Fr., 12.01.2018

Ein Blick in die Jahresstatistik 2017 – Hochzeitsdatum 18. August ist bereits ausgebucht Die Hansestadt ist geschrumpft

Die Standesbeamten Harald Hosse (links) und Dieter Albers ­verheiraten Paare im Rathaus zwischen den Städten in Warburg. Neben dem großen Ratssaal ist auch das Trauzimmer für Hochzeiten sehr begehrt.

Die Standesbeamten Harald Hosse (links) und Dieter Albers ­verheiraten Paare im Rathaus zwischen den Städten in Warburg. Neben dem großen Ratssaal ist auch das Trauzimmer für Hochzeiten sehr begehrt. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Warburg (WB). Die Hansestadt ist geschrumpft. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 zählte Warburg 24.942 Einwohner. Ein Jahr zuvor waren es noch 25.271. Der größte Stadtteil bleibt dabei natürlich die Kernstadt mit 10.860 Einwohnern. Im kleinsten Stadtteil Dalheim leben 77 Menschen.

Welda verzeichnet größten Zuwachws

Ende 2016 lebten in der Kernstadt noch 11.062 Menschen, in Dalheim waren es 86. Für die Kernstadt wurde damit auch der größte Einwohnerschwund regis­triert. Der größte Zuwachs wurde für Welda verzeichnet. Zum Jahreswechsel lebten dort 18 Personen mehr als Ende 2016.

23.550 Einwohner sind deutsche Staatsbürger (2016: 23.763), hinzu kommen 1865 Bewohner (1508), die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Obwohl es in Warburg seit Jahren keine Entbindungsstation mehr gibt, kamen in der Hansestadt im Jahr 2017 drei Kinder zur Welt – per Hausgeburt. 2016 erblickten vor Ort zwei Kinder das Licht der Welt.

312 Sterbefälle im Jahr 2017

Das Standesamt hat im vergangenen Jahr 312 Sterbefälle beurkundet. Alleine im Januar 2017 seien es mehr als 40 gewesen, erklärt der Standesbeamte Dieter Albers. 2016 wurden 291 Sterbefälle beurkundet. Bestimmte Jahreszeiten, in denen sich Sterbefälle häuften, gebe es aber nicht. »Das gehört zu unserem Job dazu: Man kann das nicht vorhersagen«, sagt Albers.

Anders sehe das natürlich bei Hochzeiten aus. »Früher war der Monat Mai sehr beliebt. Aber das verschiebt sich. Heutzutage sind eher der Juli und der August begehrt.« Schnapszahlen oder andere bekannte Daten oder Jahreszahlen seien nicht mehr so beliebt wie früher. Aber sie würden noch immer nachgefragt.

18. August 2018 als Hochzeitsdatum bereits ausgebucht

»Der 18. August 2018 zum Beispiel war bei uns schnell weg«, sagt der Standesbeamte Harald Hosse. Das markante Datum – also der 18.8.18 – falle zudem auf einen Samstag. Und das sei ohnehin ein begehrter Hochzeitstag. »Fünf Trauungen haben wir an diesem Datum. Die machen wir ab acht Uhr im Stundentakt.«

Hochzeiten auf den letzten Drücker, also zwischen Weihnachten und Neujahr, gab es 2017 in Warburg nicht. Wohl aber an den restlichen Tages des Dezembers. »In diesem Monat hatten wir 16 Trauungen«, erklärt Hosse. »Im November flaut es immer ab, im Dezember nimmt es wieder zu.« Alleine am 22. Dezember machten sich drei Paare selbst ein Weihnachtsgeschenk.

114 gleichgeschlechtliche Paare heirateten im vergangenen Jahr

Bei der Hochzeits-Statistik für die Jahre 2017 und 2016 gibt es eine Besonderheit. Bis zum 1. Oktober 2017 konnten gleichgeschlechtliche Paare lediglich eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Seit dem Stichtag können sie eine ganz normale Ehe eingehen. Insgesamt wurden die Standesbeamten im vergangenen Jahr 114 Mal tätig.

Darunter fallen drei Paare, die bereits eine eingetragene Lebenspartnerschaft besaßen und die 2017 geheiratet haben. Zudem wurden zwei Lebenspartnerschaften geschlossen. »Eine davon war quasi doppelt. Zunächst sind die beiden eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. Und als sie dann doch heiraten durften, folgte noch eine Hochzeit«, sagt Hosse. 2016 wurden 121 Ehen geschlossen, jedoch keine eingetragene Lebenspartnerschaft.

Drei Trauungen im Schloss Welda

In Warburg werden Paare im Rathaus zwischen den Städten ­getraut. Das geschieht zum einen im großen, prunkvollen Saal. Er bietet etwa 60 Personen Platz, ­erklärt Albers. Dem gegenüber stehe das deutlich kleinere Trauzimmer, das etwa 15 Personen Platz biete.

»Das Trauzimmer halten wir seit etwa drei Jahren vor. Und es wird sehr gut angenommen, vor allem von kleineren Gesellschaften«, erklärt der Standesbeamte. In der Hansestadt sei es zudem möglich, im Schloss Welda zu heiraten. »Da es aber im Privatbesitz ist, erfolgt das immer in Absprache mit dem Eigentümer.« Drei Paare hätten dort im vergangenen Jahr gefeiert.

Hochzeiten von einem auf den anderen Tag gab es in Warburg 2017 übrigens nicht. »Aber wir hatten welche mit nur zwei Tagen Vorlauf«, sagt Harald Hosse. Rechtlich sei das kein Problem, wenn alle nötigen Unterlagen vorlägen. Im einfachsten Fall – zwei ledige in Warburg geborene Warburger ohne Kinder wollen heiraten – genüge eine Meldebescheinigung und ein Personalausweis.

Komplizierter sei die Situation, wenn eine Scheidung oder Kinder im Spiel seien. Oder wenn der Partner aus einem anderen Land komme. Dann müsse manchmal sogar die Botschaft eingeschaltet werden. Eine Hochzeit in 2017 zum Beispiel habe aus diesen Gründen vier Monate Vorbereitungszeit in Anspruch genommen.

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