Mi., 11.07.2018

Massive Hochwasserschäden: Bredenborner veranstalten Fest für Familie Risse Ein Dorf hält zusammen

Ein Teil der Bredenborner Helfer hat sich am Haus der Risses versammelt – ihre Botschaft: »Wir schaffen das gemeinsam.«

Ein Teil der Bredenborner Helfer hat sich am Haus der Risses versammelt – ihre Botschaft: »Wir schaffen das gemeinsam.« Foto: privat

Von Marian Berkemeier

Bredenborn (WB). Massive Wasserschäden, Kosten von 50.000 Euro und keine Elementarschadenversicherung – Ludwig Risse (62) und seine beiden Töchter (21 und 22) aus Bredenborn stehen im Südring 11 nach einem Unwetter vor einem Trümmerhaufen (wir berichteten). Hoffnung macht der Familie nun der Zusammenhalt im Ort, denn die Dorfgemeinschaft plant gleich zwei bemerkenswerte Solidaraktionen.

Familie Risse hat keine Chance auf Geld von der Versicherung und muss für den Wasserschaden selbst aufkommen. In einem finalen Treffen haben jetzt Nachbarn sowie Vertreter aller Bredenborner Vereine die Planungen für ein großes Dorffest zugunsten der Familie am kommenden Samstag abgeschlossen – eine Solidaraktion, die in der Region Ihresgleichen sucht.

Die Flut im Haus

Es ist eine Horror-Vorstellung für jeden Hausbesitzer: Draußen tobt ein Gewitter und die vom Himmel prasselnden Wassermassen bahnen sich ihren Weg ins Eigenheim, wo sie erhebliche Schäden anrichten. Eine Vorstellung, die für Familie Risse aus Bredenborn zur bitteren Realität wurde. In der Gewitter-Nacht vom 29. Mai standen Keller und Erdgeschoss des Hauses plötzlich unter Wasser. Die Geschwister Caroline (21) und Annika Risse (22) sowie Torben Geratz (25) befanden sich nach einer Geburtstagsfeier im Obergeschoss des Hauses und entdeckten die Überschwemmungen noch in besagter Nacht. Vater Ludwig Risse (62) befand sich zu der Zeit in Kur, die er vorzeitig abbrechen musste. Der Schaden reicht von einer kaputten Heizung und defekten Haushaltsgeräten bis hin zu zerstörten Unterlagen, Möbeln und kompletten Einrichtungen wie der Küche und dem Wohnzimmer. Ein Schaden, auf dem Familie Risse sitzen bleibt – die Versicherung zahlt nicht.

Nachbarn und Vereine helfen

Nachdem engagierte Bredenborner bereits ein Spendenkonto für die Familie Risse eingerichtet hatten, ging es nun in die finale Phase für die Planung eines großen Dorffestes, dessen Einnahmen der Familie Risse zugute kommen sollen. 25 Nachbarn und Vereinsvertreter haben sich dazu am vergangenen Freitag getroffen. »Neben den vielen engagierten Einzelpersonen beteiligen sich auch alle Vereine aus Bredenborn, betonte Nachbar Dirk Zymner: »Der Zusammenhalt in einer solch schwierigen Situation ist wirklich einzigartig.«

Dorffest steigt am Samstag

Termin für das Dorffest ist Samstag, der 14. Juli. »Von 14 Uhr an sind alle Interessierten aus Bredenborn und Umgebung auf das Gelände der ehemaligen Grundschule in Bredenborn eingeladen«, so Zymner. Neben Kaffee und Kuchen, Musik, kühlen Getränken und Gegrilltem gibt es ein Einlagespiel der Bredenborner Mini-Kicker sowie eine große Tombola mit zahlreichen Preisen wie diversen Sport-Artikeln oder Werkzeug, die von Firmen aus dem gesamten Hochstift für das Fest zur Verfügung gestellt wurden. Für die jüngeren Besucher ist außerdem ein Programm mit Hüpfburg, Kinderschminken, Torwandschießen sowie Gesellschaftsspielen und sportlichen Aktivitäten geplant.

Familie bedankt sich

»Als wir erfuhren, dass die Versicherung den Schaden nicht übernimmt, standen wir erst einmal vor dem Nichts«, sagte Annika Risse: »Glücklicherweise haben unsere Nachbarn die Idee zum Dorffest gehabt – diese Aktion zeigt, dass Bredenborn eine echte Gemeinschaft sein kann.« Ihr Freund Torben Geratz ergänzte: »Die Hilfe der Nachbarn und Vereine ist wirklich überwältigend. Schon damals, als die Flut kam, standen am nächsten Tag bereits 20 bis 30 Leute vor der Tür und wollten helfen. Das kann man kaum in Worte fassen.« Und diese Hilfe nimmt die Familie gerne an: »Unser Dank gilt dem gesamten Dorf und allen, die bei dem Fest mithelfen oder uns finanziell und mit Sachspenden unterstützt haben«, sagte Annika Risse. Der Blick in die Zukunft sei für die Familie nämlich mit großer Unsicherheit verbunden. So kommt der Gutachter für die tatsächliche Schadenserhebung nach Angaben Ludwig Risses erst in sechs bis acht Wochen – bis dahin sei die Höhe der anstehenden Kosten nur schätzbar. Die Wassermaßen sind zwar längst aus dem Haus, die Folgeschäden sowie die Kosten für die Trocknungsgeräte, die seit Mai ununterbrochen laufen, schätzte der 62-jährige selbst auf mehr als 50.000 Euro.

Spendenkonto

Für die Familie Risse haben die Altschützen ein Spenden-Konto eingerichtet. Empfänger: »Vereins- und Schützenhilfe«, BIC: WELADED1HXB, IBAN: DE30 4725 1550 0007 5490 66.

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