Di., 06.02.2018

Wolfgang Niedeckens BAP hat etwas zu sagen – im Oktober in Bielefeld und Beverungen Wolfgang Niedecken: »Man darf die Poesie nie vergessen«

Wolfgang Niedecken mit BAP 2014 in Salzkotten.

Wolfgang Niedecken mit BAP 2014 in Salzkotten. Foto: Jörn Hannemann

Beverungen (WB). Volker Faltin freut sich: Beverungen ist auf der großen BAP-Tour 2018 wieder mit dabei. Faltin organisiert das Konzert am Donnerstag, 18. Oktober, in der Stadthalle Beverungen für die Kulturgemeinschaft. Konzertbeginn ist um 20 Uhr. Der Vorverkauf beginnt an diesem Mittwoch um 9 Uhr.

Tickets (Stehplatz 49,90 Euro) sind im Kulturbüro in Beverungen, Telefon 05273/392223, sowie in allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Dazu zählt auch die WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstelle in Höxter, Westerbachstraße 22. Zuvor tritt die Formation in Bielefeld auf, am 5. Otober in der Stadthalle Bielefeld. Tickets dafür gibt es hier.

Eine echte Premiere

Auf BAP-Fans wartet beim Konzert im Oktober eine große Überraschung – ja eine echte Premiere, wenn Niedeckens BAP (wie die 1976 von Wolfgang Niedecken gegründete Formation seit 2014 wieder heißt) sich von Ende Mai bis Ende Oktober 2018 auf den Weg in die Hallen in Deutschland und die Schweiz macht.

Denn erstmals in der nun mehr als 40-jährigen Bandgeschichte begleitet ein dreiköpfiger Bläsersatz die traditionsreiche Band aus Köln mit Wolfgang Niedecken, Ulrich Rode (Gitarre, diverse Saiteninstrumente), Anne de Wolff (Geige, Cello, Akkordeon und jede Menge andere Instrumente), Michael Nass (Tasteninstrumente), Werner Kopal (Bass) und Sönke Reich (Schlagzeug).

Zusammenarbeit macht Spaß

»Ich habe die drei Bläser – Christoph Moschberger, Axel Müller und Johannes Goltz – bei den Aufnahmen zu ›Sing meinen Song – Das Tauschkonzert‹ kennen und schätzen gelernt, wo sie Teil der Liveband ›Grosch’s Eleven‹ sind. Später habe ich sie dann bei der ZDF-Show zum Nena-Jubiläum wieder getroffen.

Die Zusammenarbeit hat so viel Spaß gemacht, dass ich sie einfach mal gefragt habe, ob sie nicht Zeit und Lust hätten, mit uns auf Tour zu gehen«, erzählt Niedecken. Und so kommt es, dass bei rund der Hälfte des neuen Liveprogramms erstmals ein vollwertiger Bläsersatz die Stücke aufmischen wird.

Weitere Überraschungen

Neben den Bläsern warten weitere Überraschungen auf die Fans: So habe man auch dieses Mal einige schon lange nicht mehr gespielte Songs ins Programm aufgenommen, das dennoch in Sachen Hit-Dichte keinen Wunsch offen lassen wird.

Und eines steht auch schon fest: »Es wird natürlich auch ordentlich gerockt. Ich habe von einigen Leuten zuletzt die Befürchtung gehört, dass wir zu beschaulich werden könnten. Da kann ich Entwarnung geben«, so Niedecken. Gleichzeitig wird es aber auch wieder einen Barhocker-Block geben, in dem Niedecken und seine seit nunmehr vier Jahren perfekt eingespielten Musiker auch akustische, ruhigere Stücke präsentieren wollen.

»It’s all in the songs«

All diese Programmpunkte brauchen Bühnenzeit – und daran wird es bei der Tour 2018 nicht mangeln. Geplant ist, die Dreistunden-Marke zu sprengen! Bob Dylan spielt auch eine Rolle, wenn Wolfgang Niedecken über den gesellschaftspolitischen Anspruch eines Konzertprogramms nachdenkt. »Wir werden auf der Bühne Lebensfreude transportieren, aber auch politische Nachdenklichkeit und Klartext werden stattfinden.« Es würde jedoch schlichtweg nicht funktionieren, politische Meinungen und Kommentare vor allem über Ansagen zu verbreiten.

»Wie Bob Dylan schon gesagt hat: It’s all in the songs. Es ist alles in den Texten. Und damit hat er vollkommen Recht.« Er verweist auf seine eigenen Texte und die Art, wie er sie mit der Band interpretiert: »Wenn wir eine Nachricht haben, dann soll diese über die Songs gehört werden. Bestimmte Lieder, bei denen wir zu konkreten Themen klar  Stellung beziehen, laufen im Radio ja kaum. Um so wichtiger ist es, dass wir sie auf der Bühne spielen.«

Hilfe für Afrika

Ein wichtiges Anliegen bei den Konzerten ist Niedecken zudem das von ihm unterstützte Resozialisierung-Projekt Rebound, das sich seit zehn Jahren stark macht für die Wiedereingliederung von ehemaligen afrikanischen Kindersoldaten in die Gesellschaft. Darüber will Niedecken auch bei der kommenden Tour auf der Bühne sprechen.

Der Kölner, der als Künstler mit Stücken wie »Kristallnaach« den gesellschaftlichen Diskurs der Bundesrepublik geprägt hat, weiß: »Man darf bei politischen Inhalten die Poesie nie vergessen. Es nützt nichts, Parteitagsbeschlüsse oder Gewerkschaftsprogramme zu vertonen. Wenn die Poesie fehlt, bringt das gar nichts.« Deswegen lautet seine Maxime im Hinblick auf aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland für die Tour 2018: »Wir als Musiker können allenfalls versuchen, die Leute vom Verhärten abzuhalten.«

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