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Do., 07.12.2017

Lydia Dabringhausen von Alt-Bundespräsident Wulff für Engagement ausgezeichnet »Eine passionierte Netzwerkerin«

Lydia Dabringhausen (links) bekommt in Berlin die Silberne Ehrennadel von dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff überreicht. Bei dem Festakt sind engagierte Ehrenamtliche aus ganz Deutschland geehrt worden.

Lydia Dabringhausen (links) bekommt in Berlin die Silberne Ehrennadel von dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff überreicht. Bei dem Festakt sind engagierte Ehrenamtliche aus ganz Deutschland geehrt worden. Foto: Martin Stollberg (DMSG)

Von Sarah Schünemann

Höxter (WB). Seit 26 Jahren leidet Lydia Dabringhausen unter einer Krankheit, die ihr Leben über den Haufen zu werfen drohte. Doch sie wehrt sich. Die Multiple Sklerose (MS) soll sie nicht bestimmen. Seit sieben Jahren engagiert sie sich als Leiterin des Kontaktkreises Corvey und Umgebung der deutschen MS-Gesellschaft (DMSG). Mitglieder kommen aus der gesamten Region. Jetzt wurde sie von Alt-Bundespräsident Christian Wulff für ihren Einsatz in Berlin ausgezeichnet.

Vor einem Vierteljahr flatterte die Einladung für den Festakt der DMSG ins Haus der Familie Dabringhausen. »Ich war erst einmal platt. Ich hab die Einladung glaube ich dreimal gelesen, bevor ich verstanden habe, dass die wirklich mich meinen«, beschreibt Dabringhausen bescheiden die Situation. Der DMSG-Landesverband NRW hatte die 48-Jährige beim Bundesverband für die Ehrung vorgeschlagen. Mit ihrer siebenjährigen Tätigkeit in der Leitung des Kontaktkreises Corvey und Umgebung bekommt sie bereits die silberne Ehrennadel des DMSG überreicht. Dr. Sabine Schipper, Geschäftsführung des Landesverbandes NRW, begründet dies mit dem außergewöhnlichem Engagement, das Dabringhausen an den Tag legt.

Dabringhausen ist stellvertretende Vorsitzende des Beirats für Kontaktkreise

Neben der Selbsthilfegruppe ist sie auch direkt bei der DMSG tätig. Sie ist Mitglied des Landesrates und stellvertretende Vorsitzende des Beirats für Kontaktkreise. Der Bundesverband wählte Dabringhausen deshalb – neben gerade einmal zwei weiteren Personen aus NRW – aus, um die silberne Ehrennadel zu erhalten.

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Es war unfassbar beeindruckend – und der Raum riesig, fast wie bei den Oscars.

Lydia Dabringhausen

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Mit ihrer Freundin und stellvertretenden Kontaktkreis-Leitung, Heidrun Larusch-Gettings, ist sie nun der Einladung gefolgt und nach Berlin gefahren. Vor Ort ging es zunächst in das Hotel und später durch einen Verbindungsgang dann schließlich in die großen Räumlichkeiten des Internationalen Handelszentrums. »Es war unfassbar beeindruckend – und der Raum riesig, fast wie bei den Oscars«, schildert Dabringhausen mit einem Grinsen im Gesicht.

Der Alt-Bundespräsident überreicht die Silberne Ehrennadel

Ihre Aufregung merkt man ihr immer noch an. Die Silberne Ehrennadel erhielt sie von Christian Wulff höchstpersönlich. Der frühere Bundespräsident ist Schirmherr der DMSG. Seine Mutter litt selbst unter MS und verstarb daran. Wulff lobte in seiner Rede ihr »hohes persönliches Engagement« und betitelte sie als »passionierte Netzwerkerin«. Dadurch stellt er die Initiative und Leidenschaft Dabringhausens in den Vordergrund, mit der sie Kooperationen zwischen unterschiedlichen Gruppen immer wieder möglich macht. »Ich war unheimlich aufgeregt«, erinnert sie sich an den Abend und ihr Lachen erfüllt den Raum. Trotzdem wirkte sie auf der Bühne souverän.

Die Höxteranerin hat einen Traum

Dass sie auf die Fragen der Moderatorin relativ entspannt antworten konnte, überraschte sie dann selbst. Gemeinsam mit Mitgliedern des DMSG (Bundes- und Landesverband) ging es im Anschluss in die Lobby des Hotels, wo aufgeregte Unterhaltungen bis tief in die Nacht den Berlin-Aufenthalt abrundeten.

Lydia Dabringhausen veranstaltet neben monatlichen Treffen des DMSG-Kontaktkreises auch Spieleabende. Es geht um Gemeinschaft. »MS – Mach’s selbst« – unter diesem Motto wird Motorik und Gedächtnis an den Abenden trainiert. An oberster Stelle steht dabei immer die Hilfe zur Selbsthilfe. »Ich habe einen Traum: Ich wünsche mir, dass Menschen mit Behinderungen so lange und so gut wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und die Alten und die Kranken in unserer Gesellschaft nicht vergessen werden«, erklärt sie ihre Beweggründe. Die beschäftigte Höxteranerin hat bereits ein neues Projekt in den Startlöchern, wie sie dem WESTFALEN-BLATT verriet: »Wir möchten eine Selbsthilfe-Zeitschrift für den Kreis Höxter herausbringen.« Gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen Selbsthilfegruppen arbeitet sie bereits an der Planung.

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