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Mo., 23.05.2016

Starke Umsatzeinbußen: Fleischermeister Rainer Bickmann gibt Betrieb Ende Juni auf Metzgerei Bickmann schließt

Fleischermeister Rainer Bickmann gibt den Familienbetrieb mit fünf Angestellten an der oberen Hauptstraße auf.

Fleischermeister Rainer Bickmann gibt den Familienbetrieb mit fünf Angestellten an der oberen Hauptstraße auf. Foto: Ralf Benner

Warburg WB/(ben). Die traditionsreiche Warburger Metzgerei Bickmann an der oberen Hauptstraße in Warburg wird Ende Juni dieses Jahres geschlossen. Fleischermeister Rainer Bickmann gibt den Familienbetrieb mit derzeit fünf Angestellten auf. Starke Umsatzeinbußen lassen den Fortbestand der Fleischerei in der Innenstadt nicht mehr rentabel erscheinen. »Angesichts steigender Kosten können wir den Betrieb nicht halten«, sagt der 49-Jährige.

Die Konkurrenz durch Discounter mit Billigfleisch mache es Fachbetrieben schwer, mit angemessenen Preisen am Markt bestehen zu können. »Wir fertigen seit mehr als 40 Jahren nach handwerklicher Tradition hochwertige Fleisch- und Wurstspezialitäten mit Fleisch aus der Region. Das hat seinen Preis«, erläutert Bickmann seinen Qualitätsanspruch.

»Warburg ist keine Einkaufsstadt mehr«, beklagt Bickmann zudem den Niedergang des Einzelhandels in der Hansestadt. Verantwortlich macht er dafür nicht nur das Internet, sondern auch den barrierefreien Umbau der Innenstadt sowie ein »Versagen« der Warburger Werbegemeinschaft.

Noch steht nicht fest, wie die Geschäftsräume im denkmalgeschützten, dreigeschossigen Fachwerktraufenhaus aus dem Jahr 1830, das seit 1995 der Familie Bickmann gehört, in Zukunft genutzt werden. Der »Stadtkrug« soll in jedem Fall weiterlaufen.

Rainer Bickmann überlegt nun, ob er in einer Marktnische wie der Verarbeitung von Wildbret weiter arbeitet, mit der er sich bereits einen Namen gemacht hat. Den Abverkauf in seiner Metzgerei will der 49-Jährige in der Zeit vom 1. bis zum 30. Juni vornehmen.

Die Fleischerei Bickmann, zu der auch ein Party- und Lieferservice gehört, hat eine lange Tradition. Im Jahr 1972 wagte Ulrich Bickmann in Warburg den Schritt in die Selbstständigkeit. In der Hansestadt übernahmen der Fleischermeister und seine Ehefrau Irmgard den Fleischereibetrieb Georg Slotta, deren damaliges Geschäft in der Hauptstraße 40 kurz zuvor frei geworden war.

Dann folgte der Umzug ans westliche Ende der Hauptstraße, der im Jahr 1979 vollzogen wurde. Bickmann erwarb die Fleischerei Ewald Menzel und blieb. Er verlegte auch die Produktion an diesen Standort. Auch heute ist unter der Hausnummer 87 noch der Firmensitz. In den Jahren von 1975 bis 1980 betrieb Bickmann auch eine Verkaufsstelle auf der Hüffert. Diese hatte er 1975 von Heinrich Balluff erworben, der dort eine Fleischerei mit Lebensmittelgeschäft führte. Im Jahr 1980 war Bickmann erstmalig auch mit einem Imbissbetrieb auf der Oktoberwoche, dem Kälkenfest und dem Maimarkt vertreten – »auch das ist nun vorbei«, sagt Rainer Bickmann, der 2008 die Metzgerei von seinem Vater übernahm.

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