerischen Schaffens von Jacob Pins auch anderen Künstlern ein Ausstellungsforum zu bieten. »Mit der Verwaltung der Stiftung übernahm die Jacob-Pins-Gesellschaft auch die Verpflichtung, das Andenken an die Eltern Dr. Leo Pins und Ida Pins und an alle Höxteraner Juden, die Opfer der Shoah wurden, zu bewahren, zu dokumentieren und durch eine ständige Ausstellung wachzuhalten«, sagt Fritz Ostkämper , Vorsitzender der Pins-Gesellschaft.

Vor Café Pammel liegen gut sichtbar goldene »Stolpersteine«, die an die einstige Wohnstätte der Familie Pins in Höxter erinnern. Ausstellungsort und Stätte der Erinnerung ist das Forum Jacob Pins im historischen Adelshof Heisterman von Ziehlberg an der Westerbachstraße 35 bis 37, der dem Verfall entrissen wurde und der heute Raum für Ausstellung, Erinnerung und Begegnung bietet. Viele Jahre führte Dr. Diether Schuler die Pins-Erinnerungsstätte und die Pins-Gesellschaft. Heute wirkt er als Ausstellungskurator.

Zum 100. Geburtstag wird zurzeit die große Ausstellung »Jacob Pins: Künstler, Sammler, Freund« vorbereitet, die vom 28. Mai bis 1. Oktober aufgebaut wird. Mit zahlreichen noch nie gezeigten Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken zeichnet das Forum das Leben dieses israelischen Künstlers nach, dessen Holzschnitte und Gemälde heute in Museen der ganzen Welt gezeigt werden. Weitere Sonderveranstaltungen im Gedenkjahr sind in Planung ebenso Konzerte und Abende. Beim Neujahrsempfang für Mitglieder und Freunde der Jacob-Pins-Gesellschaft am Sonntag, 15. Januar, ab 11.30 Uhr soll auch auf den 100. Geburtstag eingegangen werde, kündigte Fritz Ostkämper an.

Bis zum 31. März ist im Pins-Forum noch Winterpause. Führungen können aber unter Telefon 05271/6947441 oder Email jacob-pins@jacob-pins.de vereinbart werden. Seit 2008 gibt es das Pins-Forum im Adelshof. Das Programm 2017 und über das Leben von Pins und Höxters Juden steht unter www.jacob-pins.de

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