Do., 17.05.2018

Altstadt-Projekt »TransZ« – Nur wenige Bürger nehmen an Auftakt teil Für (noch) mehr Lebensqualität

Von Roman Winkelhahn

Höxter/Holzminden(WB). In Kooperation mit dem HAWK-Standort Holzminden wollen Höxter und seine niedersächsische Nachbarstadt die Attraktivität ihrer Altstädte steigern. »TransZ« heißt das Vorhaben, das im historischen Rathaus vorgestellt wurde.

Höxters Bürgermeister Alexander Fischer ist nach der LGS-Vergabe sichtlich gut gestimmt. Ein Projekt, das die Attraktivität und Lebensqualität steigern soll – so etwas lässt sich eine Stadt nicht entgehen. Dass es den ein oder anderen sozialräumlichen Brennpunkt in Höxter gibt, ist kein Geheimnis. Die Bürgerinnen und Bürger, die am Dienstag zum Auftakt des »TransZ«-Projekts ins historische Rathaus gekommen sind, sollten diese Punkte auf einer Karte markieren: Der alte Bahnhof, die Zugänge zur Weserpromenade, die Verkehrswege in der Altstadt – hier wurde gemeckert. »Der Bahnhof ist ein Thema für die LGS«, erzählt Fischer im Gespräch mit Bürgern.

Auch grüne Punkte

Neben roten haben diese aber auch grüne Punkte vergeben: Der Marktplatz, das historische Rathaus, der Hindenburgwall. »Ich sehe in Höxter die schönste Stadt Ostwestfalens«, so der Bürgermeister in seiner Einführung. Fischer begrüßt das Projekt und die Kooperation mit der Nachbarstadt sehr. Das Ziel sei es, Entwicklungspotenziale zu erkennen und zu nutzen. »Am runden Tisch kann man das nicht erreichen. Wir müssen die Bürger mitnehmen«, so Fischer.

Projektleiterin Dr. Anke Kaschlik und die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt, Jaqueline Schmidt, sprechen von einer »Entwicklungsoffensive« in mehreren Phasen. »Die Zentralanalyse haben wir bereits im vergangenen Jahr abschließen können«, berichtet Kaschlik. Dabei wurden vor Ort die Herausforderungen, Potenziale und Akteure genau kategorisiert. »Natürlich mussten auch Finanzierungs- und Trägermodelle entwickelt werden«, erklärt Kaschlik. Beispielsweise könne sich die Projektleiterin einen lokalen Immobilienfonds vorstellen: »Ich bin mir sicher, dass es genug Höxteraner gibt, die investieren würden.« Zum Abschluss des »TransZ« wird von der HAWK eine Ergebnisanalyse durchgeführt.

»Helfen Sie mit!«

Der Kern des Projekts, die Aktionsphase, erstreckt sich bis ins nächste Jahr. »Wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Leuten vor Ort«, so Kaschlik. »Nur so können Strukturen nachhaltig gestärkt werden.« Laut Fischer gehe es auch darum, dem demographischen Wandel entgegenzuwirken: »Was kann man tun, damit Leerstände wieder bezogen werden? Was nützen uns schön sanierte Gebäude, wenn dort niemand wohnt?« Der Bürgermeister ruft zu gemeinsamem Handeln und Eigeninitiative der Bürger auf: »Bringen Sie sich ein! Helfen Sie mit!«

Nur rund dreißig interessierte Bürgerinnen und Bürger haben es sich nicht entgehen lassen, den Auftakt des Projekts mitzuerleben. Nach der Einführung durch die Projektleitung konnten auch sie ihre Ideen zur Altstadt-Entwicklung äußern.

»Wir brauchen dringend sichere Radwege«, fordert eine Teilnehmerin. Sie ist nicht die einzige, die eine Optimierung des Verkehrs in der Altstadt fordert. »Leider haben wir nicht die Möglichkeiten, Verkehrsplanung zu betreiben«, bedauert Dr. Anke Kaschlik. Sie schlägt Car- und Bike-Sharing vor, um die Dichte der Fahrzeuge in der Stadt zu senken.

Nachholbedarf in Höxter

»Es kann noch so schön sein – ohne Barrierefreiheit geht gar nichts«, sagt ein Bürger. Laut Kaschlik sei die behindertengerechte Gestaltung der Altstadt natürlich ein Querschnittsthema. Dennoch gebe es Nachholbedarf in Höxter.

Mit kleinen Bed&Breakfast-Wohnungen in der Innenstadt hatte ein Teilnehmer eine besonders neuartige Idee. In Anbetracht der sehr beengten Wohnverhältnisse in der mittelalterlichen Altstadt würde es sich anbieten, kleine Wohneinheiten außerhalb der klassischen Hotels zu schaffen – »einen Ferienort in der Stadt«.

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