Fr., 12.01.2018

Neue Eigentümer sind überrascht - Alte Abrissgenehmigung ist ungültig - Gutachten in Arbeit Fledermäuse stoppen Baupläne für »Felsenkeller«-Gelände

Auf dem »Felsenkeller«-Gelände in Höxter tut sich etwas: Rund um die Ruine sind die Bäume und die Büsche komplett gerodet worden. Der Bagger hat diese Woche benachbarte Grundstücke oberhalb des Weges als Bauland hergerichtet.

Auf dem »Felsenkeller«-Gelände in Höxter tut sich etwas: Rund um die Ruine sind die Bäume und die Büsche komplett gerodet worden. Der Bagger hat diese Woche benachbarte Grundstücke oberhalb des Weges als Bauland hergerichtet. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Fledermäuse und eine fehlende Abrissgenehmigung verzögern die Ausweisung eines Neubaugebietes auf dem 10.000 Quadratmeter großen »Felsenkeller«-Gelände in Höxter erheblich. Das Bauland wurde jetzt gerodet, die Brandruine des Ballhauses wartet auf ihren Abtransport.

Wie berichtet, hatten im September 2017 Hans-Jochen Lott, Dr. Manfred Hecker und Georg Ummen zu je einem Drittel beim zweiten Zwangsversteigerungstermin vor dem Amtsgericht Höxter den Zuschlag für den bundesweit bekannten »Felsenkeller« erhalten. Die Investoren wollten den Trümmerberg noch im Herbst abfahren lassen: Doch so schnell ging das nicht.

»Im Versteigerungsgutachten des Gerichtes stand, es gebe eine rechtsgültige Abrissgenehmigung. Diese Aussage war falsch«, berichtet Georg Ummen, einer der drei Neueigentümer des Areals. Die sei seit ihrer ersten Erteilung vor dem Brand 2006 schlichtweg erloschen. Die Investoren waren »not amused«.

Inzwischen haben die Besitzer eine neue Abrissgenehmigung bei der Stadtverwaltung Höxter beantragt. Das hat zur Folge, dass ein brandaktuelles Artenschutzgutachten vorgelegt werden muss. Die Untere Naturschutzbehörde erarbeitet die Expertise gerade. Georg Ummen schildert, dass der Abriss des »Felsenkellers« wohl bis April oder Mai auf Eis liege bis die neue Begutachtung vorliege. Per Horchboxen hätten Experten 8000 Piepse von Fledermäusen gehört, konkret nachgewiesen sei eine Population in den Gebäuderesten bisher aber nicht. Es könne sein, dass dort Tiere überwinterten – oder auch nicht. Die Fledermäuse könnten auch im nahen Ziegenberg oder in Bäumen zuhause sein. Das gelte es herauszufinden.

»Ohne klare Erkenntnisse über die Fledermäuse gibt es keinen Abriss«, erklärt Georg Ummen. »Wir genehmigen den Abbruch erst, wenn die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde vorliegt«, so der Hinweis von Stadtpressesprecherin Sabine Hasenbein. Für das ehemalige »Felsenkeller«-Gelände existiere ein rechtsgültiger Bebauungsplan, sagt Hasenbein.

Die Investoren sind mit der Verwaltung im Gespräch, welche Geschosshöhen für die sieben oder mehr neuen Einfamilienhäuser denkbar seien. Auch über die Erschließung des großen Geländes wird schon gesprochen. Im Boot ist auch das Beverunger Bauunternehmen Riepe, das die Grundstücke westlich des »Felsenkellers« bebauen möchte. Dort laufen derzeit erste Erdarbeiten zur Herrichtung der Bauflächen.

Auf dem Ballhaus-Grundstück sind jetzt das gesamte Buschwerk und viele Bäume entfernt worden, um die Grundstücke und ihre Attraktivität mit Wesertal- und Solling-Blick besser vermarkten zu können. Berge aus Stämmen und Astwerk warten auf Abtransport. Und auch der Hang über der B64 ist kein »Dschungel« mehr.

Kommentare

Geht's noch?

Wenn man ausgebrannte Baracken nicht mehr abreißen darf weil sich einige Fledermäuse dort ihr Nachtquartier gesucht haben ist ein Zustand erreicht den man als verrückt bezeichnen kann.

1 Kommentare

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