Di., 12.06.2018

Katholische Frauengemeinschaft Bredenborn zelebriert 100-jähriges Bestehen Damit die Kirche im Dorf bleibt

Freuen sich gemeinsam über das 100-jährige Bestehen der kfd Bredenborn (von links): Irmgard Meyer, Gerda Rosche, Diözesanvorsitzende Katharina Brechmann, Marianne Grabbe, Thea Schlick, Uta Brenneker und Aloysia Müller.

Freuen sich gemeinsam über das 100-jährige Bestehen der kfd Bredenborn (von links): Irmgard Meyer, Gerda Rosche, Diözesanvorsitzende Katharina Brechmann, Marianne Grabbe, Thea Schlick, Uta Brenneker und Aloysia Müller. Foto: Greta Wiedemeier

Von Greta Wiedemeier

Bredenborn (WB). »Die Gemeinde braucht Gruppen wie die kfd so wie die Fische das Wasser im See.« Mit diesen Worten bringt Pastor Jürgen Bischoff das Wirken der Frauengemeinschaft in Bredenborn auf den Punkt. Die Mütterrente, das Frauenfrühstück, der Erste-Hilfe-Kursus im Dorf – alles Angebote, für die die kfd auf die ein oder andere Weise verantwortlich ist.

Der Vorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Bredenborn nutzte das 100-jährige Jubiläum, um einen Festtag für ihre Mitglieder zu organisieren und damit auch ihnen einmal Danke zu sagen. Das Festprogramm stand unter dem Motto »Engagiert in die Zukunft und stolz auf Vergangenes«. Die kfd in Bredenborn wurde am 25. Januar 1918 von Pfarrer Lorenz Winterberg als Katholischer Frauen- und Mütterverein gegründet. 1956 folgte dann der Zusammenschluss des Frauen- und Müttervereins mit dem Jungfrauenverein zur Katholischen Frauengemeinschaft. Der Verein wurde ein Stück weltoffener – und will dies auch heute noch verkörpern.

Völlige Gleichberechtigung aus Sicht der kfd noch nicht erreicht

Mit 500.000 Mitgliedern deutschlandweit ist die kfd zu einer unüberhörbaren Stimme in Kirche, Politik und Gesellschaft geworden. Das engagierte Bredenborner Vorstandsteam rund um Marianne Grabbe, Uta Brenneker, Irmgard Meyer, Aloysia Müller, Gerda Rosche und Thea Schlick erinnerte im Nachmittagsprogramm daran, dass in den vergangenen 100 Jahren viele Meilensteine in der Geschichte der Frauenrechte gesetzt wurden. Erst im Gründungsjahr der kfd Bredenborn, also vor 100 Jahren, wurde den Frauen das Wahlrecht zugesprochen. Noch viele Jahre später durfte der Führerschein ausschließlich mit Erlaubnis des Ehemannes erworben werden. Und noch bis 1962 stand auch das Bankkonto grundsätzlich unter der Obhut des Gatten.

Das scheint heute lange her – doch völlige Gleichberechtigung ist aus Sicht der kfd noch immer nicht erreicht. Heute sind der Frauengemeinschaft gerade der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen und die meist nur hintergründige Rolle der Frauen in der Kirche ein Dorn im Auge. Aber nicht nur das große Weltgeschehen beschäftigt die Vereinsmitglieder, auch direkt vor Ort wird das Dorfleben um einiges attraktiver gemacht: Fahrten zum Weihnachtsmarkt, Kinoabende, Heilfasten, Erste-Hilfe-Kursus und nicht zuletzt das aktive Mitwirken in der Kirche zeichnet die Arbeit der kfd in Bredenborn aus.

Der Jubiläumstag wurde mit einem Festgottesdienst eröffnet. Im Anschluss zog der Festzug unter musikalischer Begleitung des Musikvereins Bredenborn durch das Dorf zur Schützenhalle. Fast 200 Gratulanten waren erschienen, unter ihnen zahlreiche Vertreter der Ortsvereine, wie etwa der Heimatschutzverein, der Männerchor, die Freiwillige Feuerwehr oder der Sportverein, aber auch Ehrengäste wie die stellvertretende Bürgermeisterin Bernadette Niemeier. Sie sprach dem Verein ihre uneingeschränkte Bewunderung für die geleistete Arbeit aus. Gerade die gemeinschaftliche Arbeit aller Generationen zeichne den Verein aus.

Hettwich vom Himmelsberg hat die Lacher auf ihrer Seite

Eine ganz besondere Ehre war der Besuch von Katharina Brechmann. Sie ist Vorsitzende des Diözesanverbandes Paderborn. »In der heutigen schnelllebigen Zeit ist das Bestehen einer Gemeinschaft über so lange Zeit etwas ganz Besonderes«, wusste sie das Jubiläum zu würdigen. Sie erinnerte auch an Marianne Derks, die allererste Präsidentin der kfd, die schon zu ihrer Amtszeit vor mehr als 60 Jahren brisante Themen nicht scheute und damit viel erreichen konnte. Derks wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und hat bis heute eine Vorreiterrolle für die Mitglieder inne.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einigen Festreden trat die Kabarettistin Hettwich vom Himmelsberg auf und hatte die Lacher auf ihrer Seite. Bei Kaffee und Kuchen endete der gesellige Jubiläumstag schließlich. Katharina Brechmann sagte: »Wir müssen uns auch weiterhin gemeinsam für die Anliegen von Frauen und eine moderne Kirchengemeinschaft einsetzen, damit die Kirche im Dorf bleibt und gleichzeitig frischer Wind hereinweht.«

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