Mi., 11.07.2018

Krankenhaus Höxter: Hospitalvereinigung baut Küche um – zweiter Kathetermessplatz Kurze Wege und moderne Technik

Stellen die Umbaupläne für die frühere St.-Ansgar-Küche vor: Johannes Brune (von links), Dr. Eckhard Sorge, Reinhard Spieß und Falk Orban (Leiter Projektmanagement).

Stellen die Umbaupläne für die frühere St.-Ansgar-Küche vor: Johannes Brune (von links), Dr. Eckhard Sorge, Reinhard Spieß und Falk Orban (Leiter Projektmanagement). Foto: Sabine Robrecht

Von Sabine Robrecht

Höxter (WB). Das St.-Ansgar-Krankenhaus in Höxter wird Ende September einen zweiten Kathetermessplatz in Betrieb nehmen. Das hochmoderne Gerät zieht in den frei gewordenen Küchenbereich im Erdgeschoss ein. Kostenpunkt samt Anschaffung: rund zwei Millionen Euro.

Die 1000 Quadratmeter große Fläche bietet auch Platz für ein weiteres Vorhaben der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge: Das Institut für Radiologie wird aus dem zweiten Obergeschoss ins Erdgeschoss – in die direkte Nachbarschaft zur Notfallambulanz – verlegt. Der Umzug bringt für Patienten und Mitarbeiter kürzere Wege mit sich.

Dieser Effekt ist ein zentrales Anliegen der Baumaßnahmen. »Wenn ein Patient mit Schlaganfall-Verdacht eingeliefert wird, ist er von der Notfallambulanz schnell in der Diagnostik, die sich dann auf derselben Ebene befindet. Das spart wertvolle Zeit. Wir können eine gezielte Behandlung schneller einleiten«, erläutert KHWE-Geschäftsführer Reinhard Spieß. Die radiologische Praxis des MVZ Weser-Egge-Höxter schließt sich räumlich direkt an.

Radiologie zieht im nächsten Jahr um

So wie Rom nicht an einem Tag erbaut ist, packen die Radiologen auch nicht schon morgen die Umzugskisten, sondern erst 2019. Zunächst wird die ehemalige Küche, die nicht mehr nötig ist, weil die KHWE in Steinheim für all ihre Häuser eine Zentralküche gebaut hat, entkernt. Wände, Leitungen, Inventar – alles muss raus. Diese Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Zuerst ist der Kathetermessplatz an der Reihe

Dann ist im ersten Bauabschnitt der neue Kathetermessplatz an der Reihe. Die Anschaffung ist, so Reinhard Spieß, ein weiterer Schritt zur Stärkung des Klinikums und zur konsequenten Spezialisierung des medizischen Angebots. Die Kardiologen und die Gefäßchirurgen nutzen das Gerät sowohl zur Diagnostik, als auch zur Therapie bei Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose (Gefäßverkalkung).

Die Kapazität des bestehenden Linksherzkathetermessplatzes ist mehr als ausgeschöpft. Dr. Eckhard Sorges, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Kardiologie/Angiologie, untermauert diese Feststellung mit Zahlen: Bei jährlich 1800 Untersuchungen und Eingriffen sowie mehr als 900 Ballonaufdehnungen sei ein zweites Gerät zweifelsfrei notwendig.

Minimalinvasive Eingriffe

Dieses werde auch als OP genutzt. »Deshalb setzen wir eine Patienten-Schleuse davor«, kündigt Dr. Sorges an. »Wir können Schrittmacher, Defis und besonders unsere Dreikammer-Schrittmacher-Systeme dort einbauen.«

Die Kardiologen weiten außerdem an dem Kathetermessplatz Herzkranzgefäße auf, die durch Gefäßverkalkungen oder Blutgerinsel verengt oder verstopft sind. Dr. Matthias Mende, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie, nutzt das Gerät für die Aufdehnung von Blutgefäßen in den Unterschenkeln und in den Füßen. »Beide Chefärzte werden am neuen Kathetermessplatz zudem Gefäßstützen, sogenannte Stents, einsetzen, die den ungestörten Blutfluss durch zuvor verkalkte Gefäße gewährleisten«, betont Spieß.

Diese minimalinvasiven Eingriffe mittels Katheter über die Leiste oder den Arm werden mit bildgebenden Verfahren überwacht. Der neue Messplatz ist, so Dr. Sorges, ein Hybrid-OP, der Chirurgie und Bildgebung miteinander verbindet. Zudem erweitert er auch das Leistungsspektrum. Beispiel: Elektrophysiologie.

Für die moderne Medizintechnik schaffen die Handwerker zurzeit die baulichen Voraussetzungen. Johannes Brune, Technischer Leiter der KHWE, betreut die umfassende Maßnahme. »Obwohl die Radiologie erst im nächsten Jahr umzieht, bauen wir jetzt schon die gesamte Küche zurück, damit später nicht die Mitarbeiter und Patienten am neuen Kathetermessplatz durch Baulärm gestört werden«, betont Brune.

Zweiter Strahlenbunker

Parallel zur früheren Küche betreut er eine weitere Baumaßnahme: Im 2010 eröffneten Facharztzentrum neben dem Krankenhaus wird ein Raum für die Nutzung als zweiten Strahlenbunker ertüchtigt. Hier gilt es, strenge Strahlenschutzauflagen zu erfüllen. Daher werden Wände und Decken auf etwa 2,70 Meter Stärke aufbetoniert. 2019 soll ein zweiter Linearbeschleuniger einziehen. Die MVZ-Strahlentherapie am Standort Höxter erspart Patienten lange Anfahrtswege. Im Facharztzentrum wird außerdem eine weitere Praxisfläche entstehen.

Das Bauprogramm kostet insgesamt um die drei Millionen Euro. Reinhard Spieß: »Damit wird die medizinische Leistungsfähigkeit des Hauses erneut gestärkt.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5899549?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F