Do., 09.08.2018

Maschinenfabrik Gronemeyer feiert 100-jähriges Bestehen Global vernetzt, lokal verankert

Punktgenaue Schweißarbeit: Für die individuellen Förderanlagen werden die Stahlrahmen in der Firma Gronemeyer natürlich in Eigenarbeit produziert.

Punktgenaue Schweißarbeit: Für die individuellen Förderanlagen werden die Stahlrahmen in der Firma Gronemeyer natürlich in Eigenarbeit produziert. Foto: Harald Iding

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Förderanlagen und Maschinen »made in Höxter« haben weltweit einen guten Namen: Gronemeyer. Der Spezialist für Fördersysteme feiert Ende August sein 100-jähriges Bestehen. 1918 in Düsseldorf gegründet, ist das Unternehmen seit 1945 in Höxter ansässig.

Der Gründer August Paul Gronemeyer begann in der heutigen NRW-Landeshauptstadt zunächst bescheiden mit der Fertigung von Kettenrädern und Komponenten für Becherwerke. 100 Jahre später ist daraus ein weltweit tätiges Industrieunternehmen geworden, das für seine Förderanlagen Absatzmärkte in Europa, Asien, Nordafrika, den USA, Südamerika und Australien erschlossen hat.

Firmensitz nach Weltkrieg nach Höxter verlegt

Firmenchef Peter Gronemeyer (58): »Der runde Geburtstag wird am Freitag, 31. August, gefeiert – mit einem Festakt für Gäste aus Politik und Wirtschaft und einem Tag der offenen Tür von 13 bis 16 Uhr für alle Interessierten, die einen Blick hinter die Kulissen werfen und mitfeiern möchten.«

Seit 1994 führt Peter Gronemeyer als Nachfolger seines Vaters Günter die Maschinenfabrik in dritter Generation. Peter Gronemeyers Großvater August Paul hatte den Firmensitz nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 nach Höxter verlegt. Er musste den Wiederaufbau mit einer Ständerbohrmaschine und einer Drehbank zunächst am Höxteraner Wasserplatz bewältigen. 1955 zog das Unternehmen an den Rohrweg um. Heute werden Fördersysteme und Antriebselemente für die Lebensmittel-, Getränke, Glas- und chemische Industrie in modernen Produktionshallen gefertigt. »Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen von der Idee bis zur schlüsselfertigen Übergabe und Inbetriebnahme«, sagt der Firmenchef. Das Unternehmen sei global vernetzt und lokal fest verankert.

Zeiten von Lineal und Stift sind vorbei

75 Beschäftigte arbeiten in der Höxteraner Maschinenfabrik. Foto: Gronemeyer

Das Rückgrat des Unternehmens (75 Mitarbeiter, zehn Millionen Euro Jahresumsatz) stellen die technische Abteilung und die Fertigung dar. Dort entwickeln Ingenieure, Techniker und Produktdesigner die Produktlinie der Firma weiter, bringen Innovationen voran und setzen sie um. Die Zeiten von Lineal und Stift sind längst vorbei. Schon seit Jahren setzt Gronemeyer in der Projektbearbeitung auf leistungsstarke Rechner und moderne CAD-Programme, mit deren Hilfe die Konstrukteure die Fördersysteme direkt auf dem Computermonitor entwerfen und verbessern können. Entwicklung am Projekt heißt das Motto.

Ob Lebensmittel, Getränke, Medikamente oder Kosmetik – für alles, was verpackt wird und sich im Haushalt wiederfindet, kommen bei der Produktion die Fördersysteme aus Höxter zum Einsatz. Zu den Kunden zählen Weltfirmen wie Birkenstock, B. Braun Melsungen, Schöller Eiscreme, Unilever, Klosterfrau und Unternehmen in Marokko, Argentinien, Spanien sowie im Jemen. Auch in der Region gibt es mit Optibelt in Höxter, Brauns-Heitmann in Warburg und bekannten Getränkeproduzenten wie Warsteiner, Volkmarser und Krombacher Abnehmer.

Zeitalter der Globalisierung

»Im Zeitalter der Globalisierung müssen wir unsere Projekte effektiv planen und individuell umsetzen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben«, erklären Peter Gronemeyer und sein Prokurist Michael Hille. Standardlösungen befänden sich auf dem Rückmarsch. Stattdessen seien zunehmend Sondermaschinen gefragt. Dafür reisen die Ingenieure zu ihren Auftraggebern in der ganzen Welt, schauen sich vor Ort die Produktionsbedingungen an, um dann speziell auf Kundenwunsch zugeschnittene Maschinen anbieten zu können.

»Erfindergeist, Zuverlässigkeit und Augenmaß sind die Zutaten für den Erfolg«, sagt Peter Gronemeyer. Das schnelle Geld sei dabei nicht das Ziel. »Als Familienunternehmer habe ich die nächste Generation im Blick, nicht den Quartalsabschluss«, betont der Firmenchef. Ihm sind auch traditionelle Werte wichtig. »Wir sind in der Region verwurzelt, schaffen hier Arbeitsplätze und möchten durch unsere Aktivitäten auf Fachmessen und in unseren Geschäftsbeziehungen den Standort Höxter regional, national und international sichtbar machen«, sagt Gronemeyer. Die Verbundenheit zur ostwestfälischen Heimat möchte der Unternehmer auch anlässlich des Firmenjubiläums ausdrücken. Er freut sich zudem, dass Tochter Nina (19) Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Die vierte Generation ist also auf dem Weg.

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