Do., 09.08.2018

Bischof Damian setzt in Nieheim auf neue Bildungseinrichtung für junge ausländische Handwerker Kopten kaufen Weberhaus in Nieheim

Schulterschluss: Bischof Anba Damian von der Koptisch-Orthodoxen Kirche Deutschland, freut sich mit dem Prälaten Heinrich Festing (rechts) und dem Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes Paderborn, Wolfgang Gelhard, über den Vertragsabschluss. Die Kopten übernehmen das Weberhaus in Nieheim.

Schulterschluss: Bischof Anba Damian von der Koptisch-Orthodoxen Kirche Deutschland, freut sich mit dem Prälaten Heinrich Festing (rechts) und dem Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes Paderborn, Wolfgang Gelhard, über den Vertragsabschluss. Die Kopten übernehmen das Weberhaus in Nieheim. Foto: Harald Iding

Von Harald Iding

Höxter/Nieheim/Paderborn (WB). Bischof Anba Damian aus Höxter-Brenkhausen und das Kolping-Bildungswerk aus Paderborn haben sich geeinigt: Die ehemalige Bildungsstätte in Nieheim, das Weberhaus, ist an die Koptisch-Orthodoxe Kirche von Deutschland verkauft worden.

Der Theologe Heinrich Festing (87) aus dem Kreis Lippe, der mehr als 30 lang Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks und von 1965 bis 1972 Diözesanpräses des Kolpingwerkes in der Erzdiözese Paderborn gewesen ist, hat in Höxter-Brenkhausen am Donnerstag (9. Juli) gemeinsam mit dem Kopten-Bischof sowie weiteren Beteiligten (darunter Wolfgang Gelhard als Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes Paderborn und Professor Dr. Rainer Hannig, Ägyptologe) das neue Projekt und die ersten Schritte vorgestellt.

Nach der letzten Nutzung des Weberhauses in Nieheim als Zentrale Unterbringungseinheit (ZUE) für bis zu 180 Flüchtlinge in den Jahren 2012 und 2013 stand der stadtbildprägende Gebäudekomplex komplett leer.

Festing: »Uns ist es immer wichtig gewesen, dass dieser Standort mit einer langen Geschichte als erfolgreiche Bildungseinrichtung, seinerzeit 1962 in Betrieb genommen, nicht abgerissen oder sonst wie zweckentfremdet wird. Wir freuen uns sehr, dass Bischof Damian dort eine Bildungsstätte unter anderem für junge Handwerker aus Ägypten aufbauen will.«

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Wir wollen hier in Deutschland nicht nur etwas für unsere Akademiker tun, sondern auch Handwerkern aus Ägypten eine Perspektive geben.

Bischof Anba Damian

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Auch die Gespräche mit dem Nieheimer Bürgermeister Rainer Vidal und Höxters Landrat Friedhelm Spieker seien sehr positiv verlaufen, wie Bischof Damian betonte. »Wir wollen hier in Deutschland nicht nur etwas für unsere Akademiker tun, sondern auch Handwerkern aus Ägypten eine Perspektive geben. Sie sollen die Genauigkeit und das Know-How der Deutschen kennenlernen. Auch Sprachkurse gehören natürlich dazu. Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit mit dem Kolping-Bildungswerk, das einen großen Erfahrungsschatz in diesem Bereich hat und uns beratend zur Seite stehen will.«

Die Bildungseinrichtung Weberhaus in Nieheim steht schon seit Jahren leer. Foto: Heinz Wilfert

In der nächsten Zeit will Bischof Damian dann intensive Gespräche mit der Landesregierung in Düsseldorf, der Bundesregierung in Berlin und natürlich auch mit Offiziellen in Ägypten führen, um weitere Details zu klären (zum Beispiel Thema »Aufenthaltsgenehmigungen«).

Angebote für Syrer und Eri­t­re­er

Und wie der Ägyptologe Professor Dr. Rainer Hannig als Projektbegleiter betonte, könnten in Zukunft vielleicht auch Menschen aus Eritrea (Nordosten von Afrika) und Syrien von dem Bildungsangebot der Kopten in Nieheim profitieren. Einen genauen Zeitplan gäbe es noch nicht. »Wir geben das Vorhaben in die Hände Gottes. Als bekennende Christen setzen wir auf die enge Zusammenarbeit mit den vielen Freunden, die wir in Deutschland gefunden haben«, so Damian.

Als die Kopten vor genau 25 Jahren das Kloster Brenkhausen als Ruine für einen symbolischen Preis übernahmen und es in den Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel sowie renommierten Tagungsort erfolgreich ausbauen konnten, sei der Anfang auch alles andere als leicht gewesen. »Bei Nieheim habe ich ein gutes Gefühl«, so seine Exzellenz Bischof Anba Damian, oberster Repräsentant der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland.

Über die Höhe des Verkaufspreises wurde Stillschweigen vereinbart. »Nur so viel: Es ist ein relevanter Betrag«, sagte Geschäftsführer Wolfgang Gerhard.

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