Do., 01.02.2018

Syrer Mezher Alkaoud absolviert Ausbildung in Sanitärbetrieb Jobcoach hilft über Hürden

Mezher Alkaoud (35) hat im September 2017 eine Ausbildung bei der Hohenwepeler Firma Ludwig begonnen. Meister Werner Ludwig ist mit seinem Azubi sehr zufrieden.

Mezher Alkaoud (35) hat im September 2017 eine Ausbildung bei der Hohenwepeler Firma Ludwig begonnen. Meister Werner Ludwig ist mit seinem Azubi sehr zufrieden.

Warburg (WB). Mezher Alkaoud (35) hat im September 2017 eine Ausbildung zum Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker bei der Firma Ludwig in Hohenwepel begonnen. Jobcoach Gerd Rieke (64), ein pensionierter Lehrer aus Warburg, hilft ihm dabei.

Der Weg dorthin war kein leichter. Der Syrer ist im September 2015 in die Flüchtlingsunterkunft nach Dössel gekommen. Dann begann eine lange Wartezeit. Es war für ihn nicht einfach, sich auf den Deutschkurs zu konzentrieren: »Ich habe immer voller Sorge an meine Frau und meinen kleinen Sohn denken müssen«, sagt er.

Mit Familie fällt das Deutschlernen leichter

Anfang 2017 kam endlich die befreiende Nachricht als Flüchtling anerkannt zu sein. Erst dann konnten Frau und Kind auch nach Deutschland kommen. Seitdem die kleine Familie wieder zusammen ist, fällt Mezher Alkaoud das Deutschlernen viel leichter. Die Möglichkeit, sich hier in Warburg eine Zukunft aufbauen zu können, gibt neue Antriebskraft.

In Syrien hatte der studierte Geografielehrer schon einige Jahre im technischen Bereich bei einer amerikanischen Ölfirma gearbeitet. Im Frühjahr 2017 stellte ein Mitglied der Flüchtlingsinitiative Warburg den Kontakt zur Firma Ludwig her. So kam Mezher Alkaoud zu einem Praktikumsplatz.

Nach einem Praktikum folgte die Ausbildung

»Die Arbeit machte mir Spaß, der Chef und die Kollegen waren sehr nett und ich habe gemerkt, dass meine Erfahrungen im technischen Bereich nützlich waren«, lautete sein Fazit. Das sahen Werner Ludwig und die Kollegen auch so. Deswegen konnte Mezher Alkaoud dort seine Ausbildung beginnen.

Sein Chef Werner Ludwig ist jetzt schon überzeugt: »Mezher wird ein guter Monteur werden. Er hat viel technisches Verständnis, denkt mit und kann schon einiges eigenständig arbeiten. Ich freue mich über so einen motivierten Azubi. Denn auch für den Warburger Raum gilt, dass qualifizierte Arbeitskräfte im Handwerk Mangelware sind.« Daher hat Werner Ludwig zugestimmt, dass sein Azubi für drei Monate an einem zusätzlichen Berufsschultag Deutsch lernen kann.

Jobcoach ist Ansprechpartner für Schule und Betrieb

Wenngleich die praktische Arbeit für Mezher Alkaoud kein Problem darstellt, so ist die Ausbildung kein Zuckerschlecken, denn die Fachsprache ist sehr kompliziert. »Es ist, als ob ich noch eine weitere Sprache lernen müsste. Bei Worten wie Mem­branausdehnungsgefäß, Kerbschlagzahl, Dehnungskoeffizient versagt auch mein

Jobcoach Gerd Rieke unterstützt Mezher Alkaoud.

Wörterbuch.« Da heißt es nach Feierabend und am Wochenende weiterlernen.

Jobcoach Gerd Rieke hilft dabei und ist auch Ansprechpartner für Schule und Betrieb. Obwohl zunächst wenig Zeit für die Familie bleibt, steht für Mezher Alkaoud fest: »Eine Ausbildung ist für mich der richtige Weg, denn ich möchte in Deutschland bleiben, damit mein Sohn in Frieden aufwachsen und hier glücklich werden kann.«

Jobcoach-Initiative

Die Stadt Warburg hat als eine von drei Kommunen in Nordrhein-Westfalen das Jobcoachkonzept von Integrad auf den Weg gebracht. Ziel ist es Geflüchtete und Arbeitgeber bei der Gestaltung von Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen zu unterstützen. In Warburg sind bislang rund zehn Ehrenamtliche in diesem Bereich aktiv.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5474088?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F