Do., 17.05.2018

Hauptversammlung bei Symrise: Wie sich der Weltkonzern auf die Zukunft vorbereitet Symrise: »Wir sind weiter als alle anderen«

Großes Interesse bei der Symrise-Hauptversammlung in Holzminden: Hunderte Aktionäre informieren sich über das Wirtschaftsjahr 2017 – und über Pläne für die Zukunft. Die Unternehmensspitze zeigte sich mit dem Jahresabschluss sehr zufrieden und optimistisch für 2018.

Großes Interesse bei der Symrise-Hauptversammlung in Holzminden: Hunderte Aktionäre informieren sich über das Wirtschaftsjahr 2017 – und über Pläne für die Zukunft. Die Unternehmensspitze zeigte sich mit dem Jahresabschluss sehr zufrieden und optimistisch für 2018. Foto: Timo Gemmecke

Von Timo Gemmeke

Holzminden (WB). Dem Holzmindener Weltkonzern Symrise geht es gut – und das trotz globaler Krisenherde und steigender Rohstoffpreise. Wie das Unternehmen in Zukunft erfolgreich bleiben will, haben hunderte Aktionäre bei der diesjährigen Hauptversammlung erfahren.

Drei Milliarden Euro Umsatz, 270 Millionen Euro Überschuss und weiterhin gesicherter Zugriff auf knappe Ressourcen: Die Zahlen und Fakten zum Wirtschaftsjahr 2017 fallen für die Symrise AG vorwiegend positiv aus. Als einziges Aktienunternehmen in der Region mit knapp 10.000 Mitarbeitern weltweit behält der Aromen- und Duftstoffhersteller seine Spitzenstellung damit bei – lokal, national und global.

Für die kommenden Jahre setze man daher weiter auf die Prinzipien »Wachstum«, »Effizienz« und »Portfolio«, so der Tenor der Symrise-Spitze am Mittwoch in der Holzmindener Stadthalle. Nutzen wolle man auch die Fortschritte, durch die das Unternehmen jüngst zur »Forschungsmaschine« geworden sei.

Baby- und Heimtiernahrung

Besonders erfolgreich konnte sich Symrise in relativ jungen Geschäftszweigen – unter anderem der Baby- und Heimtiernahrung – etablieren; global führt das Unternehmen den Markt in diesen Bereichen sogar an. Nicht umsonst machen neue Produkte aktuell etwa 30 Prozent des gesamten Geschäftes aus.

Um Möglichkeiten auszubauen und gleichzeitig zukunftsfähig zu bleiben, orientiere sich Symrise am »Prinzip der Nachhaltigkeit«, stellte Vorstandschef Dr. Heinz-Jürgen Bertram heraus. Im Januar ist Symrise von der Non-Profit-Organisation »Carbon Disclosure Project« (CDP) als »wegweisend in seiner Branche« ausgezeichnet worden. CDP analysiert weltweit Treibhausgasemissionen und den Wasserverbrauch von Unternehmen und Regierungen.

Außerdem setzt Symrise auf den Ausbau von Kapazitäten im In- und Ausland. Aktuell fließen 17 Millionen in den erweiterten Paraffinöl-Mischbetrieb in Holzminden, für knapp 70 Millionen werden drei Standorte in den USA ausgebaut. Im Schlüssel-Absatzmarkt China wurde im April diesen Jahres ein neues Kreativzentrum in Shanghai eingeweiht, während der erste Bauabschnitt einer weiteren Produktionsstätte in Nantong beendet werden konnte – geplante Gesamtinvestition: 83 Millionen Euro.

Finanziell sichere Zukunft

Dass es sich dabei auch um Investitionen in eine finanziell sichere Zukunft handle, machte Bertram in seiner Bilanz deutlich: »Ich kenne wenige Unternehmen, die eine solche Sicherheit bei Aktien bieten«. Um den aktuellen Jahresüberschuss zu verwenden, wurde eine Dividende von 88 Cent pro Aktie vorgeschlagen – ein positives Ergebnis trotz negativer Währungseffekte und deutlich gestiegner Rohstoffkosten.

»Auch dieses Jahr hat für Symrise gut angefangen und wird aller Voraussicht nach auch gut enden«, bilanzierte Bertram. Ziel für 2018 sei es, »weiterhin schneller als der relevante Markt zu wachsen« – mindestens um drei bis vier Prozent. Auch die Profitabilität solle sich weiterhin bei 20 Prozent plus halten. Einer Nettoverschuldung von knapp 1,9 Milliarden wolle Symrise in den kommenden Jahren verstärkt entgegenwirken, hieß es bei der Hauptversammlung.

Sorgen um aktuelle Krisenherde wie im Iran oder Venezuela müsse sich der Weltkonzern nicht machen. Im von der aktuellen Hyperinflation gebeutelten Venezuela wolle man – mit Blick auf die Ressourcenknappheit – »langfristig Verantwortung übernehmen«, im Iran hingegen »jedes Engagement beobachten und kurzfristig aussetzen, wenn es nötig wäre«. Fast die Hälfte des Gesamtgeschäfts setzt Symrise in Schwellenländern um.

Die »Rückwärtsintegration«, die Ausweitung auf andere, jüngere Geschäftszweige, habe sich als erfolgreich bewährt. So erfolgreich, dass die Konkurrenz mittlerweile sogar ähnliche Wege einschlage. Bertram: »Wir sind weiter als alle anderen«. Einem Erstarken neuer Aspiranten im Aromen- und Duftstoffsektor blicke man in Holzminden »gelassen« entgegen.

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