Do., 15.02.2018

Eltern mit 427 Unterschriften gegen zentrale Schuleingangsuntersuchung – Landrat beharrt auf Problemlage »Keine personelle Fehlentscheidung«

Sind weiterhin gegen die Planungen (Mitte, von links): Diana Sander-Kanne, Barbara Mikus und Ariane Meise mit Landrat Friedhelm Spieker (links) und Roland Woltering.

Sind weiterhin gegen die Planungen (Mitte, von links): Diana Sander-Kanne, Barbara Mikus und Ariane Meise mit Landrat Friedhelm Spieker (links) und Roland Woltering. Foto: Timo Gemmeke

Bad Driburg/Höxter (WB/tig). Mit einer symbolischen Unterschriftenaktion stellen sich insgesamt 427 Bad Driburger gegen die vom Kreis geplante zentrale Schuleingangsuntersuchung am Standort Höxter. »Wir sehen keine Gegenargumente«, sagte Diane Sander-Kanne gemeinsam mit zwei weiteren Elternvertreterinnen bei einer Sprechstunde mit Landrat Friedhelm Spieker.

Wie berichtet, soll die Schuleingangsuntersuchung im kommenden Jahr nicht mehr an den jeweiligen Grundschulstandorten vorgenommen werden. Problematisch sehen die Eltern von 150 betroffenen Kindern den Zeit- und Kostenaufwand, für die Untersuchung nach Höxter zu fahren.

Wegen der individuellen Untersuchungszeiten könnten nur schwer Fahrgemeinschaften gebildet werden. Gerade für Familien mit Migrationshintergrund stelle der Organisationsaufwand zusätzlich eine große sprachliche Hürde dar.

Landrat Friedhelm Spieker sieht das Problem weiterhin als unumgänglich an. Es sei »keine personelle Fehlplanung gewesen«, sagte er im Bezug auf die im Vorjahr in Elternzeit gegangene zuständige Ärztin, die nun fehle. »Wenn wir etwas ändern könnten, würden wir es tun.«

Derzeit sei eine unbefristete Stelle ausgeschrieben, um den Bedarf möglichst schnell zu decken. Die derzeitige Problemlage beziehe sich auf einen Zeitraum von zwei Jahren. »Ob wir einmal komplett dezentral werden, ist unklar«, sagte Ronald Woltering, Fachbereichsleiter für amtsärztliche Gutachten.

Zusätzlich hat ein eingeschalteter Petitionsausschuss die Sach- und Rechtslage der aktuellen Planungen untersucht. Das Ergebnis: Grundsätzlich habe der Kreis Höxter die Problemlage aufgrund fehleden Personals im Gesundheitsamt »glaubhaft erklärt«. Um den Eltern dennoch entgegenzukommen, wolle man seitens des Kreises darauf achten, die Terminvergabe möglichst flexibel zu handhaben. Das solle helfen, Fahrgemeinschaften nach Höxter zu vereinfachen. Grundsätzlich begrüße es der Petitionsauschuss, dass eine Befragung zu den Erfahrungen mit dem aktuellen Verfahren durchgeführt werde. »Unterschiedliche Interpretationen und Anregungen können dann in eine Überarbeitung einfließen«, heißt es in dem Sitzungsprotokoll des Ausschusses.

 

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