Sa., 26.05.2018

Koptisches Kloster Brenkhausen feiert 25-jähriges Bestehen mit Festwochenende Vergessener Ort rückt in den Mittelpunkt

Im Herzen des Schelpedorfes gelegen – das Kloster Brenkhausen, das von Bischof Anba Damian geleitet wird.

Im Herzen des Schelpedorfes gelegen – das Kloster Brenkhausen, das von Bischof Anba Damian geleitet wird. Foto: Harald Iding

Brenkhausen (WB/iwas). Aus einer verfallenen Ruine ist ein blühendes und lebendiges Kloster im Herzen von Brenkhausen erschaffen worden. Gelebte Ökumene ist im Koptischen Kloster seit 25 Jahren selbstverständlich, denn hier leben Katholiken und Kopten unter einem Dach. Dieses Jubiläum soll vom 1. bis 3. Juni gebührend gefeiert werden.

Für die Einwohner des Ortes ist das Kloster Brenkhausen inzwischen zum Mittelpunkt des Dorfes geworden. Diese Verbundenheit zeigte sich zuletzt in der gemeinsamen Arbeit am Klosterweg, der 2017 aus der Zusammenarbeit von Freunden des Klosters und Brenkhäusern entstand (wir berichteten). Ein anderes Projekt, das gerade aktuell fertiggestellt wird, ist ein neues ägyptisches Restaurant mit internationaler Küche im benachbarten Markushaus. Es wird die Region sicher bereichern.

Festprogramm

Das Programm beginnt am Freitag, 1. Juni, um 14 Uhr mit einem Rückblick von Prof. Dr. Klaus Töpfer und der ehemaligen Bürgermeisterin Dorothea Baumgarten. Weitere Highlights sind der Vortrag von Dr. h.c. Michael Hesemann und der Festakt zum Jubiläum in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Zahlreiche internationale Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft – wie zum Beispiel der Botschafter der Arabischen Republik Ägypten S.E. Dr. Badr Abdelatty, S.E. Metropolit Augoustinos, Volker Kauder (MdB), André Kuper (MdL), Elmar Brok (MdEP), Christian Haase (MdB) und der Landrat Friedhelm Spieker haben ihren Besuch in Brenkhausen angekündigt.

Am Samstag, 2. Juni, ist ein Theologisches Symposium mit Vorträgen zum Thema »Die Koptisch-orthodoxe Kirche und ihre Rolle im heutigen Ägypten und in der Diaspora«. Die anschließende Ökumenische Vesper in der Klosterkirche wird von Bischof Damian, Weihbischof Wilhelm Zimmermann aus dem Bistum Essen, Pastor Tobias Spittmann und Pfarrer Dr. Christian Hohmann geleitet.

Parallel zum Symposium gibt es im Klostergarten ein buntes Kinderprogramm, das von Unicef-Mitarbeitern aus Höxter gestaltet wird. Angeboten wird unter anderem Kamelreiten, Malen, Kinderschminken, Hieroglyphen schreiben, eine Hüpfburg und vieles mehr. Der Samstagabend wird abgerundet durch Meditatives Singen und Klanggebete des Trios »Musikaviva«, das besinnliche Lieder aus verschiedenen Kulturkreisen zum Mitsingen und Lauschen vortragen wird.

Der Sonntag, 3. Juni, beginnt um 9 Uhr mit einem Koptisch-orthodoxen Gottesdienst. Zwischen 12.45 und 13.45 Uhr findet eine Ökumenische Weserprozession von Höxter bis Corvey statt. Ein Ökumenisches Gebet ist um 14.15 Uhr in der Kilianikirche in Höxter geplant, anschließend empfängt Bürgermeister Alexander Fischer die Gruppe im Historischen Rathaus.

Von der Ruine zum Kloster

Vor 25 Jahren war das alte Kloster aus dem 13. Jahrhundert eine Ruine mit kaputten Decken und Wasserschäden. Im Gebäude gab es weder eine Heizung, noch Strom oder sanitäre Anlagen. Das Land NRW suchte damals händeringend nach einem Käufer und übergab das Kloster schließlich für den symbolischen Preis von einer Deutschen Mark an die Koptische Kirche. Der Festakt war im Stadthaus zu Höxter.

Heute befinden sich die Gläubigen in Räumen, die in den vergangenen 25 Jahren vollständig saniert und modern ausgestattet wurden. Allein im Jahr 2014 investierten die Kopten nach Angaben von Bischof Damian 1,5 Millionen Euro in neue Gästezimmer, Sanitäranlagen oder Ausstellungsbereiche investiert. Viele Handwerker aus der Region beteiligten sich an den Sanierungsarbeiten. Über die Jahre habe das Koptische Kloster in Brenkhausen auch von vielen ehrenamtlichen Helfern aus Brenkhausen profitiert, die Bauschutt geräumt und Räume gestaltet haben.

Kommentare

25 Jahre Kloster Brenkhausen

Ein Ort an dem der Segen Gottes erfahrbar ist. Bischof Damian ist ein Brückenbauer dessen ökumenische Fußspuren bis nach Berlin zu verfolgen sind. Gott sei dank für solche Orte und solche Menschen.

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