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Mi., 06.12.2017

Die schönsten Nikolaus-Erlebnisse: Trotz Kälte in der Nacht vor dem 6. Dezember das Fenster aufgelassen Leser erzählen Nikolaus-Geschichten

Mit einem Sonderzug kommt der Nikolaus seit Jahrzehnten am 6. Dezember ins Eisenbahnerdorf Ottbergen, so auch heute um 17 Uhr. Wichtel und Knecht Ruprecht begleiten ihn.

Mit einem Sonderzug kommt der Nikolaus seit Jahrzehnten am 6. Dezember ins Eisenbahnerdorf Ottbergen, so auch heute um 17 Uhr. Wichtel und Knecht Ruprecht begleiten ihn. Foto: M. Robrecht

Höxter (WB/rob/cl). Welches Nikolaus-Erlebnis werden Sie nie vergessen? Diese Frage hat das WESTFALEN-BLATT gestern seinen Leserinnen und Lesern gestellt. Viele Menschen haben Nikolaus-Geschichten zu erzählen. Hier eine Auswahl zum Nikolaustag, 6. Dezember.

Doris Winkler, Lüchtringen : »In unserer Familie ist es seit Jahren Tradition, dass der Nikolaus zu uns in Lüchtringen nach Hause kommt. Wir haben acht Enkelkinder, und die erscheinen jedes Jahr alle zur kleinen privaten Nikolausfeier. Das ist meinem Mann und mir wichtig. Der Nikolaus hat auch immer sein Goldenes Buch dabei und liest Positives wie Negatives aus dem Jahresverlauf für jedes der Kinder vor. Die nehmen das sehr ernst und haben auch Respekt vor dem Heiligen Mann. Wenn der Nikolaus bei uns im Haus ist, wird auch musiziert und gesungen – und Gedichte werden wie früher aufgesagt. Das ist immer herrlich. Zum Abschluss serviere ich für alle Abendessen.«

Regina Hoffmann (Kindergarten St. Peter und Paul Höxter): »Wir leben jedes Jahr den Zauber des Nikolauses. Bevor er zu uns in den Kindergarten kommt, veranstalten wir ein großes Nikolausfrühstück mit den Kindern. Da gibt es dann allerlei zu essen, was der bärtige Mann in rot-weißer Kluft selbst mitbringen würde, wie zum Beispiel Nüsse, Mandarinen oder auch mal etwas Süßes. Anschließend kommt der Nikolaus dann und beschenkt die Kinder. Da wir ein katholischer Kindergarten sind, verteilt der Nikolaus keine normalen Schoko-Weihnachtsmänner, sondern süße Bischofs-Nikoläuse. Auch er selbst erscheint in einer richtigen Robe. Es kommt auch mal vor, dass Kinder ein wenig verängstigt reagieren, da sie häufig erzählt bekommen, dass der Nikolaus nur nett zu ihnen ist, wenn sie auch artig gewesen seien. Wir erzählen den Kindern dann die alten Legenden des Bischofsnikolauses und möchten, dass dieser Zauber bei ihnen auch erhalten bleibt. Deshalb bestätigen wir sie nicht bei leicht aufkommenden Zweifeln an der Echtheit des Nikolause, sondern entgegnen mit einem ›Wir glauben ganz fest daran!‹«

Friedel Höke, Lüchtringen: »Wir haben als Kinder jedes Jahr am Abend vor dem Nikolaus-Tag das Kinderzimmerfenster weit aufgelassen – und wenn es noch so kalt war. Der Nikolaus sollte doch Platz genug haben, um durch das Fenster zu unseren Stiefeln ins Haus zu kommen. Ich habe lange an den Nikolaus geglaubt, und als man älter wurde, hat man die Zweifel etwas verdrängt, um sich die Freude an der schönen Tradition mit den vielen Überraschungen am Morgen zu erhalten. Es ist schön, dass wir im Kreis die Nikolaus-Tradition weiter pflegen und nicht dem Weihnachtsmann das Feld überlassen. Übrigens sage ich meinem Enkelkind heute immer noch, dass der Opa natürlich an den Nikolaus glaubt.«

Wenn sich der Vater als Nikolaus verkleidet

Dietlinde Weber, Höxter: »Als unsere Kinder noch klein waren haben wir Nikolaus stets mit unseren Freunden und deren Kindern zusammen gefeiert. Dabei war immer einer der Väter als Nikolaus verkleidet. Auch bei unseren Enkelkindern wurde diese Tradition fortgesetzt. Ich kann mich daran erinnern, dass ab und zu auch mal ein Kind zu weinen begann, weil es doch etwas Angst vor dem Nikolaus hatte...«

Ulrich Pieper, Nieheim : »Nirgendwo gibt es soviel Nikolaus wie in Nieheim: Nikolausbach, Nikolausdenkmal, Nikolaus als Stadt- und Kirchenpatron, das St.-Nikolaus-Hospital (Seniorenhaus) und die Nikolausstatue von 1610 im Rathaus. Die holen wir vom Heimatverein jedes Jahr ins Sackmuseum zur Nikolausfeier am 6. Dezember. Der Nikolaus bringt einen Sack mit Geschenken mit und die Kinder sitzen im Sackmuseum überall auf Säcken bei der Feier. Die Kleinen interviewen den heiligen Mann jedes Mal ausgiebig. Der Kontakt ist hier intensiver als bei einem Umzug. Bis vor ein paar Jahren habe ich den Nikolaus sogar mit der Kutsche durch Nieheim gefahren. Das war auch immer ein Ereignis. Der Nikolaus gehört einfach zu Nieheim.«

Reginald Wollschläger, Höxter : »Ich denke sehr gerne an den Nikolaus zurück. Es war immer eine große Überraschung. Als ich am Abend des 5. Dezember ins Bett ging, war mein Stiefel leer. Ich machte immer große Augen als er dann am nächsten Morgen prall gefüllt war. Das war herrlich. Weihnachten hingegen saß der Schock zunächst tief: Heiligabend lagen keine Geschenke unter dem Christbaum. Als es dann plötzlich klingelte, sagten meine Eltern, ich solle doch mal schauen, wer an der Tür sei. Als ich sie öffnete, purzelten mir die Geschenke schon entgegen. Abend gerettet!«

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