Mo., 16.04.2018

»Lit.Höxter 2«: Lesenacht der Märchengesellschaft Höxter mit bekannten Vortragenden Unendlich viele Facetten der Liebe

Von Greta Wiedemeier

Höxter (WB). Es ist Lesenacht. Der Bürgermeister macht es sich im Sessel gemütlich, der Landrat rückt seine Lesebrille zurecht und der Pfarrer liest im gedämpften Licht das Märchen vom Trommler.

Die gewohnten Hierarchien werden außer Kraft gesetzt, der Bettler wird zum König, der Arme zum Reichen – ganz wie im Märchen. Das war die Märchenlesenacht, die am vergangenen Freitag in der Volkshochschule Höxter auf Anklang stieß. Im Rahmen der »Lit.Höxter 2« organisierte die Märchengesellschaft Höxter nun eine Fortsetzung des Experiments »Lesenacht«. Viele der 20 Prominenten aus Kreis und Stadt waren auch im vergangenen Jahr schon dabei und sagten gerne wieder zu. In diesem Jahr drehte sich alles um die Liebe, ein Thema, das sowohl in Märchen als auch im wahren Leben immer eine ganz besondere Rolle spielt, wie Gunda Mayer als Initiatorin erklärt. »Märchen sind wichtig, sie sind Ermutigungsgeschichten und das nicht nur für Kinder«, erklärt sie die Motivation des Abends weiter.

Landrat legt Fokus auf Gebrüder Grimm

Die unendlich vielen Facetten der Liebe reichten am Abend von Geschwisterliebe über Nächstenliebe bis hin zur Liebe zwischen Mutter und Kind. Bürgermeister Alexander Fischer berichtete im »singenden, springenden Löweneckerchen« über Täuschungen und Intrigen, welche die Liebe überwinden muss. Für den Landrat Friedhelm Spieker lag der Fokus auf den Gebrüdern Grimm, die auch oft im hiesigen Kreis unterwegs waren. Mit dem »Sterntaler« hob er die Wichtigkeit des Ehrenamts hervor – als Vorbild dient die Nächstenliebe des kleinen Mädchens im Märchen, das selbst so wenig hat und doch alles verschenkt.

»Märchen haben immer auch eine Moral«

MdB Christian Haase sah das Thema des Abends als Herausforderung: »Märchen haben immer auch eine Moral. Liebe und Moral zu verbinden – das ist schon eine Aufgabe.« Gemeistert hat er sie dennoch und gab den Zuhörern gleich zwei Erkenntnisse aus dem »Märchen von Liebe und Mut«, das von Mann und Frau im Paradies erzählt, mit: Erstens sollte man sich mutig zu seiner Liebe bekennen und zweitens ist der Tod für die Liebe überwindbar. Auch einige Neuerungen hatten sich die Organisatoren überlegt: Neben bekannten Gesichtern wurde ein Märchen zweigeteilt vorgetragen. Herzogin Alexandra und Herzog Viktor von Ratibor bewältigten diese Aufgabe mit »Schneeweißchen und Rosenrot«.

Musikschüler begleiten Abend

Eine ganz andere Herausforderung brachte Kreisdirektor Klaus Schumacher in die Volkshochschule: Er trug anstelle eines klassischen Märchens das Gedicht »Erklär mir Liebe« vor – und das zum besseren Verständnis gleich zweimal. Den Zuhörern wurden am Abend noch viele weitere literarische Leckerbissen geboten: Die Spanne reichte von sehr traditionellen über neuere bis hin zu weitgehend unbekannten asiatischen Märchen. Besinnliche musikalische Begleitung durch Musikschüler am Klavier, orientalisches Ambiente und Knabbereien trugen ihr übriges zur netten Stimmung des Abends bei. Im April folgen noch einige weitere Literaturveranstaltungen der »Lit.Höxter 2«, wie verschiedene Lesungen und Poetry Slams.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5665103?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F