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Mi., 11.10.2017

Mirjam Altemeier kümmert sich um die Denkmäler der Hansestadt Beraten, sichern, schützen

Ortstermine gehören für Denkmalpflegerin Mirjam Altemeier zum Berufsalltag dazu. Auch die Arbeiten am Rathaus zwischen den ­Städten werden von der 24-jährigen Verwaltungsfachangestellten begleitet.

Ortstermine gehören für Denkmalpflegerin Mirjam Altemeier zum Berufsalltag dazu. Auch die Arbeiten am Rathaus zwischen den ­Städten werden von der 24-jährigen Verwaltungsfachangestellten begleitet. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Warburg (WB). Wenn die Handwerker am Rathaus zwischen den Städten arbeiten, schaut Mirjam Altemeier ihnen über die Schulter. Ob Blenden, Balken oder Farbe: Kein Handschlag geschieht, bevor die 24-Jährige grünes Licht gegeben hat. Die Verwaltungsfachangestellte ist für die Denkmäler in der Hansestadt zuständig.

Abwechslungsreiche Aufgabe

Altemeier trat damit die Nachfolge des Denkmalpflegers Dr. Gotthard Kießling an, der nun im Museum im Stern arbeitet. Alte Bauwerke, Leerstandsförderung, Klima-, Natur- und Umweltschutz, Grünpflege, Winterdienst – diese Bereiche gehören nun zum Aufgabenspektrum der 24-Jährigen.

Sie kann sich nichts Schöneres vorstellen. Nach der Ausbildung bei der Stadt Warburg wollte sie ohnehin im Bauamt Fuß fassen. »Diese Aufgabe ist nun sehr abwechslungsreich. Man weiß nie, was als nächstes kommt«, sagt sie.

Sieben Denkmäler pro Woche

Pro Woche befasst sie sich im Durchschnitt mit sieben Denkmälern. Mal müssen noch Unterlagen nachgereicht werden, mal müssen die Eigentümer erst einmal umfassend beraten werden. »Jeder, der ein Denkmal kauft, der weiß ja: es hat positive wie negative Aspekte«, erklärt die 24-Jährige.

So seien alte Häuser sehr schön anzusehen, böten jedoch nicht mehr den Gestaltungsfreiraum. Bei Ortsterminen prüft Mirjam Altemeier, dass bei den Arbeiten auf Recht und Gesetz geachtet wird.

Viel Papierkram

Wurde ein Bauwerk nicht denkmalschutzkonform verändert? Haben Handwerker unpassend geflickt? Auf diese und andere Dinge achtet die Denkmalpflegerin. »Man entwickelt ein Auge dafür. Denn alles, was an einem Denkmal verändert wird, dass muss ja zunächst erlaubt werden.«

Auch zieht es viel Papierkram mit sich. Erst recht, wenn bei der Sanierung eines alten Gebäudes etwas geschieht, womit niemand gerechnet hat. Ein unentdeckter Mangel zum Beispiel. So wie beim Rathaus zwischen den Städten.

Reparaturen kosten Zeit

Bei den Arbeiten an der prächtigen Giebelverschalung seien Schäden an den dahinter liegenden Balken aufgefallen. Einer der Holzstämme musste ausgetauscht werden.

Durch solche Fälle kann sich die Sanierung eines Denkmals verzögert – und verteuern, erklärt die Denkmalpflegerin. Bei den Arbeiten am Rathaus waren diese Maßnahmen aber bereits in der Kalkulation berücksichtigt worden.

Projekte in Warburg

Weitere größere Projekte, welche Altemeier begleitet, sind zum Beispiel das syrisch-orthodoxe Kloster St. Jakob von Sarug (»Da waren wir in diesem Jahr auch schon mehrfach.«) und die Überreste der Holsterburg südöstlich der Stadt Warburg.

»Die Holsterburg ist zurzeit das interessanteste und größte Projekt, das wir haben.«

Fördergelder bekommen

Um Privatleuten bei der Sanierung eines Denkmals unter die Arme zu greifen, gibt Mirjam Altemeier gerne Tipps. Zum Beispiel erklärt sie, welche Fördermöglichkeiten es gibt. »Wenn etwa an der Fassade gearbeitet werden muss, dann ist eine Fassadenförderung möglich.

Das Programm ›Städtebaulicher Denkmalschutz‹ des Bundes und der Länder gibt dann Geld dazu«, sagt die 24-Jährige. »Das lohnt sich auf jeden Fall.« Aus diesem Topf werde zum Beispiel auch der barrierefreie Umbau der Warburger Innenstadt bezahlt.

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