Di., 17.04.2018

Nach Bewerbung: Nieheimer Flechthecke begeistert NRW-Jury »Lebender Zaun« ist Kulturerbe

Ulrich Pieper (79, Vorsitzender des Heimatvereins) freut sich über die Anerkennung der Flechthecke als Kulturerbe.

Ulrich Pieper (79, Vorsitzender des Heimatvereins) freut sich über die Anerkennung der Flechthecke als Kulturerbe. Foto: Harald Iding

Von Harald Iding

Nieheim/Düsseldorf (WB). Er hat ein ganz besonderes Händchen für die Natur und die Region: Nieheims Stadtheimatpfleger Ulrich Pieper, zugleich Vorsitzender des Heimatvereins, hat mit seiner Entschlossenheit und der Bewerbung mit dafür gesorgt, dass die typische Nieheimer Flechthecke jetzt zum immateriellen Kulturerbe des Landes Nordrhein-Westfalens geworden ist.

Der 79-jährige Träger des Bundesverdienstkreuzes freute sich im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, dass die besondere Technik des Knotens sowie die Anlage und Pflege von Flechthecken auf so großen Zuspruch in Düsseldorf gestoßen ist. Pieper: »Irgendwie hatte ich insgeheim damit gerechnet – denn die Flechthecken sind wirklich ein herausragendes und sehr wichtiges Element unserer Heimat. Und vor allem bieten die lebenden Zäune einen idealen Lebensraum für Tiere!«

Typische Hecke in allen Ortschaften vertreten

Die Sympathiewelle für diesen Zaun hat inzwischen alle Ortschaften Nieheims erreicht. Zuletzt haben sich Bürger aus Himmighausen dafür stark gemacht, eine traditionelle Nieheimer Flechthecke anzulegen (wir berichteten). Aber nicht die einzelne Hecke selbst, sondern vorrangig das Wissen um die Technik und die besondere Pflege ist nun vom Land in das Inventar des immateriellen Kulturgutes aufgenommen worden. So wie der Osterräderlauf in Lügde schon in dieser Auflistung erwähnt wird, hat nun auch die Flechthecke ihren festen Bestand – neben dem rheinischen Karneval, dem Schützenwesen und der Flussfischerei an Rhein und Sieg. Ein Sprecher des NRW-Ministeriums: »Das Landesinventar wurde eingerichtet, um die Sichtbarkeit der kulturellen Vielfalt zu verbessern und nicht zuletzt dadurch auch das ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung im Land zu stärken.« Finanzielle Hilfen seien damit unmittelbar nicht verbunden.

»Tradition für nachfolgende Generationen sichern«

»Aber es ist ja schon ein großer Erfolg für uns, dass diese Tradition für die nachfolgenden Generationen gesichert wird«, lobt Pieper auch im Namen seines Kollegen Wilfried Erbsland (Heimatverein), der sich ebenfalls für die Sache enorm eingesetzt habe, das Urteil der Jury.

Empfehlung für bundesweite Anerkennung

Und den Experten in der Landeshauptstadt ist die Flechthecke sogar so wichtig, dass sie eine Empfehlung für das bundesweitere Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes ausgesprochen haben. Neben dem Brieftaubenwesen, der Haubergswirtschaft im Siegerland, dem Osterräderlauf in Lügde und des Ziffernrechnens kann nun auch die »Nieheimer Flechthecke« auf bundesweit Anerkennung hoffen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5667412?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851053%2F