So., 04.03.2018

»Tag der offenen Betriebstür« erlebt fünfte Auflage – Benedikt Uhe skizziert seinen Weg Junge Talente erkunden die Wirtschaft

Gaben das Startsignal zum »Tag der offenen Betriebstür«: Josef Suermann (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters von Marienmünster), Johann-Friedrich Freiherr von der Borch, Henriette Lorkowski (Agentur für Arbeit), Petra Spier (Wirtschaftsinitiative Höxter), Klaus Niemeier (Kreishandwerkerschaft), Marcus Kuper (Handwerkskammer), Rainer Vidal (Bürgermeister Nieheim), Klaus Schumacher (Kreisdirektor), Dominic Gehle (Kreis Höxter), Monika Grundke (Industrie- und Handelskammer) und Benedikt Uhe.

Gaben das Startsignal zum »Tag der offenen Betriebstür«: Josef Suermann (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters von Marienmünster), Johann-Friedrich Freiherr von der Borch, Henriette Lorkowski (Agentur für Arbeit), Petra Spier (Wirtschaftsinitiative Höxter), Klaus Niemeier (Kreishandwerkerschaft), Marcus Kuper (Handwerkskammer), Rainer Vidal (Bürgermeister Nieheim), Klaus Schumacher (Kreisdirektor), Dominic Gehle (Kreis Höxter), Monika Grundke (Industrie- und Handelskammer) und Benedikt Uhe. Foto: Sabine Robrecht

Von Sabine Robrecht

Marienmünster/Nieheim/Steinheim (WB). »Geht in die Betriebe und arbeitet zur Probe. Dann seht Ihr, ob Euch mit diesem Beruf etwas verbindet.« Diese Empfehlung haben etwa 130 Schüler und 140 Eltern jetzt aus erster Hand – von einem jungen Menschen, dessen Berufsweg mit der dualen Ausbildung im Fahrzeugwerk Spier begann, – erhalten.

Bei aller Vielseitigkeit digitaler Informationsmöglichkeiten sind direkte Kontakte durch nichts zu ersetzen. Sie schaffen Nähe und regen dank ihrer unmittelbaren Authentizität zum Nachahmen an. Daher luden die Veranstalter des »Tags der offenen Betriebstür« am Samstag den 27-jährigen Benedikt Uhe in die Ackerscheune der Abtei Marienmünster ein. Bevor die Achtklässler und ihre Eltern von dort aus verschiedene Betriebe erkundeten, skizzierte der junge Mann seinen Berufsweg, dessen derzeitige Station – das duale Studium – er als Realschüler überhaupt nicht auf der Agenda seiner Lebensplanung hatte.

Probearbeiten festigte Interesse

Zunächst aber der Reihe nach: Benedikt Uhe begann nach der Mittleren Reife im Fahrzeugwerk Spier in Bergheim eine Ausbildung zum Metallbauer. Das Interesse für Autos hatte ihn zu einem Praktikum in einer Kfz-Werkstatt und schließlich zum Probearbeiten bei Spier veranlasst. Deshalb auch seine Empfehlung an die Schüler, in die Betriebe hineinzuschnuppern.

Meisterschule und Studium

Benedikt Uhe selbst sattelte, weil ein tieferes Interesse an seinem Metier ihn neugierig gemacht hatte, nach der Ausbildung und zwei Jahren Berufspraxis die Meisterschule drauf. Und jetzt noch das duale Studium in Hamburg. »Lernen ist ein lebenslanger Prozess«, sagte der 27-Jährige. Und so sehr er auch im Studium bisweilen an der Mathematik verzweifelt – Benedikt Uhe gibt nicht auf. Dazu sind die anderen Lerninhalte viel zu interessant. Und die Matheaufgaben »rechnet man nicht einfach so, sondern immer in Verbindung mit dem Beruf«. Das schafft Motivation.

Es muss nicht immer der direkte Weg sein

Uhes Quintessenz: Es muss nicht immer der direkte Weg etwa in ein Studium sein. Die duale, betriebliche Ausbildung ist ein Fundament mit Aufstiegsmöglichkeiten, die sich oftmals erst im Laufe des Berufslebens erschließen.

Duale Ausbildung schmackhaft gemacht

Jungen Leuten die duale Ausbildung als Einstieg ins Berufsleben schmackhaft zu machen – dieses Anliegen stand auch bei der fünften Auflage des »Tags der offenen Betriebstür« im Raum Nieheim, Marienmünster, Steinheim im Mittelpunkt. Der Kreis Höxter hat den erlebnisreichen Praxistag für Achtklässler und Eltern in bewährter Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft, den Kammern, der Agentur für Arbeit, der Wirtschaftsinitiative Höxter (WIH), dem Verein für Natur und Technik, den drei Stadtverwaltungen und den beteiligten Schulen auf die Beine gestellt. Ein herzlicher Dank galt natürlich den Unternehmen, die ihre Türen öffneten.

Eltern begleiten Kinder auf dem Weg in die Berufswahl

Den Initiatoren liegt viel daran, »dass die Eltern ihre Kinder begleiten können auf dem Weg in die Berufswahl«, betonte Dominic Gehle, Abteilungsleiter Bildung und Integration beim Kreis Höxter. Kreisdirektor Klaus Schumacher brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass all die jungen Talente, die von der Abtei Marienmünster aus in die Betriebe ausschwärmten, auch einen Ausbildungsplatz in der Region finden. Diesen Gedanken griff Nieheims Bürgermeister Rainer Vidal auf. »Wir möchten für die duale Ausbildung werben. Wir brauchen Auszubildende in Handwerks- und Industrieberufen.«

Nach dem Studium in den Kreis Höxter zurückgekehrt

Möglich sei auch, so Klaus Schumacher, im Kreis Höxter eine Ausbildung zu machen, dann zum Studium fortzugehen und anschließend zurückzukehren. Diesen Weg ist Johann-Friedrich Freiherr von der Borch gegangen: »Nach meiner Lehre in einem landwirtschaftlichen Betrieb habe ich studiert und in verschiedenen Bereichen gearbeitet. Am Ende bin ich in den Kreis Höxter zurückgekehrt.« Dort leitet er nun das Gut Holzhausen, auf dem seine Familie seit 1483 ansässig ist.

Mint-Mentoring vorgestellt

Caroline Rieger vom Verein Natur und Technik nutzte den Auftakt des Erkundungstages, um auf das Pilotprojekt Mint-Mentoring aufmerksam zu machen. Schülerinnen und Schüler, die dieses oder nächstes Jahr die Schule beenden und sich für eine duale Berufsausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich interessieren, bekommen einen Auszubildenden zur Seite, der sie zu ihrem Start in das Berufsleben berät und begleitet.

Für die Premiere sind die Achtklässler, die am »Tag der offenen Betriebstür« dabei waren, zwar noch zu jung. »Ihr könnt Euch dieses Projekt aber schon mal vormerken oder ältere Geschwister darauf aufmerksam machen.« Anmeldeschluss ist am 15. März (www.natur-und-technik-org/mint-mentoring).

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