>

Do., 07.12.2017

Schriftzug auf Tafel an Ehrenmal für Tote des Ersten Weltkriegs rekonstruiert Höxter und seine Kriegerdenkmale

Das Kriegerdenkmal am Wall an der Kreuzung Westerbachstraße/B64 in Höxter: 1926 ist die Gedenkstätte eingeweiht worden. Immer wieder wird hier renoviert.

Das Kriegerdenkmal am Wall an der Kreuzung Westerbachstraße/B64 in Höxter: 1926 ist die Gedenkstätte eingeweiht worden. Immer wieder wird hier renoviert. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Der Höxteraner Autor Ernst Würzburger hat durch seine Recherchen für ein Buch über die Garnison-Geschichte der Kreisstadt dazu beigetragen, dass der verloren gegangene Text der großen Tafel am Kriegerehrenmal rekonstruiert werden konnte.

Zurzeit gibt es viele Gedenkveranstaltungen »100 Jahre Erster Weltkrieg«, und da steht auch das Ehrenmal für Höxters gefallene Söhne an der Westerbachstraße im Fokus. Das wuchtige Denkmal wurde hergerichtet. Die Tafeln mit den Namen der Höxteraner Soldaten, die 1914 bis 1918 an den Fronten starben, tauchten nach der Demontage im Zweiten Weltkrieg bis heute nicht wieder auf.

Als die Stadt jetzt die Tafel reinigen ließ, fiel auf, dass dort nur noch Buchstabenreste vorhanden waren. Intensives Quellenstudium durch Ernst Würzburger, der bereits Bücher wie »Verdrängte Geschichte« über die Nazizeit oder über Zwangsarbeit in Höxter verfasst hat, führte zur Rekonstruktion: »Ihren getreuen Söhnen, die im Weltkrieg starben zum Gedächtnis – die dankbare Stadt Höxter«. Die sanierte Tafel vervollständige das Ehrenmal, meint auch Stadtarchivar Michael Koch.

Garnisonsstadt

Das Buch über Höxter als Garnisonsstadt liegt noch nicht gedruckt vor, jedoch sind erste Themen-Auskopplungen vorab veröffentlicht worden. In der Heimatzeitschrift »Die Warte« erschien über Höxters Soldatengeschichte im Sommer ein Beitrag. Im neuen Kreisjahrbuch 2018 hat Würzburger Höxters Kriegerehrenmale beleuchtet.

Nach Beendigung des deutsch-französischen Krieges 1870/71 gab es in Höxter das Bedürfnis, sich der Gefallenen zu erinnern. Und wie das in Höxter nicht nur heute, sondern auch schon damals üblich war, wurde um Standort und Form jahrelang heftig gestritten. Am Ende wurde am Berliner Platz 1889 eine Säule mit Adler gebaut und mit viel Pomp eingeweiht.

Ende der 196er Jahre passte das Adler-Denkmal mit Blick auf die neue Partnerschaft zu Corbie den Höxteranern nicht mehr ins Bild. Der Adler kam an die Kasernenwache, die Steine verschwanden. Das Kaiser-Wilhelm-Medaillon hängt heute am alten KWG – heute Kreishaus 2.

Namenstafel verschwunden

Dann planten die Höxteraner 1920 eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Auch hier wurde lange über die Form debattiert. 1926 ist das wuchtige Denkmal an der Westerbachstraße eingeweiht worden. Bei den Metallsammlungen im Zweiten Weltkrieg verschwanden die Namenstafeln aus Bronze.

Auf dem Friedhof am Wall entstand dann mit großem Kreuz eine Gedenkstätte für Höxters Tote im Krieg 1939 bis 1945. Dort findet heute am Volkstrauertag eine Kranzniederlegung mit Rede statt.

Fotos gesucht von Exerzierhalle

Nicht realisiert wurde in den 1920er Jahren die monströse Planung für das Reichsehrenmal (zwei 80 Meter hohe Türme auf Bruns- und Ziegenberg mit Ehrenhain und Schiffsanleger). Höxter lag damals beim Wettbewerb weit vorn im Ringen um die Anlage, die in Tannenberg gebaut wurde.

Autor Ernst Würzburger sucht für sein Buchprojekt noch Fotos von der 46 mal 20 Meter großen Preußen-Exerzierhalle, die bis Mitte der 1950er Jahre auf dem Gelände der heutigen Nicolaitorschule stand. Wer historische Bilder hat, kann sich unter EM.Wuerzburger@gmx.de melden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5340820?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198395%2F2516020%2F