Sa., 23.12.2017

International gefragter Trompeter Zoltán Kovács wirkt bei zwei Konzerten mit Engelsgleiche Klänge im Gotteshaus

An der Orgel der Abtei Marienmünster bereiten sich Hans Hermann Jansen (vorn) und Zoltán Kovács auf das Konzert vor.

An der Orgel der Abtei Marienmünster bereiten sich Hans Hermann Jansen (vorn) und Zoltán Kovács auf das Konzert vor. Foto: Harald Iding

Von Harald Iding

Marienmünster/Höxter (WB). Wenn der Trompeter Zoltán Kovács tief Luft holt, dann öffnet sich der Himmel und Engelsstimmen erklingen. »Sein Spiel ist einfach wunderbar und einzigartig«, gerät Organist Hans Hermann Jansen ins Schwärmen. Am ersten Weihnachtstag wird er an der Abteiorgel in Marienmünster den aus Ungarn stammenden Instrumentalisten Kovács ein Konzert lang begleiten dürfen.

Die »Orgelmusik zur Weihnachtszeit« der Kulturstiftung Marienmünster in der altehrwürdigen Abtei Marienmünster ist als beliebtes Angebot an den Festtagen seit Jahren ein fester Bestandteil im Kulturkalender der Region. Bei freiem Eintritt spielt Hans Hermann Jansen an der ­historischen Patroclus Möller-Orgel. Am 25. Dezember wird er gemeinsam mit dem ungarischen Trompeter Zoltán Kovács für die passende Stimmung und feine Klänge sorgen.

Abtei: Konzert am 26. Dezember um 15 Uhr

Dieses Konzert am ersten Weihnachtstag (Stücke unter anderem von Johann Sebastian Bach) beginnt um 15 Uhr und ist zur Freude Jansens bereits seit Wochen ausgebucht. »Busse mit Musikfreunden aus der gesamten Region werden die Abtei wieder ansteuern. Aber für interessierte Konzertbesucher bieten wir ja noch am zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember (Dienstag), ein weiteres Konzert um 15 Uhr mit mir und Michael Schauka, einem erstklassigen Trompeter ­ aus Höxter, an. Dazu laden wir alle herzlich ein!«

Silvesterkonzert in der Kilianikirche

Die drei Musiker – also Jansen (Orgel), Kovács (Trompeten) und Schauka (Corno da caccia und Trompete) – werden dann beim großen Silvesterkonzert am 31. Dezember um 22 Uhr gemeinsam mit Sopranistin Sylvia Koke in der festlichen Kilianikirche von Höxter noch einmal zu hören sein.

Wie hat eigentlich der heute 48-jährige Zoltán Kovács, der aus der Budapester Region stammt und glücklicher Vater von vier Kindern ist, zu seinem Instrument gefunden? Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT erzählt der stattliche Profimusiker mit dem ansteckenden Lächeln von den zarten Anfängen in der Jugend und den anspruchsvollen Auftritten in großen Orchestern der Welt. »Mein Großvater war in Ungarn ein ­Bäcker – und Trompeter. Von ihm habe ich wohl die Leidenschaft für dieses Instrument.«

Großvater war Bäcker und Trompeter

Damals habe er mit Freunden bei Hochzeiten gespielt – vor allem ungarische Zigeunermusik, bis in die Nacht hinein. »Wir haben unseren Gefühlen freien Lauf gelassen. Dieses Spiel hat mich geprägt. Heute rate ich oft meinen Schülern an der Musikschule, sich einfach fremde Stücke anzuhören und sie ohne Notenblatt nachzuspielen. Das schärft den Sinn für den richtigen Ton. Der kommt dann meist von selbst«, verrät Zoltán Kovács, der oft mehrere Trompeten in unterschiedlichen Stimmlagen bei seinen Konzerten nutzt.

Zoltán Kovács (48) ist ein begnadeter Musiker. Er stammt aus Ungarn. Foto: Harald Iding

So ist seine Piccolo-Trompete ein deutsches Modell, das handgefertigte Mundstück stammt aber aus den Vereinigten Staaten. »Ich kaufe mir meine Instrumente, oft äußerst gefragte Modelle, in der ganzen Welt. Sie sind meist lange in den Händen eines Musikers und man hat Glück, wenn man so ein feines Exemplar dann selbst besitzen darf.« Aber erst durch sein Talent und seine Professionalität werden beide zum »Traumpaar«.

Besondere Atemtechnik

Bei den klassischen Stücken benötigt er stets einen langen Atem. »Während ich spiele, atme ich durch die Nase ein. Diese Technik ist nicht einfach, aber sehr hilfreich, weil man keine Zwangspausen einlegen muss.« Zoltán Kovács, der aktuell in Bad Pyrmont eine Wohnung hat, spielte schon als Solist im Beiruter Nationalorchester. Im Libanon habe er auch seine Ehefrau kennengelernt. Selbst in Peking war sein Wissen und Können im Nationalorchester gefragt (2010 bis 2014). Sein Herz steckt voller Musik, das wird gerade an den unterschiedlichen Lebensstationen deutlich. Jansen fügt begeistert hinzu: »Zoltán Kovács hat als Musiker die Welt kennengelernt. Um so dankbarer sind wir, dass er hier bei uns Konzerte gibt!«

Freier Eintritt dank Weinbergstiftung

Das Silvesterkonzert in der ­Kilianikirche sei ebenfalls kostenfrei zu erleben – dank einer Spende der evangelischen Luise-Arntz-Weinbergstiftung. Es erklingen Werke von G. F. Händel, Martin Luther, Georg Phillip Telemann, Francesco Manfredini oder auch­ ­J. S. Bach. Die Sopranistin Sylvia Koke singt unter anderem aus der Oper »Samson« von Händel.

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