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Di., 04.04.2017

Attraktivitäts-Offensive in Kaserne – neue Zentralwaffenkammer – historische Optik Aufrüstungsprogramm für Soldatenstuben

Graue Fenster mit Fensterkreuz: Das 80 Jahre alte Gebäude 1 der General-Weber-Kaserne in Höxter wird ein Schmuckstück. Die Wache zieht 2018 hierher zurück.

Graue Fenster mit Fensterkreuz: Das 80 Jahre alte Gebäude 1 der General-Weber-Kaserne in Höxter wird ein Schmuckstück. Die Wache zieht 2018 hierher zurück. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Kräne, Bauarbeiter, Handwerker und Materiallager: In Höxters Kaserne läuft das neue Umbauprojekt auf Hochtouren. 16 Millionen Euro werden ausgegeben.

Das Bundesverteidigungsministerium nennt die Stuben-Aufrüstung »Attraktivitäts-Offensive«. In Höxter soll in zehn Jahren alles das erneuert werden, was in den ersten Umbauphasen nicht anstand. 40 Millionen hatte der Bund in Höxter schon ausgegeben. Ralph Pfeffer, stellvertretender Kommandeur des ABC-Abwehrbataillons 7, sagte, dass die Erneuerung der Unterkünfte mit mehr Komfort gewollt sei, um den Arbeitgeber Bundeswehr attraktiver zu machen. Es werde jetzt eine Einzelbelegung der Stuben mit jeweils eigenem Sanitärbereich geben, schilderte der Offizier. Es gebe Platz für mehr Privatheit. LED-Beleuchtung, Kühlschrank und mehr Steckdosen für Computer und Medien auf den Zimmern würden Standard. Die Kompaniezimmer seien »abgewohnt«, beschrieb Ralf Pfeffer.

222 neue Stuben für unterkunftspflichtige Soldaten werden in zwei Neubauten im oberen Bereich der Brenkhäuser Straße gebaut. Dafür sollen die spartanisch eingerichteten Blocks 3 und 4 von 1936 ab Frühjahr 2018 abgerissen werden. Von den Altbauten bleiben dann nur noch die beiden Kasernenblocks an der alten und bald wieder neuen Wache sowie der Heimbetrieb mit Speisesaal und Gesellschaftsräumen.

Völlig eingerüstet präsentiert sich das 80 Jahre alte Gebäude 1. Die Arrestzellen wurden entkernt, das Wachlokal bekommt einen neuen Zuschnitt. »Wir bauen Fenster in historischer grauer Optik und legen auch Wert darauf, dass die Kaserne hier nach altem Vorbild erhalten wird«, sagt Oberstleutnant Pfeffer. Der Brandschutz werde verbessert. Reine Spindräume entstehen in Block 1 bis zum Frühjahr 2018 für alle nicht unterkunftspflichtigen Soldaten. Besprechungsräume, Sanitär- und Duschräume und diverse Büros für Funktionsträger werden eingerichtet. Nach dem »Seedorfer Modell« sollen in den Obergeschossen erstmals alle Kompanieführungen zusammen untergebracht werden: Hauptleute, Kompaniefeldwebel und die Büro-Soldaten in einem Haus.

Im Bau befindet sich auch die neue zentrale Waffenkammer und ein großes Materiallager auf dem früheren alten Werkstattgelände. Offen ist noch, ob es im Rahmen der Infrastrukturreform in Höxter neue Fahrzeughallen geben wird.

Für den Heimbetrieb wird zurzeit ein neuer Pächter gesucht; auch weitere zivile Wachen stellt die Firma »Viking« ein.

Zudem plant die Bataillonsführung Aktivitäten für das Jubiläumsjahr 2018: 25 Jahre wird die ABC-Abwehrtruppe in der General-Weber-Kaserne (700 Soldaten) alt. »Im Sommer 2018 soll deshalb ein Tag der offenen Tür den Höxteranern die Umbauten zeigen«, sagte Oberstleutnant Pfeffer.

In den vergangenen Wochen übte das Bataillon auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow (Sachsen-Anhalt). Eine Aufgabe für 2017 wird für die Höxteraner die Federführung bei einer Lehrübung in Munster sein. 300 Soldaten sind dort im Spätsommer gebunden. In Auslandseinsätzen sind ständig weitere Kameraden mit Spezialaufgaben gebunden.

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