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Do., 19.10.2017

Manfred und Gabriela Dierkes aus Manrode züchten Alpakas Seife aus kuschelweicher Wolle

Gabriela und Manfred Dierkes halten ihre Alpakas in einem Offenstall. Auf der Wiese haben die Tiere genügend Auslauf, ein Unterstand schützt sie vor Regen und Wind.

Gabriela und Manfred Dierkes halten ihre Alpakas in einem Offenstall. Auf der Wiese haben die Tiere genügend Auslauf, ein Unterstand schützt sie vor Regen und Wind. Foto: Michaela Weiße

Von Michaela Weiße

Borgentreich (WB). Auf leisen Schwielen kommen sie angelaufen. Neugierig schauen sie aus ihren großen Augen, die teilweise von ulkigen Frisuren bedeckt werden. Nur ein leises Summen geben sie von sich. Die Rede ist hier von Alpakas. Gabriela und Manfred Dierkes aus Manrode züchten diese Tiere. Aus der hochwertigen Wolle werden verschiedene Produkte hergestellt. Noch in diesem Jahr möchte das Ehepaar einen eigenen Hofladen eröffnen.

»Alpakas sind unser Hobby«

»Die Alpakas sind unser Hobby«, sagen Gabriela und Manfred Dierkes, die sich im Jahr 2014 ihre ersten Tiere kauften. Was damals mit drei Stuten und einem Fohlen begann, ist mittlerweile zu einer Herde von insgesamt 14 Tieren herangewachsen.

»Die Idee einer Alpakazucht hatten wir schon einige Jahre zuvor«, berichtet Gabriela Dierkes. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hatte sie zufällig etwas über die Tiere, die aus den südamerikanischen Anden stammen, gelesen. Sofort war ihr Interesse geweckt. Sie besuchten Züchter und informierten sich über die sogenannten Neuweltkameliden.

In einem Grundlagenseminar erfuhren sie viel über die Haltung und die Zucht der Alpakas. Als das Ehepaar dann noch eine geeignete Wiese in Manrode kaufen konnte, konnte das »Alpaka-Projekt« endlich beginnen.

Hochwertige Wolle ist atmungsaktiv

»Alpakas haben eine sehr hochwertige Wolle«, berichtet Manfred Dierkes. Die Faser sei innen hohl und daher sehr atmungsaktiv, erklärt der 53-Jährige, der bei Benteler in der Instandhaltung arbeitet. Bei niedrigen Temperaturen speichere die Alpakawolle die Körperwärme besser als andere Wolle, bei hohen Temperaturen hingegen stoße die Faser die Wärme ab.

»Im Sommer schwitzt man nicht und im Winter friert man nicht«, erklärt Dierkes den positiven Effekt. Daher eigne sich die Wolle nicht nur für die Herstellung von Kleidung sehr gut, sondern auch für Bettdecken.

Mit der Zucht soll die Faser verbessert werden

»Mit der Zucht wollen wir versuchen, die Faser zu verbessern«, erzählen die Manroder. Die Qualität der Faser sei von Tier zu Tier verschieden – je dichter, desto hochwertiger. »Wir schicken deswegen Wollproben in ein Labor. Dort werden verschiedene Parameter bestimmt, die Aussage über die Feinheit der Faser, ihre Kräuselung und Elastizität geben«, berichten die Züchter.

Habe eine Stute beispielsweise eine nicht so dichte Faser, dann lasse man sie von einem Hengst decken, der genau dieses Merkmal – eine dichte Faser – aufweist. Die Farbe hingegen sei nicht vorhersehbar. »Das ist jedes Mal eine Überraschung«, sagt Gabriela Dierkes. »Insgesamt gibt es rund 22 verschiedene Farbtypen«, so die 53-Jährige.

Trekkingtouren sind geplant

Eine Paarungszeit gibt es bei Alpakas nicht. »Der Eisprung wird durch den Deckakt ausgelöst«, erklärt Gabriela Dierkes. Daher könne die Geburt der Fohlen recht gut geplant werden. Die Stuten seien etwa elf bis zwölf Monate trächtig.

Zudem finde die Geburt immer vormittags statt. Das habe auch einen bestimmten Grund: »Alpakas haben eine kurze Zunge und können daher ihre Fohlen nicht trocken lecken. In den Anden ist es sehr kalt, deswegen muss das Fohlen bis zur Nacht trocken sein.« Daher mögen Alpakas auch keine Streicheleinheiten, da ihnen die positive Erinnerung fehle.

»Das kann man ihnen erst langsam antrainieren«, sagt Manfred Dierkes, der genau dieses vor hat, um künftig auch Trekkingtouren anbieten zu können. Derzeit bieten sie für Gruppen bereits Informationsveranstaltungen auf der Alpakawiese an.

Seife, Babysachen und Mützen werden hergestellt

Neben der Zucht konzentrieren sich die Dierkes auch auf die Weiterverarbeitung der Wolle. Einmal im Jahr werden die Tiere geschoren. Einen Teil der Rohwolle schickt das Paar zur Wollmühle nach Brandenburg. Dort wird die Wolle dann zu Handstrickgarn

Aus der Alpakawolle werden verschiedene Produkte hergestellt. Foto: Michaela Weiße

gesponnen. Aus diesem strickt Gabriela Dierkes unter anderem Babysachen, Mützen und Stulpen.

Ein weiterer Teil der Wolle wird zur Seifensiederin gebracht. »Beim Sieden wird die Wolle aufgelöst und Keratin freigesetzt«, berichtet Manfred Dierkes. Die Seife eigne sich besonders gut für trockene Haut. Die Farbe der Seife richte sich nach der Farbe der Wolle und erhalte auch den Namen des entsprechenden Tieres. »Die Seife ist sehr gefragt«, erzählen die Dierkes, die ihre Produkte auf verschiedenen Märkten, vor allem auf Weihnachtsmärkten, anbieten.

Hofladen soll noch in diesem Jahr eröffnen

Da die Nachfrage so groß ist, wollen sie in diesem Jahr noch einen kleinen Hofladen bei sich zuhause einrichten. Weitere Informationen erhalten Interessierte von Manfred und Gabriela Dierkes unter Telefon 05643/7096986 oder per E-Mail an lammertalpakas@gmx.de.

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