So., 15.04.2018

Kommunales Entwicklungskonzept für Nieheim geht an den Start – Jugend aktiv einbinden Ortschaften »enkeltauglich« machen

Die Nieheimer Ortschaften sollen durch den IKEK-Prozess »enkeltauglich «werden. Bei der Auftaktveranstaltung ist über die Ziele, Inhalte und Möglichkeiten informiert worden (von links): Michaela Lehnert (KRZ), Heidrun Wuttke (GfW), Hartmut Lüdeling (ARGE), Bürgermeister Rainer Vidal, Isabell Santüns, Stefan Hasenbein (beide ­ARGE) und Olaf Klahold (Stadt Nieheim).

Die Nieheimer Ortschaften sollen durch den IKEK-Prozess »enkeltauglich «werden. Bei der Auftaktveranstaltung ist über die Ziele, Inhalte und Möglichkeiten informiert worden (von links): Michaela Lehnert (KRZ), Heidrun Wuttke (GfW), Hartmut Lüdeling (ARGE), Bürgermeister Rainer Vidal, Isabell Santüns, Stefan Hasenbein (beide ­ARGE) und Olaf Klahold (Stadt Nieheim). Foto: Heinz Wilfert

Von Heinz Wilfert

Nieheim (WB). »Wie können wir unser Dorf enkeltauglich machen?« – so lautet der plakative Ansatz, mit dem sich die Nieheimer Ortschaften im IKEK-Prozess auf den Weg machen. Ziele, Inhalte und Möglichkeiten des Projektes sind jetzt den Vertretern aus den Ortschaften bei der Auftaktveranstaltung in der Aula der Grundschule Nieheim durch das Planungsbüro» ARGE Dorfentwicklung« vorgestellt worden.

Das »integrierte, kommunale Entwicklungskonzept« (kurz IKEK) bietet die einmalige Chance, die eigene Zukunft langfristig unter professioneller Hilfe eines Planungsbüros selbst zu gestalten und gleichzeitig von Fördergeldern zu profitieren, heißt es von Seiten der Stadt. Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung und Unterstützung der Ortschaften und Dorfgemeinschaften, die konkrete Lösungen in den Themenbereichen Mobilität, Versorgung, Leben im Alter, Vereine, Brauchtum, bürgerschaftliches Engagement, Wohnraum, Kommunikation, Jugend, Bildung oder Naherholung entwickeln können.

Projekt für nachfolgende Generationen

Das gemeinsam mit der Stadt Nieheim erarbeitete Konzept bildet die Voraussetzung für eine spätere Einzelprojektförderung.

»Wir wollen die Bürger auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Nieheim und seiner Ortsteile mitnehmen, denn nur durch aktive Bürgerinnen und Bürger kann das IKEK zu einem Erfolg werden«, rief Bürgermeister Rainer Vidal zur Mitarbeit auf, die mit Ortsrundgängen nun starten soll.

Dazu wünschte der Bürgermeister viel Spaß und gute Ideen. IKEK verstehe sich als Projekt für nachfolgende Generationen, das zu gleichwertiger Lebensqualität und Daseinsvorsorge in der Kernstadt und den Ortschaften führen soll.

Bereits Ende des Jahres 2018 sollen die Ergebnisse vorliegen, die dann in die Umsetzung gehen. Die Unterstützung erfolgt durch die »ARGE-Dorfentwicklung«, deren Chef Hartmut Lüdeling maximale Transparenz ankündigte.

Für jede Ortschaft würden Ortsprofile mit einem Steckbrief erstellt, ein gesamtstädtischer Analyseteil, ein Leitziel und potenzielle Entwicklungsziele, die schließlich in konkreten Projekten münden. IKEK verstehe sich nicht als starres Konzept mit einer Projektwunschliste, die in Schubladen landet. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten führe vielmehr zu einer guten Planung, die Wunschdenken in Realität verwandelt und am Ende die Gemeinschaft gewinnen lässt, so die Zielsetzung.

Interessen der Jugendlichen ernstnehmen

IKEK betrifft sämtliche Lebensbereiche – gilt aber nicht für den privaten Bereich. Das Konzept steht auf drei Säulen: Neben dem bürgerschaftlichen Engagement gehören dazu die staatliche Förderung (65 Prozent) und eine städtische Kofinanzierung. Beteiligt werden neben Bürgern und Experten auch die Stadtverwaltung, Vereine und Gruppen. Der Prozess beginnt mit Dorfrundgängen, setzt sich fort über Zukunftswerkstätten, IKEK-Foren und schließlich bis zur Konzeptabstimmung.

Welche digitalen Perspektiven sich für Dörfer eröffnen, das stellten Heidrun Wuttke (GFW Höxter) und Michaela Lehnert (KRZ Lemgo) mit den beiden Projekten »Smart Countryside« und der »Dorf-App« vor. An »Smart Countryside« sind aktuell Merlsheim, Eversen und Himmighausen beteiligt. Zusammen mit den Bürgern sollen digitale Anwendungen entwickelt werden. Dabei geht es neben reinen Informationen zur Stärkung der Dorfgemeinschaft vor allem um die Kommunikation. Die »Dorf-App« ist eine digitale Plattform, die gerade in der lippischen Gemeinde Kalletal entwickelt wird. Sie enthält Infos über Veranstaltungen, Kartenmaterial, Leerstandsmanagement, Gastronomie und Seniorenbetreuung.

Ernst nehmen will Nieheim im IKEK-Prozess besonders die Interessen der Jugendlichen. »Wir wollen ihnen auf Augenhöhe begegnen«, warb Bürgermeister Vidal um Unterstützung.

Anna-Lena Helmes vom Nieheimer Jugendtreff sprach von generationenübergreifender Zusammenarbeit – auch abseits von Laptop und Apps. »Die Dörfer brauchen dringend Räume – als Treffpunkt für die ­ Jugendlichen vor Ort«, so eine zentrale Forderung – mit Ausweitung von sportlichen Aktivitäten bis zum Internetcafé. »Viele unserer Forderungen sind keine Traumschlösser, sondern in der Realität zu verwirklichen«, sind die Jugendlichen überzeugt.

Rundgänge im Mai

Mit den zweistündigen Rundgängen beginnt IKEK in den Ortschaften. Hier die Übersicht: Freitag, 4. Mai, Merlsheim (10.30 Uhr), Himmighausen (13 Uhr) und Oeynhausen (15 Uhr); Mittwoch, 9. Mai, Entrup (10.30), Eversen (13 Uhr) und Sommersell (15 Uhr); Mittwoch, 16. Mai Holzhausen (10.30), Erwitzen (13 Uhr), Schönenberg (15 Uhr). Die Zukunftswerkstätten finden dorfübergreifend statt.

Am Montag, 28. Mai (18.30 Uhr), für Himmighausen, Merlsheim, Oeynhausen und Schönenberg; am Montag 4. Juni (18.30 Uhr), für Entrup, Eversen und Sommersell sowie am Mittwoch 6. Juni (18.30 Uhr), für die Orte Erwitzen und Holzhausen. Ansprechpartner für alle IKEK-Angelegenheiten ist bei der Stadt Nieheim Olaf Klahold unter Telefon 05274/982115.

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